Die Baustelle auf der Neusser Landstraße verlangt den Anwohnerinnen und Anwohnern viel Geduld ab. Eingeschränkte Zufahrten, fehlende Parkplätze und die Ungewissheit über das Bauende belasten den Alltag. Deshalb habe ich mich an die Stadt Köln gewandt und konkrete Antworten eingefordert: Wie lange dauern die Arbeiten noch? Warum hat sich die Fertigstellung verzögert? Und welche Entlastungen gibt es beim Parken?
Jetzt liegt mir eine ausführliche Antwort von Matthias Kühn vor, dem zuständigen Gruppenleiter der Bauausführung. Damit kann ich den Betroffenen wichtige Informationen zum weiteren Ablauf und zu den verfügbaren Parkmöglichkeiten geben.
- Wie ist der aktuelle Baufortschritt, welche Arbeiten stehen noch aus und wann ist nach heutiger Planung mit dem Abschluss der gesamten Maßnahme zu rechnen? Wie lange bleiben die derzeitigen Sperrungen sowie Einschränkungen bei Zufahrten und Parkmöglichkeiten bestehen?
Der erste große Bauabschnitt Kurzer Damm bis Dornstraße mit den zwei Unterabschnitten 1A und 1B ist abgeschlossen. Für den gesamtes zweiten Bauabschnitt, der in die Unterabschnitte 2C, 2B und 2A unterteilt ist, sind 8 Monate Arbeitszeit vorgesehen. Abschnitt 2C ist bereits fertiggestellt. Aktuell befinden sich die Bauarbeiten im Bauabschnitt 2B zwischen der Zufahrt zum Penny und der Zufahrt zum Aldi-Markt. Die Arbeiten dort haben Anfang September 2026 begonnen und dauern etwa 2,5 Monate. Mitte November ist mit einem Wechsel in den letzten Bauabschnitt zu rechnen. Dieser verläuft vom Aldi-Markt bis zur Stadtgrenze Dormagen. Eine konkrete Prognose für die Fertigstellung des Bauabschnitts 2A gibt es derzeit nicht. Aufgrund der Weihnachtsfeiertage, Betriebsferien sowie der nicht einschätzbaren Entwicklung der Witterungsverhältnisse ist derzeit keine konkrete Aussage möglich. Wir streben die möglichst schnelle Fertigstellung des Bauabschnitts 2A an, spätestens zum Ende des 1. Quartals 2027.Während der Bauzeit sind Sperrungen und Beeinträchtigungen leider unumgänglich. Die Grundstücke bleiben währenddessen fußläufig jederzeit erreichbar. Auch die Zufahrt für Einsatzfahrzeuge sowie die Entsorgung der Müllbehälter ist durchgängig gewährleistet. Die Erreichbarkeit der Grundstücke mit dem Auto wird in Absprache mit der Baufirma nach den Belangen der Baufirma möglich gemacht.
- Welche Gründe gibt es für die Abweichung vom ursprünglich veröffentlichten Fertigstellungstermin, und welche Möglichkeiten werden geprüft, um die verbleibende Bauzeit zu verkürzen?
Es ist im ersten Bauabschnitt der Sanierung der B9 zu einer Anpassung der Bauzeit von etwa sechs Monaten gekommen. Der unerwartet instabile Baugrund musste mit großem Aufwand instand gesetzt und das schadstoffbelastete Erdreich im Gehwegbereich zusätzlich entsorgt werden. Zudem dauerte die Erneuerung der Haupttrinkwasserleitung und Verlegung der dazugehörigen Hausanschlüsse wesentlich länger als geplant. Besonders waren Arbeiten durch die Hochwasserschutzwand erschwert. Darüber hinaus haben die Witterungsverhältnisse zu Beginn des Jahres den Baufortschritt verlangsamt. Um keine zusätzliche Zeit zu verlieren, wurden die Tätigkeiten der RheinEnergie für den 2. großen Bauabschnitt von der Baustelle der Stadt Köln entkoppelt. Die RheinEnergie ist mit Ihren Leitungsarbeiten bereits im Abschnitt 2A tätig. Dennoch kann die verlorene Zeit nicht mehr aufgeholt werden.Während der Baumaßnahme hat man sich zudem dazu entschieden, Optimierungen an der Planung vorzunehmen. Der westliche Gehweg zwischen Hausnummer 363–375 wurde angehoben, sodass kein Höhenversatz mehr zwischen Gehweg und Radweg vorliegt. Des Weiteren ist für den letzten Bauabschnitt 2A zwischen Hausnummer 423 bis 439 vorgesehen, zusätzlich den östlichen Gehweg durch Wegnahme der Böschung zu verbreitern und einen barrierefreien Aufgang zwischen Radweg und Gehweg herzustellen. Zur Verkürzung der Bauzeit sind alle möglichen Maßnahmen bereits ergriffen worden. Es sind keine weiteren Beschleunigungsmaßnahmen möglich.
- Welche konkreten Maßnahmen plant die Stadt, um die Parkplatzsituation für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner kurzfristig zu verbessern? Können zusätzliche Ersatzflächen bereitgestellt, weitere Vereinbarungen mit privaten Parkplatzbetreibern getroffen oder bereits fertiggestellte Bereiche früher freigegeben werden?
Eine kurzfristige Verbesserung der Parkplatzsituation im aktuellen Bauabschnitt, die Schaffung weiterer Ersatzflächen, Vereinbarung mit privaten Betreibern sowie die frühere Freigabe fertiggestellter Bereiche ist nicht möglich. Alle diese Möglichkeiten wurden bereits parallel zur Bauausführung geprüft und sind ausgeschöpft.
- Besteht die angekündigte Ersatzparkmöglichkeit an der Neusser Landstraße 364–366 zwischen 20 und 8 Uhr weiterhin? Wie viele Stellplätze stehen dort zur Verfügung, wo können Berechtigte einen Parkausweis erhalten und wäre eine Ausweitung der Nutzungszeiten möglich?
In Zusammenarbeit mit dem Penny-Markt (Neusser Landstraße 364–366) ist weiterhin eine vorübergehende Parkmöglichkeit eingerichtet. Anwohner*innen der Neusser Landstraße im Bauabschnitt 2, die unmittelbar betroffen sind, sowie Anwohner*innen mit Einschränkungen im Bauabschnitt 1 B, können per E‑Mail unter neusser-landstrasse@stadt-koeln.de Parkausweise anfordern. Damit ist das Parken im gekennzeichneten Bereich zwischen 20 und 8 Uhr möglich. Des Weiteren gibt es ein begrenztes Kontingent an Ganztagesparkplätzen, die ebenfalls über neusser-landstrasse@stadt-koeln.de zu beantragen sind. Für die Anwohner*innen hat sich die Lösung bislang bewährt.
Für mich bleibt entscheidend, dass die Anwohnerinnen und Anwohner rechtzeitig erfahren, welche Einschränkungen auf sie zukommen und wann zugesagte Verbesserungen tatsächlich nutzbar sind. Die Belastungen lassen sich nicht vollständig vermeiden. Verlässliche Kommunikation und nachvollziehbare Termine müssen aber selbstverständlich sein.
