[{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"NewsArticle","@id":"https:\/\/www.bachhausen.de\/zustand-des-great-barrier-reefs-schwankt-stark\/#NewsArticle","mainEntityOfPage":"https:\/\/www.bachhausen.de\/zustand-des-great-barrier-reefs-schwankt-stark\/","headline":"Zustand des Great Barrier Reefs schwankt stark","name":"Zustand des Great Barrier Reefs schwankt stark","description":"Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck \/ Zur Quelle wechseln Klima Zustand des Great Barrier Reefs schwankt stark Im Oktober 2025 hie\u00df es auf X, dem Great Barrier Reef, an der Nordostk\u00fcste Australiens, gehe es so gut wie nie. Doch die Daten, auf die sich die Behauptung st\u00fctzt, sind veraltet. 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Doch die Daten, auf die sich die Behauptung st\u00fctzt, sind veraltet. Wir zeigen, wie es aktuell um das Korallenriff und dessen Zukunft steht.                     von                                Matthias Bau30. Januar 2026                                Luftaufnahme von Teilen des Great Barrier Reefs in der N\u00e4he der Whitsunday Islands (Foto: Marco Brivio \/ Zoonar \/ Picture Alliance)                                        Behauptung                    Dem Korallenriff Great Barrier Reef vor Australien gehe es \u201eblendend\u201c. Medienberichte \u00fcber den Zustand des Riffs, die etwas anderes behaupteten, seien falsch oder \u00fcbertrieben.                        Aufgestellt von: Beitr\u00e4gen in Sozialen Netzwerken                            Datum:                13.10.2025                                Quelle                            Bewertung                                Fehlender Kontext                                            \u00dcber diese Bewertung                            Fehlender Kontext. Die Beitr\u00e4ge st\u00fctzen sich auf veraltete Daten. Das Great Barrier Reef war in der Vergangenheit immer wieder von Korallenbleichen betroffen. Davon konnte es sich zwar erholen, doch sein Zustand ist instabil. Das liegt auch an einer zwar schnell wachsenden, aber empfindlichen Korallenart.    Das Great Barrier Reef vor der Nordostk\u00fcste Australien erregt als Gradmesser des Klimawandels immer wieder mediale Aufmerksamkeit. Im Februar 2024 nannte die FAZ das von der Unesco als Weltkulturerbe gef\u00fchrte Riff den \u201esensibelsten Indikator f\u00fcr die Umwelts\u00fcnden der Menschheit\u201c. Die Tagesschau berichtete im Oktober 2025 von einer \u201eRekord-Korallenbleiche\u201c, die zum Absterben von Korallen f\u00fchren kann.Auf X wird hingegen in mehreren Beitr\u00e4gen behauptet, dass Medien und Klimasch\u00fctzer l\u00fcgen w\u00fcrden und den Zustand der Riffe \u00fcberdramatisieren oder falsch darstellen. Dem Riff gehe es \u201ebestens\u201c oder es w\u00fcrde \u201ein Wahrheit\u201c wachsen, hei\u00dft es. Belegen soll das eine Grafik, die zeigt, wie sich der Korallenbewuchs am Great Barrier Reef seit 1986 entwickelt \u2013 doch sie ist veraltet, wie unser Faktencheck zeigt. Die Beitr\u00e4ge von Oktober 2025 erhielten seitdem dennoch mehr als hunderttausende Ansichten. Verbreitet wurde sie unter anderem von Markus Krall, Medienberichten zufolge Verbreiter von rechten Thesen und Untergangsprophezeiungen.Auf X verbreitet sich im Oktober 2025 eine Grafik \u00fcber den Zustand des Great Barrier Reefs, die eigentlich bereits 2024 erstellt wurde. Sie ist veraltet, der Zustand des Riffs hat sich deutlich verschlechtert. (Quelle: X; Screenshot: CORRECTIV.Faktencheck)Grafik auf X fehlen aktuelle Daten zum Zustand des Great Barrier ReefsZun\u00e4chst: Die Grafik und ein Begleittext darunter, die im Oktober 2025 im deutschsprachigen Raum verbreitet wurden, stammen von dem englischsprachigen Autor Bjorn Lomborg aus D\u00e4nemark. Er hatte die Grafik offenbar selbst mit damals verf\u00fcgbaren Daten erstellt und am 6. Juli 2024 auf X ver\u00f6ffentlicht. Er schrieb dazu: \u201eDem Great Barrier Reef geht es heute besser als je zuvor\u201c \u2013 das passe nicht zu den jahrealten \u201eSchreckgeschichten\u201c, das Riff w\u00fcrde verschwinden.