Köln kennt inzwiÂschen zahlÂreiÂche MögÂlichÂkeiÂten, schnelÂler und gĂĽnsÂtiÂger zu bauÂen. Jetzt mĂĽsÂsen Stadt, Land und WohÂnungsÂwirtÂschaft dafĂĽr sorÂgen, dass die EntÂlasÂtung auch bei den MieÂteÂrinÂnen und MieÂtern ankommt. DafĂĽr setÂze ich mich als LandÂtagsÂkanÂdiÂdat von Volt fĂĽr Köln-ChorÂweiÂler besonÂders ein.
Köln hat kein Erkenntnisproblem
Köln hat beim WohÂnen längst kein ErkenntÂnisÂproÂblem mehr. Köln hat ein UmsetÂzungsÂproÂblem.
Die offiÂziÂelÂlen ZahÂlen zeiÂgen, wie ernst die SituaÂtiÂon ist. Die mittÂleÂre AngeÂbotsÂmieÂte ist 2025 auf 14,70 Euro pro QuaÂdratÂmeÂter gestieÂgen. Das entÂspricht einem Anstieg von 4,8 ProÂzent innerÂhalb eines JahÂres. BesonÂders kleiÂne WohÂnunÂgen sind teuÂer: FĂĽr WohÂnunÂgen mit weniÂger als 30 QuaÂdratÂmeÂtern wurÂden im MitÂtel sogar 23,60 Euro pro QuaÂdratÂmeÂter verÂlangt. Das trifft StuÂdieÂrenÂde, AusÂzuÂbilÂdenÂde, AlleinÂleÂbenÂde und MenÂschen mit gerinÂgem EinÂkomÂmen besonÂders hart.
GleichÂzeiÂtig hat die Stadt mit VerÂwalÂtung, WohÂnungsÂwirtÂschaft und PoliÂtik unterÂsucht, warÂum das BauÂen in Köln so teuÂer ist. Das ErgebÂnis ist bemerÂkensÂwert: Ăśber alle beteiÂligÂten EbeÂnen hinÂweg wurÂden mögÂliÂche EinÂspaÂrunÂgen von bis zu 2.700 Euro pro QuaÂdratÂmeÂter WohnÂfläÂche ermitÂtelt. Dabei geht es unter andeÂrem um BauÂstanÂdards, komÂmuÂnaÂle VorÂgaÂben, PlaÂnungsÂproÂzesÂse, GenehÂmiÂgunÂgen und eine besÂseÂre ZusamÂmenÂarÂbeit der BeteiÂligÂten. EiniÂge MaĂźÂnahÂmen könnÂten unmitÂtelÂbar umgeÂsetzt werÂden, andeÂre benöÂtiÂgen poliÂtiÂsche BeschlĂĽsÂse von Stadt, Land oder Bund.
Die ForÂmuÂlieÂrung „bis zu“ ist dabei wichÂtig. NieÂmand sollÂte so tun, als wĂĽrÂden nun autoÂmaÂtisch bei jedem BauÂproÂjekt 2.700 Euro pro QuaÂdratÂmeÂter einÂgeÂspart. Aber das ErgebÂnis zeigt deutÂlich: Die PoliÂtik besitzt konÂkreÂte StellÂschrauÂben. Sie muss sie jetzt nutÂzen.
Niedrigere Baukosten mĂĽssen zu niedrigeren Mieten fĂĽhren
GĂĽnsÂtiÂgeÂres BauÂen allein schafft noch kein bezahlÂbaÂres WohÂnen. Eine WohÂnung, die preisÂwerÂter errichÂtet, anschlieÂĂźend aber zum höchstÂmögÂliÂchen MarktÂpreis verÂmieÂtet wird, löst die soziaÂle WohÂnungsÂfraÂge nicht.
