[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/was-die-afd-hamburg-weglaesst-wenn-sie-ueber-neubauten-fuer-gefluechtete-schreibt\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/was-die-afd-hamburg-weglaesst-wenn-sie-ueber-neubauten-fuer-gefluechtete-schreibt\/","headline":"Was die AfD Hamburg wegl\u00e4sst, wenn sie \u00fcber Neubauten f\u00fcr Gefl\u00fcchtete schreibt","name":"Was die AfD Hamburg wegl\u00e4sst, wenn sie \u00fcber Neubauten f\u00fcr Gefl\u00fcchtete schreibt","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Die AfD Hamburg kritisiert in einem Video auf Tiktok, Facebook und Instagram das Bauprojekt \u201eIn Zukunft wohnen\u201c im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. Dort seien 107 Wohnungen f\u00fcr Schutzsuchende und Wohnungslose entstanden, hei\u00dft es. 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Dort seien 107 Wohnungen f\u00fcr Schutzsuchende und Wohnungslose entstanden, hei\u00dft es. Die AfD sieht in dem Projekt \u201eGratis-Wohnungen f\u00fcr illegal Eingereiste\u201c und \u201efeinste Wohnungen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge\u201c, die sich deutsche Steuerzahler \u201enie leisten k\u00f6nnten\u201c.\u00a0Dass die Wohnungen nach einer \u00dcbergangsphase allen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern offenstehen, auch solchen, die in einer Notlage sind, erg\u00e4nzt die Partei dann lediglich im Beschreibungstext des Videos. Was aus dem Beitrag gar nicht hervorgeht: Schon jetzt wird ein Teil der Wohnungen regul\u00e4r vermietet.\u00a0Auf Instagram bekam die AfD Hamburg f\u00fcr ihren Beitrag rund 16.000 Likes (Quelle: AfD Hamburg \/ Instagram; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Video zeigt Neubauviertel BahrenfeldEine Stichwortsuche mit den Informationen aus dem Video f\u00fchrt uns zu dem Projekt, um das es geht, dar\u00fcber hatte etwa der NDR Ende Januar 2025 in einem Artikel berichtet.Daraus geht hervor, dass die technischen Angaben in den Videos richtig sind: Das st\u00e4dtische Unternehmen \u201eF\u00f6rdern und Wohnen\u201c baute an der Wichmannstra\u00dfe in Hamburg-Bahrenfeld sechs Geb\u00e4ude auf einem ehemaligen Sportplatz. Nach Einw\u00e4nden von Anwohnenden, die weniger und niedrigere Geb\u00e4ude gefordert hatten, wurde das Neubauprojekt verkleinert. Die Geb\u00e4ude wurden nun drei- bis viergeschossig gebaut, statt f\u00fcnfst\u00f6ckig, wie urspr\u00fcnglich geplant.\u00a0Insgesamt sollen aktuell im gr\u00f6\u00dften Teil der 107 Wohnungen bis zu 370 Menschen unterkommen, die wohnungslos oder Schutz suchen. Auf Anfrage schrieb uns die Hamburger Sozialbeh\u00f6rde: \u201eZum Stichtag 31. M\u00e4rz 2026 waren 67 der 82 aktuell f\u00fcr die Unterbringung genutzten Wohnungen belegt. Insgesamt lebten dort 268 Personen, davon 231 Zugewanderte und 37 wohnungslose Menschen.\u201c Bei den Schutzsuchenden handele es sich um 217 Asylsuchende und 14 Schutzsuchende aus der Ukraine.18 Wohnungen seien hingegen schon jetzt in die regul\u00e4re Vermietung \u00fcberf\u00fchrt worden, davon seien 13 bereits vermietet.AfD versucht Fl\u00fcchtlinge gegen Einheimische auszuspielenDie AfD nutzt das Bauprojekt, um Fl\u00fcchtlinge und Einheimische gegeneinander auszuspielen. Die einen bek\u00e4men, was die anderen sich niemals leisten k\u00f6nnten. Dass das nicht stimmt, gesteht die Partei in ihrem Beitrag selbst ein, denn alle Sozialwohnungen sollen, wie bereits erw\u00e4hnt, in regul\u00e4re Mietwohnungen umgewandelt werden und auch Menschen mit einem dringenden Bedarf f\u00fcr eine Wohnung oder Wohnungslosen zur Verf\u00fcgung stehen. Dazu waren zum Zeitpunkt der Video-Ver\u00f6ffentlichung bereits 13 Wohnungen auf dem regul\u00e4ren Mietmarkt. Auf unsere Anfrage an die AfD Hamburg, warum diese Informationen im Beitrag fehlen, antwortete sie inhaltlich nicht.Wir haben uns bei der Hamburger Sozialbeh\u00f6rde erkundigt, zu welchen Bedingungen Menschen in den Unterk\u00fcnften leben k\u00f6nnen, sobald die Wohnungen regul\u00e4r vermietet werden. Die Sozialbeh\u00f6rde schrieb uns: \u201eBei dem Projekt handelt es sich um gef\u00f6rderte Wohnungen mit klaren Mietpreis- und Belegungsbindungen. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum f\u00fcr Haushalte mit geringeren Einkommen bereitzustellen und zugleich den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. F\u00fcr bereits vermietete Wohnungen liegt die Miete bei 7,10 Euro pro Quadratmeter und entspricht damit der festgelegten Bewilligungsmiete.