\u00a0Lomborg ver\u00f6ffentlichte als Autor mehrere B\u00fccher, darunter zum Beispiel \u201eSkeptischer Umweltsch\u00fctzer\u201c (\u201eSkeptical Environmentalist\u201c), und wird auch in Medienberichten von Welt und FAZ zitiert. Der Guardian berichtete im Dezember 2021 \u00fcber Forschende, die Lomborg einen selektiven Umgang mit ihren Studienergebnissen vorwarfen. Die London School of Economics and Political Science bezichtigte Lomborg mehrfach der Verbreitung von Falschbehauptungen.Wir haben uns an das Australian Institute of Marine Science (AIMS) gewandt, das den Zustand des Riffs beobachtet und auf dessen Daten die Grafik verweist. Unsere Recherche zeigt: Das Great Barrier Reef war zwar im Jahr 2024 stark mit Korallen bewachsen, doch das ist auf eine Korallenart zur\u00fcckzuf\u00fchren, die durch verschiedene Faktoren besonders schnell absterben kann. Das AIMS hatte in seinem Bericht von August 2024 darauf hingewiesen, dass eine Hitzewelle bevorstehe, die dieses Absterben mit sich bringen w\u00fcrde \u2013 und dazu kam es auch.\u00a0Australian Institute of Marine Science beobachtet Great Barrier Reef seit 39 JahrenDer Bericht des AIMS erschien am 6. August 2025. Darin berichtet das Institut \u00fcber den Zustand des n\u00f6rdlichen, des zentralen und des s\u00fcdlichen Bereichs des Riffs zwischen August 2024 und M\u00e4rz 2025. Insgesamt, so teilte uns das AIMS auf Anfrage mit, bestehe das Great Barrier Reef aus fast 3.000 Riffen. Der Bericht beschreibt die Dichte des Korallenbewuchess der Riffe (\u201ecoral cover\u201c) und Sch\u00e4den an diesen.\u00a0Als Gefahr f\u00fcr das Riff werden dabei in dem Bericht Hitzeperioden und St\u00fcrme genannt, aber auch der sogenannte Dornenkronenseestern, der sich von bestimmten Korallenarten ern\u00e4hrt. Als m\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr ein st\u00e4rkeres Vorkommen der Seesterne nennt das AIMS eine gr\u00f6\u00dfere Verf\u00fcgbarkeit von N\u00e4hrstoffen \u2013 vor allem Algen \u2013 durch dichtere Besiedlung der K\u00fcstengebiete, und den Verlust an R\u00e4ubern durch \u00dcberfischung, die die Seesternlarven fressen. Genau verstanden sind diese Dynamiken aber noch nicht.Ein Dornenkronenseestern frisst eine Steinkoralle (Foto: Reinhard Dirscherl \/ Imagebroker \/ Picture Alliance)Lomborgs Diagramm auf X soll die Dichte des Korallenbewuchses des gesamten Great Barrier Reefs seit dem Jahr 1986 in Prozent zeigen, wie aus der Beschriftung der Achsen hervorgeht. Lomborg schreibt zudem im Text unter der Grafik, dass das AIMS seit 2020 keinen Index zum Gesamtzustand des Korallenriffs mehr ver\u00f6ffentliche. Er habe die Grafik daher selbst erstellt.