DesÂhalb braucht jede öffentÂliÂche UnterÂstĂĽtÂzung eine nachÂvollÂziehÂbaÂre GegenÂleisÂtung. Wo FörÂderÂmitÂtel flieÂĂźen, öffentÂliÂches BauÂrecht erleichÂtert oder städÂtiÂsche GrundÂstĂĽÂcke bereitÂgeÂstellt werÂden, mĂĽsÂsen bezahlÂbaÂre MieÂten verÂbindÂlich gesiÂchert werÂden. Das kann durch MietÂpreis- und BeleÂgungsÂbinÂdunÂgen, KonÂzeptÂverÂgaÂben, ErbÂbauÂrechÂte oder verÂtragÂlich festÂgeÂlegÂte SoziÂalÂquoÂten gescheÂhen.
Die Volt-FrakÂtiÂon im KölÂner Rat hat bereits frĂĽhÂzeiÂtig darÂauf hinÂgeÂwieÂsen, dass EinÂspaÂrunÂgen aus dem ProÂzess „Köln baut bezahlÂbar“ bei den MieÂteÂrinÂnen und MieÂtern ankomÂmen mĂĽsÂsen. ErgänÂzend zum priÂvatÂwirtÂschaftÂliÂchen WohÂnungsÂbau solÂlen städÂtiÂsche, genosÂsenÂschaftÂliÂche und gemeinÂwohlÂoriÂenÂtierÂte AkteuÂre eine stärÂkeÂre RolÂle erhalÂten.
Das ist der richÂtiÂge Ansatz. Der Erfolg des ProÂgramms darf nicht darÂan gemesÂsen werÂden, wie vieÂle VorÂschläÂge auf Papier beschlosÂsen werÂden. EntÂscheiÂdend ist, wie vieÂle bezahlÂbaÂre WohÂnunÂgen tatÂsächÂlich entÂsteÂhen und wie lanÂge sie bezahlÂbar bleiÂben.
Schneller bauen – aber nicht beliebig bauen
Mit dem sogeÂnannÂten Bau-TurÂbo hat Köln bereits eine MögÂlichÂkeit geschafÂfen, bestimmÂte GenehÂmiÂgungsÂverÂfahÂren zu beschleuÂniÂgen. VerÂfahÂren zur SchafÂfung von PlaÂnungsÂrecht, die bisÂher durchÂschnittÂlich drei bis vier JahÂre dauÂerÂten, könÂnen dadurch in geeigÂneÂten FälÂlen deutÂlich verÂkĂĽrzt werÂden.
DieÂse BeschleuÂniÂgung ist notÂwenÂdig. Sie darf aber nicht mit blinÂdem Abbau sinnÂvolÂler AnforÂdeÂrunÂgen verÂwechÂselt werÂden.
Neue WohnÂvierÂtel brauÂchen mehr als GebäuÂde. Sie benöÂtiÂgen SchuÂlen, KinÂderÂtaÂgesÂstätÂten, GrĂĽnÂfläÂchen, soziaÂle EinÂrichÂtunÂgen, NahÂverÂsorÂgung und eine leisÂtungsÂfäÂhiÂge AnbinÂdung an Bus und Bahn. Wer heuÂte WohÂnunÂgen ohne dieÂse InfraÂstrukÂtur plant, schafft die ProÂbleÂme von morÂgen.
SchnelÂligÂkeit und QuaÂliÂtät sind desÂhalb keiÂne GegenÂsätÂze. Gute VerÂwalÂtung bedeuÂtet, frĂĽhÂzeiÂtig klaÂre Regeln zu setÂzen, ZustänÂdigÂkeiÂten festÂzuÂleÂgen, digiÂtal zusamÂmenÂzuÂarÂbeiÂten und anschlieÂĂźend zĂĽgig zu entÂscheiÂden. JahÂreÂlanÂge AbstimÂmungsÂschleiÂfen, wechÂselnÂde VorÂgaÂben und poliÂtiÂsche DetailÂsteueÂrung verÂteuÂern ProÂjekÂte, ohne autoÂmaÂtisch besÂseÂre QuarÂtieÂre herÂvorÂzuÂbrinÂgen.
