Es geht also doch: Das Wohnungsbauprojekt am Höfenweg in Merkenich zeigt, dass die Kölner Verwaltung Möglichkeiten hat, Planungen schneller voranzubringen. Wenn vorhandene Spielräume genutzt und Entscheidungen zielgerichtet vorbereitet werden, muss nicht jedes Vorhaben jahrelang im Verfahren stecken bleiben. Genau diese Haltung brauchen wir häufiger.
Die Kölner Wohnungsgenossenschaft plant am Höfenweg den Ersatz älterer Wohngebäude durch sechs neue Mehrfamilienhäuser. Insgesamt sollen 108 Wohnungen entstehen – rund 60 mehr als bisher. Hinzu kommt eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen. Für Merkenich wäre das ein wichtiger Fortschritt: mehr Wohnraum und zusätzliche Betreuungsplätze in einem gemeinsamen Projekt.
Die bestehenden Häuser mit den Nummern 46 bis 76 stammen aus den 1930er-Jahren. Nach dem Bericht entsprechen sie heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Schall- und Wärmeschutz nicht mehr. Mit der Neubebauung bietet sich die Chance, das Grundstück besser zu nutzen und zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen.
Die Genossenschaft hat dafür die Anwendung des sogenannten Bau-Turbos beantragt. Nach den Vorabstimmungen bewertet die Verwaltung das Vorhaben als vereinbar mit den städtischen Vorgaben. Damit eröffnet sich die Aussicht auf ein deutlich kürzeres Verfahren.
Für mich ist das ein ermutigendes Signal. Wer angesichts fehlender Wohnungen und dringend benötigter Kitaplätze immer nur erklärt, warum etwas schwierig ist, wird den Menschen nicht gerecht. Eine handlungsfähige Verwaltung muss nach Wegen suchen, wie sinnvolle Projekte möglich werden. In Merkenich scheint genau das zu geschehen.
Dabei gilt allerdings: Ein beschleunigtes Verfahren ist noch kein Baubeginn. Aus der positiven Einschätzung müssen nun belastbare Entscheidungen und ein nachvollziehbarer Zeitplan werden. Wann können die Arbeiten beginnen? Wann stehen die Wohnungen zur Verfügung? Und wann kann die Kita ihre Türen öffnen? Daran wird sich der Erfolg messen lassen.
Für mich gehört außerdem dazu, die bisherigen Bewohnerinnen und Bewohner frühzeitig einzubeziehen. Wer sein Zuhause wegen eines Neubaus verlassen muss, braucht verlässliche Perspektiven. Bezahlbarkeit, Unterstützung bei notwendigen Umzügen und mögliche Rückkehrangebote sollten deshalb transparent geklärt werden. Welche konkreten Regelungen hierfür vorgesehen sind, geht aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor.
Auch die Nachbarschaft sollte verständlich über das Vorhaben informiert werden. Selbst wenn nach Einschätzung der Verwaltung auf eine formelle Öffentlichkeitsbeteiligung verzichtet werden kann, bleibt eine gute Kommunikation wichtig. Fragen zu Baustellenverkehr, zur neuen Bebauung oder zur Nähe zu Industriebetrieben verdienen nachvollziehbare Antworten.
Ich begrüße, dass dieses Projekt jetzt die Chance auf eine schnellere Umsetzung erhält. Merkenich braucht die Wohnungen und die Kita. Und Köln braucht eine Verwaltung, die ihre Handlungsmöglichkeiten konsequent nutzt.
Der Höfenweg kann zeigen, wie es besser geht. Jetzt müssen aus Planungen Wohnungen und Betreuungsplätze werden.