\u00a0Das AIMS teilte uns dazu mit, dass man in den j\u00e4hrlichen Berichten dazu \u00fcbergegangen sei, \u00fcber die drei verschiedenen Regionen des Riffs separat zu berichten, da sich diese klimatisch und in den Risikobedingungen f\u00fcr die Korallen unterscheiden w\u00fcrden. Im Folgenden zeigen wir die aktuellen Grafiken zum Zustand der drei Riffregionen:Aus den Daten geht hervor, dass im n\u00f6rdlichen und im zentralen Bereich des Great Barrier Reefs zwar Verluste beim Korallenbewuchs zu verzeichnen waren, diese jedoch dichter bewachsen sind als in den Vorjahren. Einzig im s\u00fcdlichen Bereich des Riffs stellt sich die Situation anders dar.Insgesamt, so bilanziert das AIMS in seiner Nachricht an uns, seien in zwei der drei Regionen innerhalb eines Jahres so viele Korallen auf einmal abgestorben, wie noch nie in den letzten 39 Jahren. Als Gr\u00fcnde daf\u00fcr f\u00fchrt das AIMS durch den Klimawandel verursachten Hitzestress bei den Korallen, Wirbelst\u00fcrme und Sch\u00e4den durch Dornenkronenseesterne an.Great Barrier Reef ist durch neue Korallenart starken Schwankungen unterworfenDennoch, so schreibt das AIMS weiter, hei\u00dft das nicht, dass es dem Riff so schlecht gehe wie noch nie. Der Rekordverlust an Korallen stehe dem hohen Neubewuchs in den letzten Jahren gegen\u00fcber, sodass die Korallendichte jetzt in etwa dem langj\u00e4hrigen Mittel in jeder der drei Regionen entspr\u00e4che.Diese starken Schwankungen seien vor allem auf eine bestimmte, schnell wachsende Korallenart zur\u00fcckzuf\u00fchren, die sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf dem Riff verbreitet habe: die sogenannte Tischkoralle (Acropora).Im Great Barrier Reef verbreitet sich seit einigen Jahren die sogenannte Tischkoralle. Das Foto zeigt ein Riff bei Papua Neuguinea (Foto: Reinhard Dirscherl \/ Imagebroker \/ Picture Alliance)Die Acropora wachse zwar schnell, so das AIMS, aber sie sei auch anf\u00e4llig f\u00fcr Sturmsch\u00e4den und die sogenannte Korallenbleiche. Dabei sto\u00dfen die Korallen die Mikroalgen, mit denen sie in einer Symbiose leben, ab. Das geschieht, wenn sie auf Dauer zu gro\u00dfer W\u00e4rme ausgesetzt sind. Die Algen verleihen den Korallen ihre Farbe, werden sie abgesto\u00dfen, ist die Koralle wei\u00df. Sinkt die Umgebungstemperatur nicht schnell genug wieder, sterben die Korallen ab. Die Max-Planck-Gesellschaft berichtete im April 2024, dass es bisher weltweit vier Massenkorallenbleichen gab: 1998, 2010, von 2014 bis 2017 und Anfang 2023. Laut AIMS war das Great Barrier Reef allein seit 2016 sechs Mal von einer Massenkorallenbleiche betroffen.Fazit: Wie sehr das Great Barrier Reef in seinen verschiedenen Regionen mit Korallen bewachsen ist, schwankt stark. Ein vor\u00fcbergehender H\u00f6chststand der Korallendichte in 2024 zeigt also weder, dass der Klimawandel von Forschenden \u00fcbertrieben dargestellt wird, noch dass sich \u00d6kosysteme wie Korallenriffe von alleine anpassen k\u00f6nnen. Das AIMS sieht die Schwankungen als Zeichen daf\u00fcr, dass das Riff insgesamt instabiler geworden ist und in Zukunft weitere Sch\u00e4den durch Hitzestress in Folge des Klimawandels davontragen kann. Es sei daher wichtig, klimasch\u00e4dliche Emissionen zu reduzieren und Wege zu finden, um es den Riffen zu erm\u00f6glichen, sich an den Klimawandel und dessen Folgen anzupassen.Redigatur: Sara Pichireddu, Sarah ThustDie wichtigsten, \u00f6ffentlichen Quellen f\u00fcr diesen Faktencheck:Bericht des Australian Institute of Marine Science, Great Barrier Reef Annual Summary Report Coral Reef Condition 2024\/2025, vom 6. August 2025: Link (Englisch, archiviert)Zur Quelle wechselnAuthor: Sarah Thust"},{"@context":"https:\/\/schema.org\/","@type":"BreadcrumbList","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Zustand des Great Barrier Reefs schwankt stark","item":"https:\/\/www.bachhausen.de\/zustand-des-great-barrier-reefs-schwankt-stark\/#breadcrumbitem"}]}]