\u201cInsgesamt ziele das Bauprojekt darauf ab, Wohnraum f\u00fcr besonders vulnerable Gruppen zu schaffen, die sonst gro\u00dfe Schwierigkeiten h\u00e4tten, auf dem Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden: \u201eDazu z\u00e4hlen insbesondere vordringlich wohnungssuchende Haushalte, Gefl\u00fcchtete mit Wohnberechtigung, wohnungslose Menschen sowie Haushalte, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Die Auswahl der Bewohnerschaft erfolgt durch die zust\u00e4ndigen Fachstellen und ber\u00fccksichtigt sowohl individuelle Bedarfe als auch Aspekte einer stabilen sozialen Einbindung in das jeweilige Quartier. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer ausgewogenen sozialen Durchmischung\u201c, schreibt uns die Sozialbeh\u00f6rde.Wer in Hamburg einen Dringlichkeitsschein bekommen kannIn die Wohnungen einziehen k\u00f6nnen Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein oder eine Dringlichkeitsbest\u00e4tigung besitzen. Das ist, wie die Stadt Hamburg erkl\u00e4rt, eine Bescheinigung, die es Menschen erlaubt, eine Sozialwohnung zu beziehen. In der Regel sei so eine Berechtigung f\u00fcr zwei Jahre g\u00fcltig.Wer einen Wohnberechtigungsschein f\u00fcr eine Sozialwohnung bekommen m\u00f6chte, muss\u00a0 nachweisen, dass sein Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Dazu schreibt die Stadt Hamburg: \u201eIm 1. F\u00f6rderweg [\u2026] liegt die Grenze f\u00fcr Alleinstehende bei 19.200 Euro netto im Jahr. Dies entspricht einem Bruttojahreseinkommen von ca. 28.600 Euro. F\u00fcr einen Zweipersonenhaushalt liegt die Einkommensgrenze im 1. F\u00f6rderweg grunds\u00e4tzlich bei 28.800 Euro netto im Jahr. Dies entspricht einem Bruttojahreseinkommen von ca. 42.300 Euro. F\u00fcr jede weitere Person erh\u00f6ht sich die Nettogrenze um rund 8.100 Euro, was etwa 11.600 Euro brutto entspricht.\u201cEin Dringlichkeitsschein hingegen ist eine Bescheinigung f\u00fcr Menschen, die \u201esich unverschuldet in einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Lebens- und Wohnsituation befinden und Unterst\u00fctzung bei der Wohnungssuche ben\u00f6tigen\u201c, so die Stadt auf ihrer Informationsseite. Dazu geh\u00f6ren \u201evon Wohnungslosigkeit bedrohte Personen, Haushalte in unzureichenden Wohnverh\u00e4ltnissen, Schwerbehinderte, kranke oder \u00e4ltere Personen, Haftentlassene oder auch R\u00e4umungspflichtige.\u201c Die genauen Bedingungen f\u00fcr einen Dringlichkeitsschein stehen in einer sogenannten Fachanweisung.\u00a0Im Mai und September 2025 berichteten der NDR und die Taz nach einer gro\u00dfen Anfrage der Partei Die Linke im Hamburger Senat, dass in Hamburg zwar 16.148 Haushalte als dringend berechtigt gelten w\u00fcrden, allerdings nur jeder sechste Haushalt eine Sozialwohnung bekommen habe.\u00a0Gefl\u00fcchtetenunterk\u00fcnfte werden immer wieder f\u00fcr Hass und Hetze genutztDer Bau von Unterk\u00fcnften f\u00fcr Gefl\u00fcchtete wird online immer wieder genutzt, um Stimmung zu machen und zu hetzen. So hie\u00df es \u00fcber eine Unterkunft in S\u00f6mmerda im August 2022, die Polizei habe Superm\u00e4rkte in der Umgebung angewiesen, keine Ladendiebst\u00e4hle durch Fl\u00fcchtlinge zu melden und stattdessen einfach eine Rechnung zu stellen. Eine Behauptung, die sich als erfunden herausstellte. Im Juli 2023 behauptete ein Tiktok-Nutzer, Deutschland bezahle eine Fl\u00fcchtlingsunterkunft mit Blick auf die Ostsee in Danzig. Auch das war frei erfunden, ein entsprechendes Video zeigt stattdessen ein Haus auf Mallorca.\u00a0Ebenfalls 2023 hie\u00df es \u00fcber ein Neubauprojekt in Willich, die Stadt baue lediglich neuen Wohnraum f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, aber nicht f\u00fcr Einheimische. Das war ebenfalls falsch. Die Stadt teilte CORRECTIV.Faktencheck damals mit, man halte die menschenw\u00fcrdige Unterbringung f\u00fcr \u201ewichtige und moralisch absolut gegebene Aufgabe\u201c.\u00a0Update, 29. April 2026: Die AfD Hamburg antwortet nach dem Erscheinen des Faktenchecks auf unsere Presseanfrage, nahm jedoch keine Stellung zu den Inhalten. Wir haben das durch eine Erg\u00e4nzung deutlich gemacht.Redigatur: Max Bernhard, Gabriele ScherndlDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Artikel von F\u00f6rdern und Wohnen, \u201eIn Zukunft Wohnen: Unterkunft in Bahrenfeld er\u00f6ffnet\u201c, 27. Januar 2025: Link (archiviert)Informationsseite der Stadt Hamburg zu gef\u00f6rdertem Wohnraum: Link (archiviert)CORRECTIV im PostfachLesen Sie von Macht und Missbrauch. Aber auch von Menschen und Momenten, die zeigen, dass wir es als Gesellschaft besser k\u00f6nnen. T\u00e4glich im CORRECTIV Spotlight.Zur Quelle wechselnAuthor: Matthias Bau"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Was die AfD Hamburg wegl\u00e4sst, wenn sie \u00fcber Neubauten f\u00fcr Gefl\u00fcchtete schreibt","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/was-die-afd-hamburg-weglaesst-wenn-sie-ueber-neubauten-fuer-gefluechtete-schreibt\/#breadcrumbitem"}]}]