[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"Article","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/verbietet-suechtig-machende-feeds-nicht-social-media\/#Article","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/verbietet-suechtig-machende-feeds-nicht-social-media\/","headline":"Verbietet s\u00fcchtig machende Feeds \u2013 nicht Social Media","name":"Verbietet s\u00fcchtig machende Feeds \u2013 nicht Social Media","description":"6 min gesch\u00e4tzte LesedauerEs wird derzeit viel \u00fcber Social-Media-Verbote diskutiert. Besonders Kinder und Jugendliche stehen dabei im Mittelpunkt. 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Besonders Kinder und Jugendliche stehen dabei im Mittelpunkt. Die Sorge ist verst\u00e4ndlich: Viele Plattformen sind nicht einfach digitale Treffpunkte, sondern hochoptimierte Aufmerksamkeitsmaschinen. Sie zeigen uns nicht neutral, was unsere Freunde, Vereine, Parteien, Medien oder Lieblingsk\u00fcnstler ver\u00f6ffentlichen. Sie zeigen uns vor allem das, was uns m\u00f6glichst lange auf dem Bildschirm h\u00e4lt.Deshalb greift ein pauschales Social-Media-Verbot zu kurz. Sinnvoller w\u00e4re ein anderer Ansatz: Verbietet s\u00fcchtig machende Feeds.Denn nicht der Zugang zu sozialen Netzwerken ist das eigentliche Problem. Das Problem sind algorithmische Systeme, die auf maximale Verweildauer, maximale Reaktion und maximale emotionale Erregung optimiert sind. Diese Systeme lernen, worauf wir anspringen. Sie merken, was uns w\u00fctend macht, was uns Angst macht, was uns triggert, was uns noch ein Video, noch einen Kommentar, noch eine Diskussion, noch eine Emp\u00f6rung weiterziehen l\u00e4sst.Das ist kein Zufall. Das ist Gesch\u00e4ftsmodell.Ein sozialer Feed k\u00f6nnte auch ganz anders funktionieren. Er k\u00f6nnte einfach Beitr\u00e4ge von Menschen und Seiten anzeigen, denen man folgt \u2013 sortiert nach Uhrzeit. Was neu ist, steht oben. Was \u00e4lter ist, rutscht nach unten. Keine k\u00fcnstliche Dramatisierung. Kein \u201eDas musst du unbedingt noch sehen\u201c. Kein endloses Hineinschieben in fremde Inhalte, die nur deshalb auftauchen, weil sie besonders gut provozieren.Nat\u00fcrlich w\u00e4re auch ein chronologischer Feed nicht perfekt. Auch dort g\u00e4be es Streit, Unsinn, \u00dcbertreibung und schlechte Beitr\u00e4ge. Aber der entscheidende Unterschied w\u00e4re: Die Plattform w\u00fcrde diese Dinge nicht mehr systematisch belohnen und verst\u00e4rken.Genau hier liegt ein Kernproblem unserer politischen Debatte. Viele Menschen sp\u00fcren seit Jahren, dass der Ton rauer geworden ist. Diskussionen werden schneller aggressiv. Gegner werden nicht mehr als Menschen mit anderer Meinung gesehen, sondern als Feinde. Komplexe Fragen werden auf Schlagworte reduziert. Wer differenziert, geht unter. Wer emp\u00f6rt, gewinnt Reichweite.Das liegt nicht nur an Social Media. Aber Social Media verst\u00e4rkt es massiv.Wenn ein Algorithmus lernt, dass Wut besser funktioniert als Sachlichkeit, dann wird er Wut bevorzugen. Wenn Beleidigungen mehr Kommentare erzeugen als Argumente, dann werden Beleidigungen sichtbarer. Wenn extreme Positionen l\u00e4nger fesseln als abgewogene Einsch\u00e4tzungen, dann werden extreme Positionen nach vorne gesp\u00fclt. So entsteht eine digitale \u00d6ffentlichkeit, in der nicht das beste Argument gewinnt, sondern der st\u00e4rkste Reiz. .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c , .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .postImageUrl , .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .centered-text-area { min-height: 80px; position: relative; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c , .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c:hover , .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c:visited , .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c:active { border:0!important; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .clearfix:after { content: \"\"; display: table; clear: both; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c { display: block; transition: background-color 250ms; webkit-transition: background-color 250ms; width: 100%; opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -moz-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -o-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -webkit-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c:active , .