[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/viel-vermoegen-wenig-steuern-so-profitieren-super-reiche\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/viel-vermoegen-wenig-steuern-so-profitieren-super-reiche\/","headline":"Viel Verm\u00f6gen \u2013 wenig Steuern: So profitieren Super-Reiche","name":"Viel Verm\u00f6gen \u2013 wenig Steuern: So profitieren Super-Reiche","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Chanel-Erbe und Miteigent\u00fcmer G\u00e9rard Wertheimer. Die Heineken-Erbin Charlene de Carvalho-Heineken. Oder die drei Erben des Ikea-Gr\u00fcnders Ingvar Kamprad. Sie alle geh\u00f6ren zu den Reichsten der Schweiz. Laut dem Wirtschaftsmagazin Bilanz besitzen sie zusammen ein Verm\u00f6gen von \u00fcber 60 Milliarden Franken. 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Die Heineken-Erbin Charlene de Carvalho-Heineken. Oder die drei Erben des Ikea-Gr\u00fcnders Ingvar Kamprad. Sie alle geh\u00f6ren zu den Reichsten der Schweiz. Laut dem Wirtschaftsmagazin Bilanz besitzen sie zusammen ein Verm\u00f6gen von \u00fcber 60 Milliarden Franken. Heute m\u00fcssten sie kaum Steuern auf ihr Erbe zahlen. Das will die Erbschaftssteuer-Initiative der Juso \u00e4ndern.Sie fordert, dass ein Erbe oder eine Schenkung \u00fcber 50 Millionen Franken mit einem Steuersatz von 50 Prozent belegt wird. Eingesetzt werden sollen die Einnahmen laut Initiativtext f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Klimakrise sowie einen \u201esozial gerechten, \u00f6kologischen Umbau der Gesamtwirtschaft, insbesondere in den Bereichen der Arbeit, des Wohnens und der \u00f6ffentlichen Dienstleistungen\u201c. Dabei geht es um viel Geld: 97 Milliarden Franken wurden gesch\u00e4tzt im letzten Jahr vererbt oder verschenkt, ergab ein Bericht der Universit\u00e4t Lausanne im September.Doch es gibt Widerstand. Sollte das Volk zustimmen, denke sie an den Wegzug, drohte etwa Milliard\u00e4rin und SVP-Nationalr\u00e4tin Magdalena Martullo-Blocher. Die Familie Blocher geh\u00f6rt laut Bilanz zu den zehn Reichsten der Schweizer.Martullo-Blocher und Gegner der Initiative warnen vor Steuerausf\u00e4llen in Milliardenh\u00f6he, sollten Super-Reiche der Schweiz den R\u00fccken kehren. Bislang mit Erfolg: \u00dcber 60 Prozent der Bev\u00f6lkerung gaben in der j\u00fcngsten SRG-Umfrage an, gegen die Initiative zu stimmen. Sind die vor allem von SVP und FDP gesch\u00fcrten \u00c4ngste vor den massiven Steuerausf\u00e4llen gerechtfertigt?Tiefe Steuereinnahmen durch Super-ReicheDaten aus den vergangenen Jahren, die die WOZ bei allen kantonalen Steuer\u00e4mtern zusammengetragen und gemeinsam mit CORRECTIV.Schweiz ausgewertet hat, belegen: Nein.Tats\u00e4chlich machen die Einnahmen der Einkommens- und Verm\u00f6genssteuern durch Super-Reiche, die \u00fcber ein Verm\u00f6gen von mehr als 50 Millionen Franken verf\u00fcgen, in fast allen Kantonen und Gemeinden nur einen kleinen Anteil aus. In \u00fcber der H\u00e4lfte der Kantone, von denen Daten vorliegen, liegt der Anteil bei weniger als f\u00fcnf Prozent. In Freiburg ist der Anteil mit 0,9 Prozent am niedrigsten. Interessant ist etwa auch der Blick auf Glarus. Hier zahlen die Super-Reichen 5,5 Prozent der gesamten Steuereinnahmen. In absoluten Zahlen geht es um sieben Personen. Zusammen geben sie gerade mal sieben Millionen Franken ans Finanzamt ab. Schweizweit zahlten rund 2\u2019800 Super-Reiche mit einem Verm\u00f6gen \u00fcber 50 Millionen Franken Steuern. Das ist rund ein halbes Promille der 5,4 Millionen Steuerpflichtigen. Die richtig grossen Verm\u00f6gen liegen in der Hand eines winzigen Teils der hier lebenden Bev\u00f6lkerung. Und die zahlt vergleichsweise wenig Steuern.Die Konsequenz: Eine Annahme der Erbschaftssteuer-Initiative h\u00e4tte zumindest in gewissen Kantonen wohl kaum grosse Auswirkungen. Im Jura w\u00e4ren 7 Menschen betroffen, in Freiburg 12, in Schaffhausen 15 und in Neuenburg 16. Die wenigen potenziell Betroffenen beschweren sich daf\u00fcr umso