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Zuhören statt wegschauen: Zwei Tage bei der Kölner Bahnhofsmission

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Man darf nicht nur über Menschen reden. Man muss mit ihnen reden, wenn man ihre Probleme verstehen und wirksame Hilfe ermöglichen will. Deshalb werde ich in dieser Woche zwei Tage bei der Kölner Bahnhofsmission hospitieren. Ich möchte mitarbeiten, zuhören und erfahren, was Menschen in schwierigen Lebenslagen brauchen – und wo Politik genauer hinschauen muss.

Als Landtagskandidat möchte ich meine politische Arbeit an den Erfahrungen der Menschen ausrichten. Dazu gehört, dorthin zu gehen, wo Not sichtbar wird. Und dazu gehört die Bereitschaft, die eigenen Vorstellungen hinterfragen zu lassen.

Wer Menschen helfen will, muss ihre Geschichte kennenlernen

Hinter jedem Menschen, der auf der Straße lebt oder Unterstützung sucht, steht eine persönliche Geschichte. Diese lässt sich nicht mit einem schnellen Blick im Vorbeigehen erfassen. Was hat jemanden in diese Situation gebracht? Welche Unterstützung fehlt? Welche Hürden stehen einem Weg aus der Not entgegen?

Ich möchte während meiner Hospitation besser verstehen, welche Antworten die Betroffenen selbst darauf geben. Ebenso wichtig sind mir die Erfahrungen der Menschen, die bei der Bahnhofsmission arbeiten und sich dort engagieren. Was hilft im Alltag? Wo stoßen sie an Grenzen? Und welche politischen Veränderungen würden ihre Arbeit erleichtern?

Zwei Tage werden dafür nicht alle Antworten liefern. Aber sie sind eine Gelegenheit, genauer hinzuhören und dazuzulernen.

Menschen brauchen Hilfe und Respekt

Wer als Oberbürgermeister durch die Stadt geht, sollte sich daran messen lassen, ob sich die Lebenssituation der Menschen verbessert. Zwei obdachlose Menschen auf einer Bank zu wecken und wegzuschicken und darüber auch noch ein Instagram-Video zu machen … Die Not verschwindet schließlich nicht, nur weil die Betroffenen anschließend woanders sitzen. Oder wie der Ex-Afd Man Torsten Ilg (KSG) meint, diese per App melden können zu müssen…

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Mich interessiert, wie wir Ursachen angehen und konkrete Hilfe ermöglichen. Menschen in einer Notlage dürfen nicht zur Kulisse politischer Selbstdarstellung werden. Sie haben Anspruch auf Würde, Respekt und darauf, dass ihre Perspektive gehört wird.

Politik muss zuhören und Konsequenzen ziehen

Für mich gehört zu verantwortlicher Politik, sich ernsthaft mit Lebenswirklichkeiten auseinanderzusetzen, die im politischen Alltag zu oft auf Schlagworte reduziert werden. Dazu braucht es persönliche Begegnungen und die Bereitschaft, auch unbequeme Erfahrungen anzuhören.

Mit dieser Haltung gehe ich in meine Hospitation bei der Kölner Bahnhofsmission: Ich möchte lernen, mit anpacken und Anregungen für meine politische Arbeit mitnehmen. Mein Dank gilt den Menschen, die mir diesen Einblick ermöglichen – und allen, die sich dort für andere einsetzen.

Ob Politik etwas bewirkt, zeigt sich daran, ob Hilfe tatsächlich ankommt. Daran möchte ich meine Arbeit messen lassen.

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