Nordrhein-Westfalen trägt Mitverantwortung
Die LanÂdesÂpoÂliÂtik darf die WohÂnungsÂnot nicht allein bei den KomÂmuÂnen ablaÂden. NordÂrhein-WestÂfaÂlen entÂscheiÂdet unter andeÂrem ĂĽber die LanÂdesÂbauÂordÂnung, die öffentÂliÂche WohnÂraumÂförÂdeÂrung, TeiÂle der komÂmuÂnaÂlen FinanÂzieÂrung und wichÂtiÂge RahÂmenÂbeÂdinÂgunÂgen fĂĽr GenehÂmiÂgungsÂbeÂhörÂden.
Das mehrÂjähÂriÂge WohnÂraumÂförÂderÂproÂgramm des LanÂdes wurÂde auf insÂgeÂsamt zwölf MilÂliÂarÂden Euro bis 2027 aufÂgeÂstockt. GeförÂdert werÂden unter andeÂrem MietÂwohÂnunÂgen mit MietÂpreis- und BeleÂgungsÂbinÂdunÂgen. Damit exisÂtiert ein bedeuÂtenÂdes InstruÂment, um dauÂerÂhaft bezahlÂbaÂren WohnÂraum zu schafÂfen. FörÂderÂvoÂluÂmen allein garanÂtiert jedoch noch keiÂne ferÂtiÂge WohÂnung. Die ProÂgramÂme mĂĽsÂsen zuverÂläsÂsig, verÂständÂlich und fĂĽr komÂmuÂnaÂle, genosÂsenÂschaftÂliÂche sowie priÂvaÂte BauÂherÂren prakÂtisch nutzÂbar sein.
GeraÂde StädÂte mit einem besonÂders angeÂspannÂten WohÂnungsÂmarkt benöÂtiÂgen PlaÂnungsÂsiÂcherÂheit. FörÂderÂbeÂdinÂgunÂgen dĂĽrÂfen nicht stänÂdig wechÂseln. BewilÂliÂgunÂgen mĂĽsÂsen schnelÂler erfolÂgen. KomÂmuÂnen mĂĽsÂsen frĂĽhÂzeiÂtig wisÂsen, mit welÂchen MitÂteln sie rechÂnen könÂnen.
Als LandÂtagsÂkanÂdiÂdat von Volt setÂze ich mich besonÂders dafĂĽr ein, dass Köln seiÂnen faiÂren und bedarfsÂgeÂrechÂten Anteil an der WohnÂraumÂförÂdeÂrung erhält. Die FörÂderÂverÂfahÂren mĂĽsÂsen digiÂtaÂler und einÂfaÂcher werÂden. GemeinÂwohlÂoriÂenÂtierÂte WohÂnungsÂunÂterÂnehÂmen und GenosÂsenÂschafÂten mĂĽsÂsen besÂseÂren Zugang zu GrundÂstĂĽÂcken und FinanÂzieÂrung erhalÂten. EinÂspaÂrunÂgen, die durch öffentÂliÂche EntÂscheiÂdunÂgen ermögÂlicht werÂden, mĂĽsÂsen in nachÂweisÂbar bezahlÂbaÂre MieÂten ĂĽberÂsetzt werÂden.
Kreuzfeld wird zum PrĂĽfstein
BesonÂders deutÂlich wird die gemeinÂsaÂme VerÂantÂworÂtung von Stadt und Land beim geplanÂten neuÂen StadtÂteil KreuzÂfeld. Im KölÂner NorÂden solÂlen auf etwa 80 HektÂar minÂdesÂtens 3.500 WohÂnunÂgen sowie neue ArbeitsÂplätÂze entÂsteÂhen. Geplant ist kein reiÂnes SchlafÂvierÂtel, sonÂdern ein neuÂer StadtÂteil mit soziaÂler InfraÂstrukÂtur, BilÂdungsÂanÂgeÂboÂten, FreiÂräuÂmen und unterÂschiedÂliÂchen WohnÂforÂmen.
