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Villa Afra erhalten: Warum Köln ein Angebot zur Haushaltsentlastung ernst nehmen sollte

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Die Villa Afra in Poll, ein hist. Schießstand und queerer Schutzraum, soll nach dem Willen der Stadtverwaltung abgerissen werden. Die St. Sebastianus- & Afra Schützenbruderschaft Köln von 2012 e.V. hat dazu eine konkrete Alternative vorgelegt: Sie möchte die Anlage für weitere fünf Jahre pachten, dafür Pacht zahlen und sämtliche Grundbesitzabgaben sowie die vertraglich vereinbarten laufenden Kosten übernehmen.

Als Landtagskandidat von Volt unterstütze ich dieses Anliegen. Wer bereit ist, Verantwortung für einen Ort zu übernehmen und zugleich zur Entlastung des städtischen Haushalts beizutragen, verdient eine ernsthafte Prüfung seines Angebots.

Nach Schätzung der Bruderschaft wird die Stadt durch das vorgeschlagene Modell über fünf Jahre um rund 500.000 Euro entlastet werden. Hinzu kämen Pachteinnahmen.

Ein Angebot, das Köln prüfen sollte

Die Bruderschaft verlangt keine kostenlose Überlassung. Sie bietet einen befristeten Vertrag mit finanziellen Verpflichtungen an. Damit liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, der sowohl das Vereinsleben als auch die Haushaltslage der Stadt berücksichtigt.

Ein fünfjähriger Pachtvertrag könnte Planungssicherheit schaffen, Einnahmen ermöglichen und Zeit für eine langfristige Perspektive gewinnen. Ob sich die finanzielle Situation Kölns in fünf Jahren verbessert haben wird, lässt sich heute nicht sicher sagen. Aber die Stadt sollte nachvollziehbar begründen, weshalb sie kurzfristig Geld für einen Abriss ausgeben möchte, wenn eine entgeltliche Weiternutzung angeboten wird.

Nach Angaben der Bruderschaft stehen allein für den Gebäudeabriss rund 500.000 Euro im Raum. Welche weiteren Kosten hinzukommen könnten, muss ebenfalls geklärt werden.

Historische Anlage und gewachsene Natur erhalten

Die Villa Afra ist eine intakte, erhaltenswerte historische Anlage. Diese Einschätzung sollte anhand des tatsächlichen Gebäudezustands überprüft und in die Entscheidung einbezogen werden.

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Die Verwaltung plant, das Grundstück nach dem Abriss in den rechtsrheinischen Grüngürtel einzubeziehen. Das Ziel zusammenhängender Grünflächen ist nachvollziehbar. Es beantwortet aber noch nicht die Frage, weshalb die vorhandene Architektur und eine weitere Nutzung damit unvereinbar sein sollen.

Auch der alte Baumbestand verdient Aufmerksamkeit. Durch die Umsetzung der Planung gewachsene Naturstrukturen werden unnötig verloren gehen.

Für mich gehört zu einer verantwortungsvollen Stadtentwicklung, vorhandene Gebäude und Natur gemeinsam zu betrachten und Möglichkeiten des Erhalts sorgfältig zu prüfen.

Die tatsächlichen Folgekosten gehören auf den Tisch

Nach Angaben der Bruderschaft hat sich über Jahrzehnte Blei in der Schießbahn angesammelt. Welche Untersuchungen und Maßnahmen erforderlich sind und welche Kosten bei einem Rückbau entstehen würden, ist bislang nicht belastbar beziffert.

Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung darf deshalb nicht bei den reinen Abrisskosten enden. Mögliche Aufwendungen für Bodenuntersuchungen, Sicherung, Entsorgung und die anschließende Gestaltung des Grundstücks müssen berücksichtigt werden.

Dabei gilt selbstverständlich: Sollten bereits heute Maßnahmen zum Schutz von Boden und Umwelt erforderlich sein, müssen diese unabhängig von einem neuen Pachtvertrag erfolgen. Eine weitere Nutzung darf notwendige Schutzmaßnahmen nicht verzögern.

Der Oberbürgermeister sollte die Initiativen persönlich anhören

Neben der Bruderschaft setzen sich auch andere Poller Vereine und Nachbarschaftsinitiativen in Poll für den Erhalt ein. Sie wünschen sich einen Ortstermin mit dem Oberbürgermeister, um ihre Argumente persönlich vorzutragen.

Diesen Wunsch unterstütze ich ausdrücklich.

Das Büro des Oberbürgermeisters hat einen solchen Termin bislang mit dem Hinweis auf die Prüfungen durch Rechtsamt und Sportamt sowie die bestehende Verwaltungsposition abgelehnt. Aus meiner Sicht reicht das nicht aus. Eine bereits festgelegte Haltung sollte kein Hindernis sein, sich mit einer konkreten Alternative und den Argumenten der Menschen vor Ort auseinanderzusetzen.

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Der Oberbürgermeister sollte beide Seiten hören, sich selbst ein Bild machen und die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen Möglichkeiten in seine Entscheidung einbeziehen.

Vor dem Abriss muss die Alternative ernsthaft geprüft werden

Ich fordere die Stadt Köln auf, das Angebot für einen fünfjährigen Pachtvertrag ergebnisoffen zu prüfen. Dazu gehört eine nachvollziehbare Gegenüberstellung: Was kosten Abriss und Umgestaltung insgesamt? Welche Ausgaben entstehen bei einer weiteren Nutzung? Welche Verpflichtungen übernimmt die Bruderschaft? Welche Einnahmen erhält die Stadt?

 

Als Landtagskandidat unterstütze ich das Anliegen der Bruderschaft, weil hier bürgerschaftliches Engagement, der Erhalt einer historischen Anlage und eines queeren Schutzraumes und ein möglicher finanzieller Vorteil für die Stadt zusammenkommen. Bevor unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden, verdient dieser Vorschlag eine faire Chance.

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