lauter.SVP-Milliard\u00e4r zahlt gesch\u00e4tzt 4,2 PromilleEtwa der Milliard\u00e4r und ehemalige SVP-Nationalrat Peter Spuhler. Er w\u00e4re gezwungen auszuwandern, wenn die Initiative angenommen w\u00fcrde, sagte Spuhler bereits im Sommer letzten Jahres in der Sonntagszeitung. Da er die Anteile seiner Firmen, etwa als Hauptaktion\u00e4r des Konzerns Stadler Rail, sonst verkaufen m\u00fcsste. Einige Medien \u00fcbernahmen das unkritisch. Dabei k\u00f6nnte sein Wohnkanton wohl gut ohne seine Steuern auskommen, wie die vorliegenden Daten zeigen.Spuhler war 2021 einer von 81 Personen, die im Thurgau ein Verm\u00f6gen von \u00fcber 50 Millionen Franken besitzen. Diese Gruppe zahlte auf Stufe Kanton und Gemeinden insgesamt 62 Millionen Franken an Einkommens- und Verm\u00f6genssteuern, was rund f\u00fcnf Prozent der gesamten Einnahmen ausmacht. Unter den 81 Super-Reichen aus dem Thurgau ist der Unternehmer einer der Verm\u00f6gendsten.Laut Anfrage lebten 2021 unter zehn Milliard\u00e4rinnen und Milliard\u00e4re im Ostschweizer Kanton. Deshalb sch\u00e4tzen die WOZ und CORRECTIV.Schweiz Spuhlers Anteil an den 62 Millionen Franken Gemeinde- und Kantonssteuern auf h\u00f6chstens zehn Prozent. Das w\u00e4ren 6,2 Millionen Franken, was 4,2 Promille der gesamten Thurgauer Steuereinnahmen entspricht.Wie viele w\u00fcrden wegziehen?Es ist gut m\u00f6glich, dass Super-Reiche die Schweiz verlassen w\u00fcrden, wenn die von den Juso geforderte Erbschaftssteuer k\u00e4me. Jedoch weiss niemand genau, ob und wie viele es sein werden. Somit auch nicht, welche finanziellen Auswirkungen das h\u00e4tte.Eine Studie der gemeinn\u00fctzigen Organisation Oxfam zur Steuerflucht in Deutschland zeigt: Steuern zu sparen ist nicht alles. Laut ihr hielten soziale und politische Bindungen viele Reiche im Land.Diese Aussage unterst\u00fctzt Henley &amp; Partners, ein Beratungsunternehmen f\u00fcr Super-Reiche. Es bewirbt die Schweiz auf ihrer Webseite als Top-Destination. Auch wegen tiefen Steuern, doch zuvor wegen einer starken zukunftsorientierten Wirtschaft, hoher Lebensqualit\u00e4t, sowie hervorragender Infrastruktur und politischer Stabilit\u00e4t. All diese Werte blieben erhalten, Erbschaftssteuer hin oder her.So wenig zahlen PauschalbesteuerteEin weiterer Grund, warum die Schweiz f\u00fcr Verm\u00f6gende aus aller Welt so attraktiv ist, ist die Pauschalbesteuerung. Das best\u00e4tigt nicht zuletzt eine Studie der ETH vom vergangenen Jahr. Diese Sonderbehandlung erhalten verm\u00f6gende ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige, die einen Wohnsitz in der Schweiz haben, aber nicht hier arbeiten. Ihre Steuern werden nicht an ihrem Verm\u00f6gen oder Einkommen bemessen, sondern pauschal anhand einer Aufstellung der von ihnen j\u00e4hrlich weltweit get\u00e4tigten Ausgaben, auch f\u00fcr ihre Angeh\u00f6rigen. Ihr Verm\u00f6gen spielt dabei keine Rolle.Bei einer Annahme der Initiative m\u00fcssten sie die intransparente Verm\u00f6genssituation offenlegen, wie die Eidgen\u00f6ssische Steuerverwaltung gegen\u00fcber WOZ und CORRECTIV.Schweiz best\u00e4tigt. Nur so k\u00f6nne \u201edie neue Steuer auch korrekt veranlagt werden\u201c. Die Pauschalbesteuerung ist auch in einem internationalen Kontext zu sehen. Die Schweiz hilft damit ausl\u00e4ndischen Super-Reichen. Sie zahlen kaum Steuern auf gigantische Geldsummen und entziehen sie legal den Finanzbeh\u00f6rden ihrer Herkunftsl\u00e4nder. Die uns vorliegenden Daten zeigen: Besonders wohl f\u00fchlen sich die Pauschalbesteuerten in der Romandie und im Tessin. Rund 3\u2019900 Personen geh\u00f6ren dieser privilegierten Steuerklasse an, drei Viertel davon leben in der franz\u00f6sischen oder italienischen Schweiz. Die Sonderbehandlung f\u00fchrt zu absurd tiefen Steuereinnahmen, wie sich etwa im Wallis zeigt: Die 808 dort veranlagten Pauschalbesteuerten zahlen im Schnitt gerade einmal 100\u2019000 \u00adFranken an Steuern. Mit Abstand am wenigsten kostet es die 61 Verm\u00f6genden in