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title: "Wohnungsnot in Köln: Kreuzfeld muss endlich gebaut werden"
url: https://www.bachhausen.de/wohnungsnot-in-koeln-kreuzfeld-muss-endlich-gebaut-werden/
date: 2026-07-22
modified: 2026-07-22
author: "Dirk Bachhausen"
description: "Die Mieten in Köln sind innerhalb eines Jahres um fast acht Prozent gestiegen. Damit verzeichnet Köln nach aktuellen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft den stärksten Mietanstieg unter den deutschen..."
categories:
  - "Meinung"
  - "Stadtbezirk Chorweiler"
tags:
  - "endlich"
  - "gebaut"
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  - "wohnungsnot"
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# Wohnungsnot in Köln: Kreuzfeld muss endlich gebaut werden

Die Mieten in Köln sind innerhalb eines Jahres um fast acht Prozent gestiegen. Damit verzeichnet Köln nach aktuellen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft den stärksten Mietanstieg unter den deutschen Großstädten. Diese Entwicklung ist alarmierend, aber sie kommt nicht überraschend: Die Nachfrage nach Wohnraum wächst, während viel zu wenige neue und bezahlbare Wohnungen entstehen.

Als Landtagskandidat dränge ich deshalb darauf, dass das neue Stadtviertel Kreuzfeld im Kölner Norden endlich gebaut wird. Köln kann es sich nicht länger leisten, wichtige Wohnungsbauprojekte über Jahre und Jahrzehnte zu verschleppen.

## Hohe Mieten sind eine soziale und wirtschaftliche Gefahr

Die Wohnungsnot betrifft längst nicht mehr nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Familien, Auszubildende, Studierende, Pflegekräfte, Handwerkerinnen und Handwerker sowie viele Beschäftigte mit mittleren Einkommen haben zunehmend Schwierigkeiten, in Köln eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Besonders problematisch ist, dass hohe Neuvertragsmieten den gesamten Wohnungsmarkt blockieren. Viele ältere Menschen würden möglicherweise gerne aus einer großen in eine kleinere Wohnung ziehen. Sie bleiben jedoch in ihrer bisherigen Wohnung, weil eine kleinere neu angemietete Wohnung teilweise teurer wäre. Gleichzeitig finden junge Familien nicht den Platz, den sie benötigen.

So entsteht ein festgefahrener Wohnungsmarkt, auf dem kaum noch Wohnungen frei werden. Wer umziehen muss, wird mit immer höheren Preisen konfrontiert.

## Kreuzfeld darf nicht länger auf dem Papier bleiben

Bereits 2016 wurden die politischen Weichen für Kreuzfeld als neues Kölner Veedel gestellt. Dennoch ist ein Baubeginn bis heute nicht absehbar. Zehn Jahre Planung ohne sichtbaren Fortschritt sind angesichts der dramatischen Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht akzeptabel.

Kreuzfeld muss jetzt mit höchster Priorität vorangetrieben werden. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viele Wohnungen zu errichten. Es müssen unterschiedliche Wohnformen und Preissegmente entstehen: geförderte Wohnungen, bezahlbare Mietwohnungen, familiengerechter Wohnraum, barrierefreie Angebote sowie Möglichkeiten zur Eigentumsbildung.

Natürlich wird Kreuzfeld die Kölner Wohnungskrise nicht allein lösen. Aber jedes größere Baugebiet, das nicht realisiert wird, verschärft die Knappheit. Wer mehr bezahlbaren Wohnraum will, darf große Wohnungsbauprojekte nicht jahrelang durch komplizierte Verfahren, widersprüchliche Vorgaben und politische Unentschlossenheit ausbremsen.

Wir brauchen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, verlässliche Entscheidungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Land, Wohnungswirtschaft und gemeinwohlorientierten Bauträgern.

## Bezahlbares Wohnen muss Vorrang vor Prestigeprojekten haben

Die steigenden Bau- und Finanzierungskosten machen neue Wohnungen bereits heute teuer. Gleichzeitig stehen nur begrenzte Flächen, Fachkräfte, Planungskapazitäten und öffentliche Mittel zur Verfügung. Diese Ressourcen müssen vorrangig für die Aufgaben eingesetzt werden, die für die Menschen in Köln am dringendsten sind.

Dazu gehört an erster Stelle der Wohnungsbau.

Deshalb lehne ich eine Bewerbung Kölns um Olympische Spiele entschieden ab. Ein solches Großereignis würde aus meiner Sicht enorme finanzielle, personelle und planerische Kapazitäten binden. Flächen, Bauunternehmen, Verwaltungsmitarbeiter und öffentliche Investitionen würden für Sportstätten, Veranstaltungsorte, Sicherheitskonzepte und begleitende Infrastruktur benötigt.

Genau diese Ressourcen fehlen dann beim Bau von Wohnungen, Schulen, Kindertagesstätten und einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur.

Für eine Stadt mit einer derart angespannten Wohnraumsituation wäre Olympia kein Zukunftsprojekt, sondern ein Prestigeprojekt auf Kosten der dringendsten sozialen Aufgaben. Besonders für den Kölner Wohnungsmarkt könnte eine Bewerbung größtmöglichen Schaden verursachen: zusätzliche Nachfrage, eine weitere Verknappung von Baukapazitäten und steigender Druck auf Mieten und Grundstückspreise.

## Sozialwohnungen dauerhaft sichern

Hinzu kommt, dass in Köln immer mehr öffentlich geförderte Wohnungen aus der Mietpreisbindung fallen. Neue Förderungen reichen bislang nicht aus, um diesen Verlust auszugleichen. Deshalb genügt es nicht, lediglich neue Bindungen für 25 oder 30 Jahre zu schaffen. Wir brauchen deutlich mehr dauerhaft bezahlbaren Wohnraum.

Öffentliche Grundstücke sollten grundsätzlich nicht an den Höchstbietenden verkauft werden. Sie sollten bevorzugt in Erbpacht an städtische Gesellschaften, Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Bauträger vergeben werden. So kann die öffentliche Hand langfristig Einfluss auf die Nutzung und die Mietpreise behalten.

Auch bei Kreuzfeld muss von Beginn an sichergestellt werden, dass ein erheblicher Anteil der Wohnungen dauerhaft bezahlbar bleibt. Ein neues Veedel darf nicht zu einem Quartier werden, das sich nur Menschen mit hohen Einkommen leisten können.

## Köln muss sich entscheiden

Die Kölner Wohnungskrise ist nicht das Ergebnis eines einzelnen Fehlers. Hohe Baukosten, langsame Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen, auslaufende Sozialbindungen und jahrelang verzögerte Großprojekte wirken zusammen. Umso wichtiger ist es, klare Prioritäten zu setzen.

**Meine Position ist eindeutig: Kreuzfeld muss endlich gebaut werden. Bezahlbarer Wohnraum, Schulen, Kindertagesstätten und eine leistungsfähige Infrastruktur müssen Vorrang haben. Köln braucht keine milliardenschweren Prestigeprojekte, sondern eine Politik, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert.**

Wohnraum ist keine Nebensache. Wohnraum ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Wer die Mieten stabilisieren und Familien eine Zukunft in Köln ermöglichen will, muss jetzt bauen – und darf die vorhandenen Kräfte nicht für Olympia verschwenden.