KreuzÂfeld darf nicht weiÂter ĂĽber JahÂre hinÂweg in PlaÂnungs- und ZustänÂdigÂkeitsÂfraÂgen festÂhänÂgen. GleichÂzeiÂtig darf das ProÂjekt nicht auf die reiÂne Anzahl der WohÂnunÂgen reduÂziert werÂden. EntÂscheiÂdend ist, dass ein soziÂal gemischÂtes, kliÂmaÂreÂsiÂliÂenÂtes und gut angeÂbunÂdeÂnes Veedel entÂsteht.
Das Land muss bei den AufÂgaÂben, fĂĽr die es zustänÂdig ist, verÂbindÂlich mitÂwirÂken. Dazu gehöÂren verÂlässÂliÂche FörÂderÂmitÂtel, UnterÂstĂĽtÂzung bei der VerÂkehrsÂinÂfraÂstrukÂtur, beschleuÂnigÂte VerÂwalÂtungsÂverÂfahÂren und eine enge AbstimÂmung mit Köln. FĂĽr ein ProÂjekt dieÂser GröÂĂźenÂordÂnung braucht es fesÂte AnsprechÂpartÂner und einen gemeinÂsaÂmen ZeitÂplan von Stadt und Land.
DafĂĽr setze ich mich ein
BezahlÂbaÂres WohÂnen ist keiÂne poliÂtiÂsche RandÂfraÂge. Es ist SoziÂalÂpoÂliÂtik, WirtÂschaftsÂpoÂliÂtik, FamiÂliÂenÂpoÂliÂtik und StadtÂentÂwickÂlung zugleich.
PfleÂgeÂkräfÂte, ErzieÂheÂrinÂnen, HandÂwerÂker, BeschäfÂtigÂte im EinÂzelÂhanÂdel, AusÂzuÂbilÂdenÂde und junÂge FamiÂliÂen mĂĽsÂsen weiÂterÂhin in Köln leben könÂnen. UnterÂnehÂmen finÂden keiÂne FachÂkräfÂte, wenn sich BeschäfÂtigÂte die Stadt nicht mehr leisÂten könÂnen. VerÂeiÂne, SchuÂlen und NachÂbarÂschafÂten verÂlieÂren ihren ZusamÂmenÂhalt, wenn NorÂmalÂverÂdieÂnenÂde aus ihren Veedeln verÂdrängt werÂden.
Ich mache bezahlÂbaÂres WohÂnen desÂhalb zu einem SchwerÂpunkt meiÂner KanÂdiÂdaÂtur fĂĽr Volt. Ich setÂze mich besonÂders dafĂĽr ein, dass das Land NordÂrhein-WestÂfaÂlen nicht nur FörÂderÂproÂgramÂme ankĂĽnÂdigt, sonÂdern Köln bei der konÂkreÂten UmsetÂzung unterÂstĂĽtzt. Dazu gehöÂren einÂfaÂcheÂre Regeln, schnelÂleÂre digiÂtaÂle VerÂfahÂren, dauÂerÂhaft verÂlässÂliÂche FörÂderÂmitÂtel und starÂke komÂmuÂnaÂle sowie gemeinÂwohlÂoriÂenÂtierÂte WohÂnungsÂunÂterÂnehÂmen. MeiÂne jĂĽngsÂten BeiÂträÂge zur BodenÂpoÂliÂtik und zur EntÂwickÂlung KreuzÂfelds unterÂstreiÂchen dieÂsen SchwerÂpunkt.
Köln braucht keiÂne weiÂteÂre unverÂbindÂliÂche AbsichtsÂerÂkläÂrung. Köln braucht einen verÂbindÂliÂchen UmsetÂzungsÂpakt fĂĽr bezahlÂbaÂres WohÂnen – zwiÂschen Stadt, Land, WohÂnungsÂwirtÂschaft, GenosÂsenÂschafÂten und gemeinÂwohlÂoriÂenÂtierÂten BauÂträÂgern.
Die notÂwenÂdiÂgen ErkenntÂnisÂse lieÂgen auf dem Tisch. Jetzt muss gebaut werÂden: schnelÂler, verÂlässÂlich und vor allem bezahlÂbar.