Schwyz. Sie zahlen im Schnitt 30\u2019000 Franken.Besorgte \u201eFamilienunternehmen\u201cNebst der Sorge, dass die Super-Reichen das Land angeblich verlassen und so Steuern wegfallen w\u00fcrden, stehen sogenannte Familienunternehmen oder -betriebe im Fokus. Kaum einen Begriff nutzen die Gegnerin\u00adnen und Gegner der Erbschaftssteuer-Initiative h\u00e4ufiger. So schreibt etwa SVP-Nationalrat Mike Egger in einem Beitrag zur Kampagne, die Initiative gef\u00e4hrde vor allem Familienbetriebe. Viele von ihnen seien \u201ezwar auf dem Papier verm\u00f6gend\u201c, das Geld stecke aber in Immobilien, Maschinen oder Patenten. Eine Steuerforderung in Millionenh\u00f6he k\u00f6nne nur bezahlt werden, indem Anteile oder ganze Firmen verkauft w\u00fcrden.Mit dem g\u00e4ngigen Begriff \u201eFamilienunternehmen\u201c, in dem die ganze Familie mit anpackt, um \u00fcber die Runden zu kommen, haben die genannten Gegnerinnen und Gegner jedoch nichts zu tun. Es handelt sich dabei oft um Konzerne in Familienbesitz. Doch sie erwecken den Eindruck, dass auch kleine und mittlere Unternehmen betroffen w\u00e4ren. Eine Botschaft, die andere b\u00fcrgerliche Parteien und Wirtschaftsverb\u00e4nde unabl\u00e4ssig wiederholen.Initiiert wurden die Gegenkampagnen zur Erbschaftssteuer-Initiative von Economie Suisse, dem Dachverband der Schweizer Wirtschaft, dem Schweizerischen Gewerbeverband oder der Vereinigung Swiss Family Business. Letztere gr\u00fcndete etwa ein \u00fcberparteiliches Komitee gegen die Initiative mit Mitgliedern aus Parlamentsmitgliedern der SVP, FDP sowie Mitte-St\u00e4nderat Fabio Regazzi, GLP-St\u00e4nder\u00e4tin Tiana Angelina Moser und SP-St\u00e4nderat Daniel Jositsch.Regazzi, der Pr\u00e4sident des Schweizerischen Gewerbeverbands, sitzt zudem mit Milliard\u00e4rin Magdalena Martullo-Blocher im Vorstand der Vereinigung f\u00fcr die Familienunternehmen. Daneben Chefs von nationalen und weltweit t\u00e4tigen Bau-, Transport- oder L\u00fcftungsanlagen-Unternehmen, die mehrere Hundert Millionen bis Milliarden Franken im Jahr umsetzen.Vererbte UngleichheitDass ausgerechnet das Thema Erbschaftssteuer im Mittelpunkt steht, hat einen Grund: Erbschaften gelten als einer der gr\u00f6ssten Treiber der Verm\u00f6gens-Ungleichheit in der Schweiz. Die Kantone und Gemeinden haben ihre Erbschaftssteuern in den letzten 30 Jahren markant gesenkt, insbesondere durch die Abschaffung der Steuer f\u00fcr direkte Nachkommen. Die Kantone Schwyz und Obwalden haben sie gleich ganz abgeschafft. Pro vererbtem Franken zahlten Erben in den Neunzigerjahren 4,3 Rappen Steuern. Zwischen 2020 und 2022 waren es 1,5 Rappen, berechnete Marius Br\u00fclhart, Professor f\u00fcr Volkswirtschaft an der Universit\u00e4t Lausanne. Das sei ein Verlustgesch\u00e4ft f\u00fcr die Kantone.Erbschaftssteuern reduzieren also die Verm\u00f6gens-Ungleichheit. Und dass hohe Steuern nicht dazu f\u00fchren m\u00fcssen, dass Super-Reiche das Land verlassen, zeigte dieses Jahr ein Fall aus Deutschland: Die Erbinnen des Unternehmers Heinz Hermann Thiele mussten im April rund 4 Milliarden Euro Erbschaftssteuern zahlen \u2013 bei einem gesch\u00e4tzten Verm\u00f6gen von 15 Milliarden Euro. Die Zahlung der Erbschaftssteuer h\u00e4tte keine Auswirkungen auf die Liquidit\u00e4ts-Situation und Aussch\u00fcttungspolitik der Unternehmen gehabt, sagte die Familie der ARD. Fortgezogen sind die Erbinnen auch nicht. Die Familie lebt bis heute in Deutschland.Text &amp; Recherche: Sven Niederh\u00e4user, Jan Jir\u00e1t (WOZ), Enrico Kampmann (WOZ)Redaktion: Marc EngelhardtFaktencheck: Hanna Fr\u00f6hlichBild: Ivo MayrGrafiken: Sven Niederh\u00e4user, Philipp WaackKommunikation: Charlotte LiedtkeZur Quelle wechselnAuthor: Sven Niederh\u00e4user"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Viel Verm\u00f6gen \u2013 wenig Steuern: So profitieren Super-Reiche","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/viel-vermoegen-wenig-steuern-so-profitieren-super-reiche\/#breadcrumbitem"}]}]