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Online bezahlen ohne Visa, Paypal und Co.
Derzeit sind wir beim digitalen Bezahlen in Europa noch überwiegend von Tech-Anbietern aus den USA abhängig. Der private Anbieter Wero versucht bereits dagegenzuhalten, in ein paar Jahren könnte auch die EU mit dem digitalen Euro nachziehen. Doch wie funktionieren die europäischen Alternativen eigentlich?
von Pamela Kaethner
, Karolin Arnold
Bezahlen im Alltag ist fast zu einer Nebensache geworden. Ein Piepen, ein Nicken, der Nächste bitte. Doch hinter dieser Bequemlichkeit steckt ein komplexes Netzwerk aus Banken, Zahlungsdienstleistern und Tech-Firmen. Wer entscheidet eigentlich darüber, ob eine Zahlung funktioniert oder nicht? Und wer kann die Datenspuren sehen, auswerten oder weiterverwenden?
Indem in Deutschland immer mehr Menschen bargeldlos zahlen, wächst der Einfluss US-amerikanischer Zahlungsdienstleister immer weiter. So sehr, dass die Europäische Union um die finanzielle Souveränität ihrer Mitgliedstaaten fürchtet – und daran arbeitet, sich unabhängiger von amerikanischen Anbietern zu machen. Zwei zentrale Bausteine auf diesem Weg sind zum einen der Bezahldienst Wero als europäische Alternative zu PayPal, dessen Mitgründer die umstrittenen Tech-Milliardäre Elon Musk und Peter Thiel sind. Zum anderen die Einführung des digitalen Euro.
Warum braucht es ein unabhängiges europäisches Finanzsystem?
Schon im März 2025 warnte der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, Europas Abhängigkeit von amerikanischen Zahlungsdienstleistern mache es anfällig für wirtschaftlichen Zwang. Dies sei ein zentrales Risiko in den sich verschlechternden Beziehungen zwischen Europa und den USA: „Wir erleben derzeit einen globalen Wandel hin zu einem multipolaren Währungssystem, in dem Zahlungssysteme und Währungen zunehmend als Instrumente geopolitischen Einflusses eingesetzt werden“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters bei einer Rede im irischen Cork.
Die Sorge der EU könnte berechtigt sein. So fürchtet der Ökonom Gerhard Schick von der Bürgerbewegung Finanzwende, dass die Macht der Tech-Giganten wie Google, Apple und Meta auch auf dem Gebiet der Bezahldienste riskant werden könnte: Würden auch sie Kreditkarten und Sparkonten anbieten, wie bereits in den USA, könnten sie systemrelevante Finanzakteure auch in Europa werden.
Die Folge: Eine stärkere Konzentration von Finanzangeboten unter ausländischer Kontrolle. Die großen Anbieter wären so mächtig, dass sie kaum noch reguliert werden könnten. Gleichzeitig würden europäische Regierungen abhängig werden, weil wichtige Teile der Finanzinfrastruktur im Ausland kontrolliert würden.
Hier könnte der digitale Euro helfen: Laut dem EZB-Experten Lane könnte der digitale Euro sichstellen, dass der Euroraum die Kontrolle über seine finanzielle Zukunft behalte. Der digitale Euro soll ähnlich wie Bargeld funktionieren und es den Menschen ermöglichen, direkte Zahlungen im Einzelhandel vorzunehmen, ohne auf einen außereuropäischen Kartenanbieter angewiesen zu sein.

Eine europäische Konkurrenz für den US-amerikanischen Finanzdienstleister Paypal existiert bereits. Der Bezahldienst Wero ermöglicht seit Juli 2024, Zahlungen von Handy zu Handy. Eine mögliche Nutzung an der Ladenkasse soll laut Handelsblatt im Laufe des Jahres folgen.
EPI gibt auf Anfrage von CORRECTIV an, dass in Deutschland und Belgien bei 300 Anbietern eine Online-Zahlung mit Wero bereits möglich ist. Als Beispiele nennt EPI etwa Eventim; zudem planen Händler wie Decathlon und Lidl laut EPI derzeit die Einführung.
Aktuell ist Wero nur in Frankreich, Deutschland und Belgien nutzbar und soll auf weitere Länder ausgeweitet werden. In Deutschland nutzen den Dienst bisher nach Angaben von Wero etwa 7,2 Millionen Menschen, europaweit rund 44 Millionen.
Hinter dem Dienst steht ein Zusammenschluss von 25 europäischen Partnerbanken und Zahlungsdienstleistern aus Deutschland, Frankreich und Belgien – die European Payments Initiative (EPI). Sie will Wero langfristig auch zu einer Alternative zu Visa und Mastercard ausbauen. Derzeit ist Wero der einzige private Versuch, die europaweite Zahlungsunabhängigkeit zu stärken.
Wie funktioniert Wero?
Nutzer von Wero greifen auf das Online-Banking oder die App ihrer Bank zurück und geben dabei die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers an. Banken, die Wero unterstützen, ermöglichen die Nutzung direkt im eigenen Banking-System. Dazu zählen unter anderem ING, Postbank, Sparkassen, Sparda-Banken und Volksbanken.
Wie unabhängig ist das System wirklich?
Doch das Versprechen der digitalen Una
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Author: Stella Hesch