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title: "Bezahlbares Wohnen darf kein Ergebnisprotokoll bleiben"
url: https://www.bachhausen.de/bezahlbares-wohnen-darf-kein-ergebnisprotokoll-bleiben/
date: 2026-07-23
modified: 2026-07-23
author: "Dirk Bachhausen"
description: "Köln kennt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, schneller und günstiger zu bauen. Jetzt müssen Stadt, Land und Wohnungswirtschaft dafür sorgen, dass die Entlastung auch bei den Mieterinnen und Mietern ankommt. Dafür setze..."
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# Bezahlbares Wohnen darf kein Ergebnisprotokoll bleiben

**Köln kennt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, schneller und günstiger zu bauen. Jetzt müssen Stadt, Land und Wohnungswirtschaft dafür sorgen, dass die Entlastung auch bei den Mieterinnen und Mietern ankommt. Dafür setze ich mich als Landtagskandidat von Volt für Köln-Chorweiler besonders ein.**

## Köln hat kein Erkenntnisproblem

Köln hat beim Wohnen längst kein Erkenntnisproblem mehr. Köln hat ein Umsetzungsproblem.

Die offiziellen Zahlen zeigen, wie ernst die Situation ist. Die mittlere Angebotsmiete ist 2025 auf 14,70 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 4,8 Prozent innerhalb eines Jahres. Besonders kleine Wohnungen sind teuer: Für Wohnungen mit weniger als 30 Quadratmetern wurden im Mittel sogar 23,60 Euro pro Quadratmeter verlangt. Das trifft Studierende, Auszubildende, Alleinlebende und Menschen mit geringem Einkommen besonders hart.

Gleichzeitig hat die Stadt mit Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Politik untersucht, warum das Bauen in Köln so teuer ist. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Über alle beteiligten Ebenen hinweg wurden mögliche Einsparungen von bis zu 2.700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ermittelt. Dabei geht es unter anderem um Baustandards, kommunale Vorgaben, Planungsprozesse, Genehmigungen und eine bessere Zusammenarbeit der Beteiligten. Einige Maßnahmen könnten unmittelbar umgesetzt werden, andere benötigen politische Beschlüsse von Stadt, Land oder Bund.

Die Formulierung „bis zu“ ist dabei wichtig. Niemand sollte so tun, als würden nun automatisch bei jedem Bauprojekt 2.700 Euro pro Quadratmeter eingespart. Aber das Ergebnis zeigt deutlich: Die Politik besitzt konkrete Stellschrauben. Sie muss sie jetzt nutzen.

## Niedrigere Baukosten müssen zu niedrigeren Mieten führen

Günstigeres Bauen allein schafft noch kein bezahlbares Wohnen. Eine Wohnung, die preiswerter errichtet, anschließend aber zum höchstmöglichen Marktpreis vermietet wird, löst die soziale Wohnungsfrage nicht.

Deshalb braucht jede öffentliche Unterstützung eine nachvollziehbare Gegenleistung. Wo Fördermittel fließen, öffentliches Baurecht erleichtert oder städtische Grundstücke bereitgestellt werden, müssen bezahlbare Mieten verbindlich gesichert werden. Das kann durch Mietpreis- und Belegungsbindungen, Konzeptvergaben, Erbbaurechte oder vertraglich festgelegte Sozialquoten geschehen.

Die Volt-Fraktion im Kölner Rat hat bereits frühzeitig darauf hingewiesen, dass Einsparungen aus dem Prozess „Köln baut bezahlbar“ bei den Mieterinnen und Mietern ankommen müssen. Ergänzend zum privatwirtschaftlichen Wohnungsbau sollen städtische, genossenschaftliche und gemeinwohlorientierte Akteure eine stärkere Rolle erhalten.

Das ist der richtige Ansatz. Der Erfolg des Programms darf nicht daran gemessen werden, wie viele Vorschläge auf Papier beschlossen werden. Entscheidend ist, wie viele bezahlbare Wohnungen tatsächlich entstehen und wie lange sie bezahlbar bleiben.

## Schneller bauen – aber nicht beliebig bauen

Mit dem sogenannten Bau-Turbo hat Köln bereits eine Möglichkeit geschaffen, bestimmte Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Verfahren zur Schaffung von Planungsrecht, die bisher durchschnittlich drei bis vier Jahre dauerten, können dadurch in geeigneten Fällen deutlich verkürzt werden.

Diese Beschleunigung ist notwendig. Sie darf aber nicht mit blindem Abbau sinnvoller Anforderungen verwechselt werden.

Neue Wohnviertel brauchen mehr als Gebäude. Sie benötigen Schulen, Kindertagesstätten, Grünflächen, soziale Einrichtungen, Nahversorgung und eine leistungsfähige Anbindung an Bus und Bahn. Wer heute Wohnungen ohne diese Infrastruktur plant, schafft die Probleme von morgen.

