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AfD in Freising halbiert – eigener Stadtrat rechnet mit den Nazis ab!

Gerade gewählt, schon tritt ein Stadtrat aus der AfD in Freising aus – er ist verärgert, weil sie keine anderen Themen kennt als ihren Rassismus. Damit halbiert er bereits die dortige AfD im Stadtrat, die gerade ein extra Mandat gewonnen hatte.

Die Freisinger AfD hat bei der Stadtratswahl gerade ihren zweiten Sitz errungen, da ist dieser Sitz auch schon wieder weg. Ulrich Holzner, Kfz-Mechatroniker und frisch gewählter Stadtrat, hat die Partei noch vor der ersten Sitzung des neuen Gremiums verlassen. In einer Pressemitteilung schreibt er schlicht: „Hiermit teile ich mit, dass ich aus der AfD ausgetreten bin.” Sein Mandat will er als fraktionsloses Mitglied fortführen. Ein kleines kommunalpolitisches Erdbeben – aber vor allem eines, das die AfD selbst ausgelöst hat.

Holzner erzählt freimütig, warum. Er beschäftigt selbst einen syrischen Geflüchteten, der sich nach seiner Aussage bestens integriert habe. Jemanden wie ihn abschieben zu wollen, sei für ihn schlicht undenkbar. Und dann die Themen der Partei: Windkraft? Dagegen. Freiflächenphotovoltaik? Dagegen. Irgendetwas Konkretes für die Landwirtschaft? Fehlanzeige. „Gegen alles und für nichts”, bringt Holzner es auf den Punkt.

„Immer nur Remigration, die haben ja kein anderes Thema mehr.”

Dass er im April 2025 einen Freisinger Ortsverband habe gründen müssen – „ja, müssen”, wie er betont –, sei ihm ebenfalls unangenehm aufgestoßen. Beim Versuch, diesen Verband mit Leben zu füllen, war die Realität ernüchternd. Der Vorstand des AfD-Ortsverbands Freising besteht nach dem Austritt des Vorsitzenden Ulrich Holzner offenbar nur noch aus der Vize-Vorsitzenden Thi Lam Hong Nguyen, dem Schatzmeister Murat Demir und der Schriftführerin Phuong Lan Tran Thi. Eine seltsame Basis für eine Partei, deren Kerngeschäft die Ausgrenzung von Menschen genau dieser Herkunft ist. Und dass die Partei für nichts anderes mehr stehe, außer für den Rassismus, störte Holzner zunehmend.

Holzner beschäftigt selbst einen syrischen Geflüchteten in seiner Werkstatt, der sich nach seiner Aussage hervorragend integriert habe – und das Dauerthema “Remigration” habe er schlicht nicht mehr ertragen. „Immer nur Remigration, die haben ja kein anderes Thema mehr. Ich konnte das nicht mehr hören.” Jemanden wie seinen Mitarbeiter abschieben zu wollen, das gehe gar nicht.

Den endgültigen Anstoß zum Austritt gab die letzte Vorstandssitzung, über deren Inhalt Holzner schweigt. Was er aber benennt, ist der Nachwuchs der Partei. Die „Generation Deutschland”, im November 2025 als Nachfolgeorganisation der verbotenen Jungen Alternative gegründet, lässt ihn nicht kalt: junge Männer mit scharfem Seitenscheitel, die Seiten rasiert, im Trachtenjanker. „Was da herangekarrt wird, sind die Typen, die das verkörpern, was der AfD vorgeworfen wird”, sagt Holzner. Das ist keine Vermutung eines linken Mediums. Das ist die Beobachtung eines Mannes, der bis vor Kurzem selbst Mitglied war.

Die AfD ist eine Nazi-Partei – sagen die, die es wissen müssen

Holzner steht mit dieser Einschätzung nicht allein. Er reiht sich ein in eine lange, bemerkenswert konsistente Folge von Menschen, die die AfD von innen kannten und sie verließen – nicht wegen Kleinigkeiten, sondern wegen genau dieser Entwicklung. Jörg Meuthen, bis 2022 einer der Bundesvorsitzenden der Partei, formulierte es so: „Die Radikalen haben die Kontrolle über die AfD übernommen.”

Christopher Emden, ehemaliger Vize-Landeschef der AfD Niedersachsen, nannte die Partei „den Abgrund für Deutschland” und warnte, sie sei „aufgrund der zunehmenden Radikalisierung vieler Mitglieder, sogar gefährlich für unser Land.” Markus Plenk, einst Fraktionschef der AfD im bayerischen Landtag, zog nach seinem Austritt 2019 ein Fazit, das wenig Interpretationsspielraum lässt: „Mit Neonazis mache ich mich nicht gemein.” Für diese Aussage erhielt er Hassmails und Morddrohungen und musste unter Polizeischutz gestellt werden.

“Genau so wurde auch die NSDAP groß.”

Ex-Abgeordnete Claudia Martin, 2016 ausgetreten, beschrieb Ideen der AfD Baden-Württemberg, die sie an den Madagaskar-Plan der Nationalsozialisten erinnerten. Ihr Kommentar: „Bei der AfD gibt es Papiere in den Schubladen, die sind krasser als das, was die NPD früher wollte.” Die ehemalige Stadträtin Freia Lippold-Eggen aus Bad Kissingen zog einen noch direkteren Vergleich: „Um an die Macht zu kommen, nutzen sie die Schwächen der Demokratie – jener Demokratie, die sie abschaffen wollen. Das funktioniert wie 1933, genau so wurde auch die NSDAP groß.” Und die komplette AfD-Stadtratsfraktion in Siegen trat geschlossen aus, weil sie den Kampf gegen die „nationalbesoffenen Schwärmer” und „randständigen Radikalen” innerhalb der eigenen Partei für verloren erklärte.

Das Muster ist unvermeidlich. Es sind diesmal keine politischen Gegner, die das sagen. Es sind Menschen, die die AfD mitaufgebaut, für sie kandidiert, in ihr Verantwortung getragen haben – und die alle zu derselben Schlussfolgerung kommen: Diese Partei ist eine rechtsextreme Partei, in der Nazis den Ton angeben. Der Freisinger Holzner ist nur der Neueste in dieser Reihe.

Artikelbild: Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe erstellt. Wie Volksverpetzer KI verwendet.

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