Das geplante Wohnquartier an der Brombeergasse in Worringen steht vor dem Aus. Die Deutsche Reihenhaus AG zieht sich aus dem Vorhaben zurück. Vorgesehen waren 108 Wohnungen und eine Kindertagesstätte. Als wesentliche Gründe nennt das Unternehmen gestiegene Bau- und Finanzierungskosten sowie zusätzliche Investitionen für die Entwässerung.
Diese Entwicklung macht mir große Sorgen. Wenn dringend benötigte Wohnungen bereits in der Planung an der Wirtschaftlichkeit scheitern, muss die Stadt handeln. Köln kann es sich nicht leisten, solche Vorhaben einfach aufzugeben.
GAG und Wohnungsbaugenossenschaften an einen Tisch holen
Ich fordere die Stadtverwaltung auf, umgehend Gespräche mit der GAG und geeigneten Wohnungsbaugenossenschaften aufzunehmen. Ziel muss sein, eine tragfähige Perspektive für die Weiterentwicklung des Gebiets zu finden.
Der Rückzug eines privaten Projektentwicklers darf nicht das letzte Wort sein. Jetzt muss geprüft werden, unter welchen Bedingungen ein anderer Träger das Vorhaben übernehmen kann. Dabei gehören die Kosten der Erschließung und Entwässerung ebenso auf den Tisch wie die Finanzierung bezahlbarer Wohnungen und der benötigten sozialen Infrastruktur.
Eine Kita ist Teil eines funktionierenden Wohnquartiers. Wer Wohnraum schafft, muss die Bedürfnisse der Menschen von Anfang an mitdenken.
Grundstückserwerb und Erbbaurecht prüfen
Die Stadt sollte außerdem unverzüglich prüfen, ob sie die Fläche zu einem günstigen, wirtschaftlich vertretbaren Preis erwerben kann. Ob der Eigentümer verkaufen würde und welcher Kaufpreis erreichbar wäre, geht aus dem Bericht nicht hervor. Genau das muss die Verwaltung jetzt klären.
Mein Vorschlag ist klar: Die Stadt erwirbt das Grundstück und vergibt es anschließend im Erbbaurecht an einen geeigneten Wohnungsbauträger. So könnte der Boden dauerhaft in öffentlicher Hand bleiben. Gleichzeitig ließen sich über vertragliche Vereinbarungen langfristige Ziele für bezahlbares Wohnen und die Umsetzung des Quartiers absichern.
Ein solches Modell muss solide gerechnet werden. Ein günstiger Grundstückserwerb allein löst noch nicht sämtliche Bau- und Finanzierungskosten. Er kann aber ein wichtiger Ansatz sein, um dem Vorhaben eine neue Perspektive zu eröffnen.
Wohnungsbau braucht politisches Handeln
Die Fragen der Entwässerung und der Nähe zum Worringer Bruch müssen sorgfältig geklärt werden. Ebenso brauchen die Anliegen der Menschen vor Ort eine ernsthafte Berücksichtigung. Dafür braucht es eine transparente Planung und belastbare Lösungen.
Ich erwarte von der Stadtverwaltung, dass sie die Möglichkeiten einer Übernahme aktiv untersucht und der Politik konkrete Vorschläge vorlegt: Welche Träger kommen infrage? Ist ein Grundstückserwerb möglich? Unter welchen Bedingungen lässt sich das Quartier verwirklichen?
Köln braucht bezahlbare Wohnungen. Deshalb müssen wir jetzt alle tragfähigen Möglichkeiten nutzen, damit aus dem Rückzug eines Unternehmens nicht das endgültige Aus für dieses Wohngebiet wird.
