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Müll am Lindweilerweg: Bachhausen fordert Sofortprogramm statt wochenlangen Wegsehens

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Stadt und AWB müssen illegale Ablagerungen schneller beseitigen – verbindliche Fristen und Maßnahmen gegen bekannte Müll-Hotspots gefordert

Auf dem Parkplatz am Lindweilerweg zwischen Lindweiler und Longerich sind erneut Bauschutt, Sperrgut und weitere Abfälle illegal abgeladen worden. Obwohl solche Ablagerungen gemeldet werden, bleibt der Müll nach Angaben von Anwohnerinnen und Anwohnern teilweise über Wochen liegen. Dirk Bachhausen, Landtagskandidat von Volt im Wahlkreis Köln IV, fordert die Stadt Köln und die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln auf, endlich konsequent und mit klaren Fristen zu handeln.

„Wer wilden Müll meldet, darf nicht wochenlang auf dessen Beseitigung warten. Jede nicht geräumte Ablagerung vermittelt die Botschaft: Hier schaut niemand hin, hier kümmert sich niemand. Genau dadurch wird aus einem Müllhaufen schnell eine dauerhafte illegale Deponie“, erklärt Bachhausen.

Der Parkplatz am Lindweilerweg ist seit Jahren als Problemstelle bekannt. Bachhausen verweist in diesem Zusammenhang auf den Grundgedanken der sogenannten Broken-Windows-Theorie: Sichtbare Verwahrlosung, die über längere Zeit nicht behoben wird, kann den Eindruck erwecken, dass Regeln nicht gelten und niemand Verantwortung übernimmt. Dadurch können weitere Verschmutzungen und Beschädigungen begünstigt werden.

„Man muss die Broken-Windows-Theorie nicht kriminalpolitisch überhöhen, um das Offensichtliche zu erkennen: Wo der erste Müllberg liegen bleibt, kommt der nächste hinzu. Schnelle Reinigung ist deshalb keine Kosmetik. Sie ist Prävention und ein sichtbares Zeichen dafür, dass der öffentliche Raum nicht aufgegeben wird“, so Bachhausen.

Der Lindweilerweg ist kein Einzelfall. Anfang Juli 2026 wurden an der Militärringstraße in Longerich Fleischabfälle illegal entsorgt. Trotz sommerlicher Hitze, erheblicher Geruchsbelästigung und zahlreicher Hinweise an Ordnungsamt, Polizei, AWB, Umweltamt, die Behördennummer 115 und das Portal „Sag’s uns“ wurden die Abfälle erst am 23. Juli entfernt. Hauptursache war ein Zuständigkeitsstreit, weil der betreffende Straßenabschnitt in die Verantwortung von Straßen.NRW fiel.

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Auch im Niehler Industriegebiet entlang der Bernhard-Günther-Straße und der Scarletallee wurden große Mengen Bauschutt, Mineralwolle, Küchenabfälle und weiterer Unrat dokumentiert. Bereits 2016 hatte sich die Bezirksvertretung mit einer vergleichbaren Situation an der Franz-Greiß-Straße befasst. Nach einem Bericht vom Juni 2026 war fast zehn Jahre später noch immer keine nennenswerte Verbesserung erreicht worden.

Die Entwicklung betrifft inzwischen die gesamte Stadt. Nach Angaben des WDR stieg die Zahl der in Köln gemeldeten illegalen Müllablagerungen innerhalb von fünf Jahren von rund 24.000 auf 30.600 Fälle. Allein 2025 mussten etwa 3.000 Tonnen illegal entsorgter Abfälle beseitigt werden. Die jährlichen Kosten erhöhten sich im selben Zeitraum von etwa zehn Millionen Euro auf mehr als 15 Millionen Euro.

„Die Zahlen zeigen, dass Appelle und gelegentliche Aktionswochen nicht ausreichen. Köln hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Menschen melden den Müll – aber anschließend verlieren sich Hinweise in Zuständigkeitsfragen und unbearbeiteten Vorgängen. Das ist nicht akzeptabel“, kritisiert Bachhausen.

Bachhausen fordert deshalb:

  1. Die unverzügliche und vollständige Räumung der aktuellen Ablagerungen am Lindweilerweg.
  2. Eine verbindliche Reaktionsfrist von höchstens 48 Stunden für gemeldeten wilden Müll. Gesundheitsgefährdende, verwesende oder gefährliche Abfälle müssen noch am selben Tag gesichert und beseitigt werden.
  3. Eine zentrale Koordinierungsstelle, die Hinweise intern an die tatsächlich zuständige Behörde weiterleitet. Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht länger zwischen Stadt, AWB, Forstverwaltung und Straßen.NRW hin- und hergeschickt werden.
  4. Ein konkretes Maßnahmenpaket für bekannte Müll-Hotspots. Für den Parkplatz am Lindweilerweg müssen Zugangsbeschränkungen, bessere Beleuchtung, regelmäßige Kontrollen und eine rechtlich zulässige zeitweise Überwachung ernsthaft geprüft werden.
  5. Die schnelle Umsetzung der bereits angekündigten „Mülldetektive“, damit nicht nur auf Kosten der Allgemeinheit aufgeräumt wird, sondern Verursacher ermittelt und konsequent zur Verantwortung gezogen werden.
  6. Eine transparente Bearbeitungsanzeige für gemeldete Fälle mit Eingangsdatum, Zuständigkeit, vorgesehenem Räumungstermin und Abschlussmeldung.
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„Eine Stadt, die Meldungen entgegennimmt, übernimmt damit auch Verantwortung. Ein digitales Häkchen im Meldesystem macht den Parkplatz nicht sauber. Stadt und AWB müssen dafür sorgen, dass aus einer Meldung zeitnah sichtbares Handeln wird“, betont Bachhausen.

„Lindweiler und der gesamte Kölner Norden dürfen nicht wie Gebiete zweiter Klasse behandelt werden. Sauberkeit, Sicherheit und eine funktionierende Verwaltung sind keine Frage der Postleitzahl. Der Müll am Lindweilerweg muss jetzt weg – und die nächste Ablagerung muss verhindert werden.“

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