Bachhausen gratuliert München und fordert: Schluss mit Prestigeplänen – jetzt müssen Wohnungsbau und Infrastruktur für die Menschen Vorrang haben
Köln, 26. September 2026. Der Deutsche Olympische Sportbund hat München als deutschen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ausgewählt. Der Kölner Volt-Landtagskandidat Dirk Bachhausen begrüßt die Entscheidung und fordert einen sofortigen Neustart für den geplanten Stadtteil Kreuzfeld.
„Ich gratuliere München zur Auswahl als deutscher Olympiabewerber und wünsche der Stadt für das internationale Verfahren viel Erfolg. Für Köln ist die Entscheidung zugleich eine große Erleichterung: Eine politische und finanzielle Katastrophe ist abgewendet worden. Jetzt muss Schluss sein mit Stadionträumen, olympischen Hochglanzbildern und immer neuen Versprechen. Politik und Verwaltung können und müssen sich wieder auf die Probleme konzentrieren, die den Alltag der Menschen bestimmen: fehlende Wohnungen, marode Schulen, überlastete Verkehrswege und eine Infrastruktur, die seit Jahren auf Verschleiß gefahren wird“, erklärt Bachhausen.
Mehr als 3.500 Eingaben an den DOSB
Bachhausen hatte bereits frühzeitig gemeinsam mit Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus der Parteibasis eine Initiative gestartet „NOlympia“ unterstützt. Mit öffentlichen Aufrufen, Hintergrundinformationen und einem offenen Brief machte die Initiative auf ungeklärte Kosten, finanzielle Risiken und mögliche Folgen für Wohnungsbau und Infrastruktur aufmerksam. Nach Angaben der Initiative wurden auf diesem Weg mehr als 3.500 Eingaben an den Deutschen Olympischen Sportbund übermittelt.
„Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben, und allen Unterstützerinnen und Unterstützern sehr dankbar. Mehr als 3.500 Eingaben an den DOSB zeigen, dass sich viele Menschen nicht von Hochglanzbildern und vollmundigen Versprechen blenden ließen. Auch die Aufrufe und die Informationsarbeit von NoLympia haben nach meiner Überzeugung ihren Beitrag dazu geleistet, dass die kritischen Fragen nicht übergangen werden konnten. Ich bin froh und dankbar, dass dieser Kelch an unserer Stadt vorübergegangen ist“, erklärt Bachhausen.
Kreuzfeld muss jetzt oberste Priorität bekommen
Für Kreuzfeld plant die Stadt Köln auf rund 80 Hektar mindestens 3.500 Wohnungen sowie Arbeitsplätze, Schulen, Kitas und weitere soziale Infrastruktur. Diese Entwicklung darf nach dem Ende der Kölner Olympiabewerbung keinen weiteren Monat verlieren.
Bachhausen fordert, die Technische Masterplanung und die Bauleitplanung nun ohne weitere olympiabedingte Umplanungen voranzutreiben. Noch bis Ende 2026 müsse die Stadt einen verbindlichen Zeit-, Finanzierungs- und Realisierungsplan vorlegen. Ziel müsse ein schnellstmöglicher Baubeginn sein.
„Kreuzfeld wird nicht für Funktionäre, Sponsoren oder zwei Wochen Sport gebaut. Kreuzfeld wird für die Menschen gebaut, die heute verzweifelt eine bezahlbare Wohnung suchen. Der Boden muss dauerhaft in öffentlicher Hand bleiben und in Erbpacht vergeben werden. Beim Wohnungsbau müssen die GAG und Genossenschaften eine tragende Rolle erhalten. So entsteht kein Spekulationsobjekt, sondern ein sozialer und dauerhaft bezahlbarer Stadtteil“, so Bachhausen.
Die versprochenen Investitionen müssen auch ohne Olympia kommen
Im Bewerbungsprozess hatten zahlreiche Olympia-Befürworter erklärt, nur die Spiele könnten die dringend benötigten Investitionen in Bahnstrecken, Straßen, Schulen, Sportstätten und digitale Infrastruktur auslösen. Nach der Entscheidung für München müssten sie nun erklären, weshalb diese Investitionen nicht trotzdem erfolgen sollten.
„Wer wochenlang behauptet hat, mit Olympia würden die Milliarden für Köln und Nordrhein-Westfalen nur so fließen, steht jetzt in der Verantwortung. Eine S-Bahn wird nicht erst dann notwendig, wenn Sportlerinnen und Sportler darin sitzen. Eine Schule muss nicht erst saniert werden, wenn Fernsehkameras vor der Tür stehen. Und bezahlbare Wohnungen brauchen wir nicht wegen Olympia, sondern wegen der Menschen, die hier leben“, betont Bachhausen.
Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität steht auf Bundesebene ein Investitionsrahmen von 500 Milliarden Euro für die Jahre 2025 bis 2036 bereit. Davon sind 100 Milliarden Euro für Investitionen der Länder und Kommunen vorgesehen. Dieses Geld fließt nicht automatisch nach Köln. Umso wichtiger sei es, dass Stadt und Land jetzt förderfähige Projekte vorbereiten, Prioritäten setzen und die verfügbaren Mittel konsequent abrufen.
„Deutschland hat ein Investitionsprogramm historischen Ausmaßes beschlossen. Wenn notwendige Infrastruktur nun trotzdem nicht gebaut wird, liegt das nicht an fehlenden olympischen Ringen, sondern an fehlender politischer Priorität und mangelnder Umsetzung. Die lautstarken Befürworter der Kölner Bewerbung müssen jetzt beweisen, dass ihre Infrastrukturversprechen mehr waren als Werbung für ein Prestigeprojekt“, erklärt Bachhausen abschließend.
„Die Entscheidung ist gefallen. Jetzt gilt: Kreuzfeld bauen, bezahlbaren Wohnraum schaffen und die Infrastruktur im Kölner Norden endlich modernisieren. Nicht irgendwann und nicht nur im Schatten eines Großereignisses, sondern jetzt.“
