Der äußere Grüngürtel, der 1. FC Köln und die Frage nach verlässlichen Sportflächen für Vereine sind seit Jahren ein politisch sensibles Thema. Es geht um Jugendsport, um Vereinsleben, um Frauen- und Mädchenfußball, aber auch um Naturschutz, Flächennutzung und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in politische Entscheidungen. Gerade deshalb braucht es bei diesem Thema mehr als gut gemeinte Formulierungen. Es braucht belastbare Zusagen, klare Zuständigkeiten und faire Lösungen für alle Beteiligten.
Aus diesem Grund halte ich die Entscheidung der Volt-Fraktion, den aktuellen SPD-Antrag zur Weiterentwicklung des Satellitenplatz-Modells abzulehnen, für richtig.
Dabei will ich ausdrücklich sagen: Der Antrag enthält gute Ansätze. Es ist positiv, dass die SPD nach den Vorschlägen von Volt ihren Antrag angepasst hat. Besonders wichtig ist aus meiner Sicht, dass künftig das Sportamt als neutraler Akteur über die Vergabe von Trainingszeiten entscheiden soll. Das kann helfen, die Interessen der Vereine transparenter und fairer abzuwägen. Ebenso richtig ist, dass Mädchen- und Frauenfußball besondere Beachtung finden sollen. Gerade in diesem Bereich gibt es weiterhin strukturelle Nachteile, die nicht einfach mit allgemeinen Absichtserklärungen gelöst werden.
Auch die Absicherung von Trainingszeiten während der Sanierung des Fort Deckstein ist ein wichtiger Punkt. Wer Jugendsport ernst nimmt, muss wissen: Trainingszeiten am Nachmittag sind kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche überhaupt regelmäßig Sport treiben können. Vereine brauchen Planungssicherheit. Eltern brauchen Verlässlichkeit. Kinder und Jugendliche brauchen erreichbare Angebote.
Trotzdem reicht das in der vorliegenden Form nicht aus.
Der Antrag bleibt an entscheidenden Stellen zu unspezifisch. Er formuliert Erwartungen, ohne ausreichend klarzumachen, wie diese praktisch, rechtlich und organisatorisch abgesichert werden sollen. Gerade beim Thema zusätzlicher Aufbauten an der Kampfbahn sehe ich ein erhebliches Risiko, dass Hoffnungen geweckt werden, die am Ende kaum erfüllbar sind. Politik sollte aber keine Erwartungen schüren, die später an der Realität scheitern. Das wäre weder fair gegenüber den Vereinen noch gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die eine ehrliche Abwägung erwarten dürfen.
Besonders bedauerlich finde ich, dass sich keine Mehrheit dafür gefunden hat, ökologische Kompensationsmaßnahmen in unmittelbarer Nähe verbindlich festzuschreiben. Wenn im Umfeld des äußeren Grüngürtels neue Belastungen entstehen oder bestehende Nutzungen ausgeweitet werden, darf Naturschutz nicht nur als nachträgliche Randnotiz behandelt werden. Ökologische Ausgleichsmaßnahmen müssen konkret, verbindlich und nachvollziehbar sein. Nur so kann ein tragfähiger Kompromiss entstehen, der Sport und Umwelt nicht gegeneinander ausspielt.
Genau darum geht es aus meiner Sicht: nicht um ein einfaches Ja oder Nein zum Sport, nicht um ein Ja oder Nein zum 1. FC Köln, sondern um die Qualität der politischen Lösung. Eine gute Lösung müsste den Vereinen mehr Sicherheit geben, die Interessen des Jugendsports stärken, Frauen- und Mädchenfußball ernsthaft fördern, ökologische Verantwortung verbindlich absichern und zugleich transparent darlegen, was tatsächlich umsetzbar ist.
Diesen Anspruch erfüllt der vorliegende SPD-Antrag aus meiner Sicht noch nicht.
Es gab gute Ansätze. Es gab auch Potenzial für eine sehr gute Lösung für alle. Dafür hätte es aber mehr Zeit, mehr Verbindlichkeit und mehr Bereitschaft gebraucht, auf alle Beteiligten ein Stück weit zuzugehen. In der jetzigen Form bleibt der Antrag zu vage und setzt an einigen Stellen auf Zusagen, deren Realisierbarkeit zumindest fraglich erscheint.
Deshalb ist die Ablehnung durch die Volt-Fraktion kein Zeichen gegen den Sport, sondern ein Zeichen für seriöse Politik. Wer gute Politik machen will, muss auch dann Nein sagen können, wenn ein Antrag gut klingt, aber in der Sache nicht ausreichend belastbar ist.
Köln braucht Lösungen, die funktionieren. Für die Vereine. Für den Jugendsport. Für den Mädchen- und Frauenfußball. Für den äußeren Grüngürtel. Und für eine Stadtpolitik, die Vertrauen nicht durch große Versprechen gewinnt, sondern durch klare, faire und verlässliche Entscheidungen.