Schnelligkeit und Qualität sind deshalb keine Gegensätze. Gute Verwaltung bedeutet, frühzeitig klare Regeln zu setzen, Zuständigkeiten festzulegen, digital zusammenzuarbeiten und anschließend zügig zu entscheiden. Jahrelange Abstimmungsschleifen, wechselnde Vorgaben und politische Detailsteuerung verteuern Projekte, ohne automatisch bessere Quartiere hervorzubringen.

## Nordrhein-Westfalen trägt Mitverantwortung

Die Landespolitik darf die Wohnungsnot nicht allein bei den Kommunen abladen. Nordrhein-Westfalen entscheidet unter anderem über die Landesbauordnung, die öffentliche Wohnraumförderung, Teile der kommunalen Finanzierung und wichtige Rahmenbedingungen für Genehmigungsbehörden.

Das mehrjährige Wohnraumförderprogramm des Landes wurde auf insgesamt zwölf Milliarden Euro bis 2027 aufgestockt. Gefördert werden unter anderem Mietwohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen. Damit existiert ein bedeutendes Instrument, um dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Fördervolumen allein garantiert jedoch noch keine fertige Wohnung. Die Programme müssen zuverlässig, verständlich und für kommunale, genossenschaftliche sowie private Bauherren praktisch nutzbar sein.

Gerade Städte mit einem besonders angespannten Wohnungsmarkt benötigen Planungssicherheit. Förderbedingungen dürfen nicht ständig wechseln. Bewilligungen müssen schneller erfolgen. Kommunen müssen frühzeitig wissen, mit welchen Mitteln sie rechnen können.

Als Landtagskandidat von Volt setze ich mich besonders dafür ein, dass Köln seinen fairen und bedarfsgerechten Anteil an der Wohnraumförderung erhält. Die Förderverfahren müssen digitaler und einfacher werden. Gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen und Genossenschaften müssen besseren Zugang zu Grundstücken und Finanzierung erhalten. Einsparungen, die durch öffentliche Entscheidungen ermöglicht werden, müssen in nachweisbar bezahlbare Mieten übersetzt werden.

## Kreuzfeld wird zum Prüfstein

Besonders deutlich wird die gemeinsame Verantwortung von Stadt und Land beim geplanten neuen Stadtteil Kreuzfeld. Im Kölner Norden sollen auf etwa 80 Hektar mindestens 3.500 Wohnungen sowie neue Arbeitsplätze entstehen. Geplant ist kein reines Schlafviertel, sondern ein neuer Stadtteil mit sozialer Infrastruktur, Bildungsangeboten, Freiräumen und unterschiedlichen Wohnformen.

Kreuzfeld darf nicht weiter über Jahre hinweg in Planungs- und Zuständigkeitsfragen festhängen. Gleichzeitig darf das Projekt nicht auf die reine Anzahl der Wohnungen reduziert werden. Entscheidend ist, dass ein sozial gemischtes, klimaresilientes und gut angebundenes Veedel entsteht.

Das Land muss bei den Aufgaben, für die es zuständig ist, verbindlich mitwirken. Dazu gehören verlässliche Fördermittel, Unterstützung bei der Verkehrsinfrastruktur, beschleunigte Verwaltungsverfahren und eine enge Abstimmung mit Köln. Für ein Projekt dieser Größenordnung braucht es feste Ansprechpartner und einen gemeinsamen Zeitplan von Stadt und Land.

## Dafür setze ich mich ein

Bezahlbares Wohnen ist keine politische Randfrage. Es ist Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik, Familienpolitik und Stadtentwicklung zugleich.

Pflegekräfte, Erzieherinnen, Handwerker, Beschäftigte im Einzelhandel, Auszubildende und junge Familien müssen weiterhin in Köln leben können. Unternehmen finden keine Fachkräfte, wenn sich Beschäftigte die Stadt nicht mehr leisten können. Vereine, Schulen und Nachbarschaften verlieren ihren Zusammenhalt, wenn Normalverdienende aus ihren Veedeln verdrängt werden.

Ich mache bezahlbares Wohnen deshalb zu einem Schwerpunkt meiner Kandidatur für Volt. Ich setze mich besonders dafür ein, dass das Land Nordrhein-Westfalen nicht nur Förderprogramme ankündigt, sondern Köln bei der konkreten Umsetzung unterstützt. Dazu gehören einfachere Regeln, schnellere digitale Verfahren, dauerhaft verlässliche Fördermittel und starke kommunale sowie gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen. Meine jüngsten Beiträge zur Bodenpolitik und zur Entwicklung Kreuzfelds unterstreichen diesen Schwerpunkt.

Köln braucht keine weitere unverbindliche Absichtserklärung. Köln braucht einen verbindlichen Umsetzungspakt für bezahlbares Wohnen – zwischen Stadt, Land, Wohnungswirtschaft, Genossenschaften und gemeinwohlorientierten Bauträgern.

Die notwendigen Erkenntnisse liegen auf dem Tisch. Jetzt muss gebaut werden: schneller, verlässlich und vor allem bezahlbar.