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c:hover { opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .centered-text-area { width: 100%; position: relative; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .ctaText { border-bottom: 0 solid #fff; color: #000000; font-size: 16px; font-weight: bold; margin: 0; padding: 0; text-decoration: underline; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .postTitle { color: #FFFFFF; font-size: 16px; font-weight: 600; margin: 0; padding: 0; width: 100%; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; color: #000000; border: none; border-radius: 3px; box-shadow: none; font-size: 14px; font-weight: bold; line-height: 26px; moz-border-radius: 3px; text-align: center; text-decoration: none; text-shadow: none; width: 80px; min-height: 80px; background: url(https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/plugins\/intelly-related-posts\/assets\/images\/simple-arrow.png)no-repeat; position: absolute; right: 0; top: 0; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c:hover .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .centered-text { display: table; height: 80px; padding-left: 18px; top: 0; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c-content { display: table-cell; margin: 0; padding: 0; padding-right: 108px; position: relative; vertical-align: middle; width: 100%; } .u216bcb840296eb161f974d75fa64934c:after { content: \"\"; display: block; clear: both; } Auch interessant:&nbsp; \u00dcber 1000 SPD-Stimmen gegen Olympia: Die SPD Basis bremst den Gr\u00f6\u00dfenwahnDas ver\u00e4ndert auch die Politik. Politikerinnen und Politiker lernen, welche Art von Auftritt Aufmerksamkeit bringt. Medien lernen, welche \u00dcberschriften geklickt werden. Nutzerinnen und Nutzer lernen, dass Zuspitzung mehr Wirkung hat als Fairness. Am Ende stehen sich Lager gegen\u00fcber, die kaum noch miteinander sprechen, sondern \u00fcbereinander herfallen.Wer die Verrohung der politischen Debatte ernsthaft reduzieren will, muss deshalb auch \u00fcber die Architektur der Plattformen sprechen. Nicht nur \u00fcber einzelne Inhalte. Nicht nur \u00fcber einzelne Nutzer. Nicht nur \u00fcber \u201eHass im Netz\u201c. Sondern \u00fcber die technischen Systeme, die Hass, Angst, Spott und Emp\u00f6rung st\u00e4ndig nach oben sortieren.Ein Verbot s\u00fcchtig machender Feeds w\u00e4re kein Angriff auf Meinungsfreiheit. Im Gegenteil: Es k\u00f6nnte die Meinungsfreiheit wieder st\u00e4rken. Denn Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass private Plattformen mit psychologisch optimierten Systemen entscheiden sollten, welche Inhalte millionenfach verst\u00e4rkt werden. Jeder d\u00fcrfte weiterhin posten, kommentieren, diskutieren und sich informieren. Aber die Plattformen d\u00fcrften nicht mehr automatisch das Lauteste, W\u00fctendste und Aufreizendste bevorzugen.Das w\u00e4re ein wichtiger Unterschied.Niemand fordert, dass Menschen nur noch harmlose Katzenbilder sehen d\u00fcrfen. Niemand muss politische Debatten weichsp\u00fclen. Streit geh\u00f6rt zur Demokratie. Harte Kritik geh\u00f6rt zur Demokratie. Auch unbequeme Meinungen geh\u00f6ren zur Demokratie. Aber Demokratie braucht eine \u00d6ffentlichkeit, in der Argumente \u00fcberhaupt noch eine Chance haben. Eine \u00d6ffentlichkeit, die nicht dauerhaft auf Erregung gestellt ist.Deshalb sollte der Standard auf Social Media einfach sein: chronologisch, transparent, nicht s\u00fcchtig machend. Wer einem Account folgt, sieht dessen Beitr\u00e4ge. Wer sucht, findet Inhalte. Wer diskutieren will, kann diskutieren. Aber die Plattform darf nicht heimlich im Hintergrund berechnen, mit welcher Mischung aus Emp\u00f6rung, Angst, Neugier und Best\u00e4tigung sie den Nutzer am l\u00e4ngsten festh\u00e4lt. .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 , .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .postImageUrl , .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .centered-text-area { min-height: 80px; position: relative; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 , .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65:hover , .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65:visited , .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65:active { border:0!important; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .clearfix:after { content: \"\"; display: table; clear: both; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 { display: block; transition: background-color 250ms; webkit-transition: background-color 250ms; width: 100%; opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -moz-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -o-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); -webkit-box-shadow: 0 1px 2px rgba(0, 0, 0, 0.17); } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65:active , .