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Mülheimer Brücke: Vier Autospuren sind kein Muss – sichere Radwege schon

4 min geschätz­te Lese­dau­er

Seit Jah­ren zeigt die Mül­hei­mer Brü­cke, dass sie auch mit einer Auto­spur je Rich­tung ihre Funk­ti­on als Rhein­que­rung erfüllt. Trotz­dem wird wei­ter dar­über dis­ku­tiert, nach der Sanie­rung wie­der vier Fahr­spu­ren für Autos bereit­zu­stel­len. Für mich ist klar: Wir soll­ten die Erfah­run­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re nut­zen, um die Brü­cke end­lich für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer siche­rer zu machen.

Ich set­ze mich dafür ein, dau­er­haft eine Fahr­spur je Rich­tung für den Auto­ver­kehr vor­zu­se­hen und die jeweils äuße­re Spur in einen brei­ten, siche­ren Rad­fahr­strei­fen umzu­wan­deln. Fuß­gän­ge­rin­nen und Fuß­gän­ger bekä­men dadurch mehr Platz auf den seit­li­chen Wegen. Das wäre eine sinn­vol­le Neu­auf­tei­lung des begrenz­ten Raums.

Die Bau­stel­le lie­fert seit Jah­ren prak­ti­sche Erfah­run­gen

Bereits seit April 2019 sieht die bau­stel­len­be­ding­te Ver­kehrs­füh­rung eine Redu­zie­rung auf einen Fahr­strei­fen je Rich­tung vor. Die Brü­cke bleibt damit eine wich­ti­ge Ver­bin­dung zwi­schen den bei­den Rhein­sei­ten. Vier Auto­spu­ren sind offen­sicht­lich kei­ne Vor­aus­set­zung dafür, dass sie die­se Auf­ga­be grund­sätz­lich erfül­len kann.

Natür­lich bedeu­tet das nicht, dass es kei­ne Staus, Aus­weich­ver­keh­re oder Belas­tun­gen an ande­ren Stel­len gibt. Die Stadt beschreibt aus­drück­lich eine ver­rin­ger­te Kapa­zi­tät und ergän­zen­de Maß­nah­men zur Steue­rung des Zuflus­ses. Die­se Aus­wir­kun­gen müs­sen in die dau­er­haf­te Pla­nung ein­flie­ßen. Sie recht­fer­ti­gen aber nicht auto­ma­tisch die Rück­kehr zur alten Flä­chen­ver­tei­lung.

Wer vier Auto­spu­ren for­dert, muss auch erklä­ren, wie dann siche­re und aus­rei­chend brei­te Wege für den Fuß- und Rad­ver­kehr ent­ste­hen sol­len.

Eine ent­schärf­te Eng­stel­le löst das Grund­pro­blem nicht

Jede Ver­bes­se­rung an einer Eng­stel­le ist will­kom­men. Doch punk­tu­el­le Ver­bes­se­run­gen erset­zen kei­ne durch­ge­hend siche­re Rad­ver­kehrs­füh­rung.

Die Stadt selbst stellt fest: Die Ver­kehrs­flä­che der Brü­cke bleibt im Wesent­li­chen gleich groß. Eine Ver­brei­te­rung wur­de geprüft und ver­wor­fen. Wenn wir mehr Sicher­heit und aus­rei­chend Platz für Men­schen schaf­fen wol­len, die zu Fuß oder mit dem Fahr­rad unter­wegs sind, müs­sen wir den vor­han­de­nen Raum anders ver­tei­len.

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Men­schen mit Kin­der­wa­gen, Rol­la­to­ren oder Roll­stüh­len brau­chen ver­läss­li­chen Platz. Rad­fah­ren­de brau­chen eine siche­re Ver­bin­dung, auf der sie nicht stän­dig in Kon­flikt mit dem Fuß­ver­kehr gera­ten. Bei­des darf bei der Sanie­rung nicht zur Neben­sa­che wer­den.

Die poli­ti­sche Grund­la­ge besteht längst

Die Idee, den Rad­ver­kehr auf die Fahr­bahn zu ver­le­gen, ist kei­nes­wegs neu. Nach Anga­ben der Stadt wur­de bereits 2016 beschlos­sen, ihn künf­tig auf dem jeweils rech­ten Fahr­strei­fen sicher über die Brü­cke zu füh­ren. Die Ver­wal­tung hält eine Ver­än­de­rung zuguns­ten des Fuß- und Rad­ver­kehrs wei­ter­hin für erfor­der­lich.

Für mich folgt dar­aus ein kla­rer Auf­trag: Die­se Ziel­set­zung muss end­lich in eine trag­fä­hi­ge dau­er­haf­te Lösung über­setzt wer­den. Dazu gehö­ren gut geplan­te Anschlüs­se an bei­den Brü­cken­en­den und eine Ver­kehrs­füh­rung, die auch im Umfeld funk­tio­niert.

Auch der Cle­vi­sche Ring zählt

Bei die­ser Debat­te geht es eben­so um die Men­schen, die an den Zufahrts­stra­ßen woh­nen. Im Maß­nah­men­pa­ket zur Köl­ner Luft­rein­hal­tung ist doku­men­tiert, dass die dama­li­gen Ver­kehrs­be­schrän­kun­gen und die ver­än­der­te Ver­kehrs­füh­rung die Belas­tung am Cle­vi­schen Ring um rund 9.000 Fahr­zeu­ge täg­lich bezie­hungs­wei­se 20 Pro­zent ver­rin­ger­ten.

Das ist ein gewich­ti­ger Grund, die Aus­wir­kun­gen einer Rück­kehr zu vier Auto­spu­ren sorg­fäl­tig zu prü­fen. Weni­ger Ver­kehr, bes­se­re Luft und weni­ger Lärm müs­sen eigen­stän­di­ge Zie­le der Pla­nung sein. Die Lebens­qua­li­tät der Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner gehört genau­so in die­se Abwä­gung wie die Leis­tungs­fä­hig­keit einer Kreu­zung.

Mei­ne For­de­rung: Die Erfah­run­gen nut­zen und Platz gerecht ver­tei­len

Als Land­tags­kan­di­dat von Volt unter­stüt­ze ich eine Mül­hei­mer Brü­cke mit einer Auto­spur und einem brei­ten Rad­fahr­strei­fen je Rich­tung sowie aus­rei­chend Platz für den Fuß­ver­kehr.

Die jah­re­lan­ge Bau­stel­len­füh­rung lie­fert ein star­kes Argu­ment gegen die Behaup­tung, vier Auto­spu­ren sei­en unver­zicht­bar. Jetzt müs­sen wir dar­aus eine gut geplan­te Lösung machen, die Sicher­heit, Erreich­bar­keit und Lebens­qua­li­tät zusam­men­bringt.

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Die Sanie­rung ist die Gele­gen­heit, die Mül­hei­mer Brü­cke für die kom­men­den Jahr­zehn­te zu gestal­ten. Die­se Chan­ce soll­ten wir nut­zen.

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