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65:hover { opacity: 1; transition: opacity 250ms; webkit-transition: opacity 250ms; background-color: #8E44AD; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .centered-text-area { width: 100%; position: relative; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .ctaText { border-bottom: 0 solid #fff; color: #000000; font-size: 16px; font-weight: bold; margin: 0; padding: 0; text-decoration: underline; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .postTitle { color: #FFFFFF; font-size: 16px; font-weight: 600; margin: 0; padding: 0; width: 100%; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; color: #000000; border: none; border-radius: 3px; box-shadow: none; font-size: 14px; font-weight: bold; line-height: 26px; moz-border-radius: 3px; text-align: center; text-decoration: none; text-shadow: none; width: 80px; min-height: 80px; background: url(https:\/\/www.bachhausen.de\/wp-content\/plugins\/intelly-related-posts\/assets\/images\/simple-arrow.png)no-repeat; position: absolute; right: 0; top: 0; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65:hover .ctaButton { background-color: #9B59B6!important; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .centered-text { display: table; height: 80px; padding-left: 18px; top: 0; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65 .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65-content { display: table-cell; margin: 0; padding: 0; padding-right: 108px; position: relative; vertical-align: middle; width: 100%; } .uc8baee8f8009977e5297a08ed9064c65:after { content: \"\"; display: block; clear: both; } Auch interessant:&nbsp; Populismus macht uns nicht st\u00e4rker. Er macht uns \u00e4rmer.Besonders bei Kindern und Jugendlichen sollte das konsequent gelten. F\u00fcr Minderj\u00e4hrige sollten personalisierte Empfehlungsfeeds, endlose Kurzvideo-Schleifen, manipulative Benachrichtigungen und suchtf\u00f6rdernde Designelemente nicht erlaubt sein. Jugendliche brauchen Zugang zu Informationen, Austausch und digitaler Teilhabe. Aber sie brauchen keinen Algorithmus, der ihre Aufmerksamkeit wie eine Ressource ausbeutet.F\u00fcr Erwachsene k\u00f6nnte man personalisierte Empfehlungen zulassen \u2013 aber nur freiwillig, klar gekennzeichnet und jederzeit abschaltbar. Der Normalzustand darf nicht Manipulation sein. Der Normalzustand muss Kontrolle durch den Nutzer sein.Dazu geh\u00f6ren auch Regeln, die \u00fcberpr\u00fcfbar sind. Plattformen d\u00fcrfen nicht einfach behaupten, ihre Systeme seien harmlos. Es braucht unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfungen, echte Transparenz und klare Grenzen. Wenn ein Unternehmen Milliarden damit verdient, Menschen m\u00f6glichst lange an den Bildschirm zu binden, dann reicht freiwillige Selbstverpflichtung nicht aus.Die Debatte \u00fcber Social Media darf nicht bei der einfachen Forderung \u201everbieten oder erlauben\u201c stehen bleiben. Das ist zu grob. Wir m\u00fcssen genauer hinschauen. Social Media kann verbinden, informieren, mobilisieren und demokratische Teilhabe erleichtern. Gleichzeitig k\u00f6nnen dieselben Plattformen s\u00fcchtig machen, polarisieren und die politische Kultur vergiften.Die L\u00f6sung liegt deshalb nicht darin, den digitalen \u00f6ffentlichen Raum einfach abzuschalten. Die L\u00f6sung liegt darin, ihn anders zu bauen.Wir verbieten ja auch nicht den Stra\u00dfenverkehr, nur weil Raserei gef\u00e4hrlich ist. Wir setzen Regeln: Tempolimits, Sicherheitsgurte, Ampeln, Kontrollen. Genau so brauchen wir Regeln f\u00fcr digitale Plattformen. Nicht gegen Kommunikation. Sondern gegen manipulative Systeme, die aus menschlicher Schw\u00e4che Profit schlagen.Der richtige Satz lautet daher nicht: \u201eVerbietet Social Media.\u201cDer richtige Satz lautet: Verbietet s\u00fcchtig machende Feeds.Das w\u00e4re ein Schritt zu mehr Selbstbestimmung im Netz. Und vielleicht auch ein Schritt zur\u00fcck zu einer politischen Debatte, in der nicht die gr\u00f6\u00dfte Emp\u00f6rung z\u00e4hlt, sondern wieder das bessere Argument.\u00c4hnliche Beitr\u00e4ge:Populismus w\u00e4chst dort, wo demokratische Politik sich selbst kleinmachtPopulismus macht uns nicht st\u00e4rker. Er macht uns \u00e4rmer.Abgeh\u00e4ngt in K\u00f6ln \u2013 Wenn die Postleitzahl entscheidet: Geht in diesen Hochh\u00e4usern die Demokratie kaputt?"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Verbietet s\u00fcchtig machende Feeds \u2013 nicht Social Media","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/verbietet-suechtig-machende-feeds-nicht-social-media\/#breadcrumbitem"}]}]