
AfD-Mitglied hat Auto selbst angezündet – Nächster Fake-„Antifa-Anschlag“ aufgeflogen!
von Thomas Laschyk | 20. März 2026 | Aktuelles
Ein AfD-Mitglied zündete sein eigenes Auto an, fälschte einen Antifa-Drohbrief – und die Partei sprach sofort von einem „feigen Anschlag“: Schon wieder stellt sich heraus, dass ein vermeintlicher Angriff auf die AfD selbst inszeniert wurde. Medien müssen endlich wirklich anfangen, diese Vorfälle “zu verschweigen”, wie die rechte Presse ihnen ständig vorwirft – weil sie ständig gelogen sind.
Feige war an dem Anschlag nach aktuellen Ermittlungsergebnissen nur, dass er „der Antifa“ in die Schuhe geschoben wurde: Den Brand seines Kleintransporters hat ein AfD-Mitglied im bayrischen Uffenheim selbst gelegt, wie die Polizei berichtet. Dabei geht es nicht nur um mutmaßlichen Versicherungsbetrug: Der Mann hat auch gestanden, einen angeblichen Drohbrief der Antifa gefälscht und das Auto einige Tage vorher mit politischen Graffiti beschmiert zu haben.
Der AfD-Kreisverband Fürth/Neustadt a.d. Aisch meldete sich am nächsten Tag mit der Verurteilung des „feigen Anschlags“ zu Wort und zog direkt krude Verbindungen zwischen den „Omas gegen Rechts” und dem angeblichen Brandanschlag. Tja, das ist schlecht gealtert. Nach den neuen Ermittlungsergebnissen sieht sich Landeschef Stephan Protschka genötigt zu erklären, es handele sich um das Fehlverhalten einer Einzelperson, eine pauschale Übertragung auf die AfD verbitte er sich.
Interessant: geht es um Geflüchtete oder Menschen mit Migrationshintergrund, hat die AfD selten ein Problem mit Pauschalisierungen. Doch ist eine solche Inszenierung wirklich nur ein Einzelfall bei der AfD?
Die vielen „Einzelfälle“ der inszenierten “Angriffe” auf die AfD
Erst vor zwei Wochen stellte sich heraus, dass ein „linksextremer Angriff“, der von der AfD in Rosenheim so angezeigt und den Medien so berichtet worden war, gar nie gab. Der Vorfall wurde gefilmt und man sah darauf, dass es die AfD war, die Gegendemonstranten zuerst attackierte.
Wie viele Fälle von „linker Gewalt“ gibt es noch, die nie welche waren? Ein weiteres prominentes Beispiel war ein angeblicher Stich bei AfD-Rechtsextremist Chrupalla. Chrupalla hatte eine Wahlkampfveranstaltung zur bayerischen Landtagswahl in Ingolstadt unter Verweis auf Übelkeit und Kopfschmerzen abgebrochen. Er gab an, in den rechten Arm gestochen worden zu sein.
Es gab keine Hinweise auf eine Injektion, keine auf einen Anschlag. Entsprechende Ermittlungen wurden durchgeführt, doch: Nichts. Dennoch titelte die AfD von „Anschlag“ und genau so landete das auch in den Medien. Sogar ein Gericht musste feststellen, dass nichts hinter den AfD-Anschuldigungen steckte. Zu dem Zeitpunkt war die Wahl aber gelaufen. Und die Opfer-Inszenierung hatte Wirkung gezeigt.
In einem anderen Fall war ein „linker Anschlag“ offenbar nur billig verbaute Felgen an einem Auto, in einem weiteren soll es einen „Brandanschlag“ der „Antifa“ gegeben haben, das ging gar als versuchte, linksextreme Morde in die Statistik ein. Am Ende war es offenbar doch kein politisches Motiv und die Polizei vermutete sogar eine Beziehungstat.
Der Vorfall mit AfD-Politiker Magnitz verlief 2019 schon genau so: Der „Kantholz“-Angriff stellte sich am Ende nicht als der „linksextreme Angriff“ heraus, den die AfD inszeniert hatte. 2019 berichteten wir auch von einem “Angriff auf einen AfD-Wahlkampfstand“ und ein Video zeigte, dass die AfD offenbar ihren Stand selbst zerlegt hatte.
Wir müssen aufhören, der AfD die Opfer-Lügen zu glauben
Wenn es tatsächliche Attacken gegen die AfD gibt, gehören die natürlich geahndet und verurteilt. Aber weil die rechtsextreme AfD weiß, dass wir Demokraten das tun und eben nicht größtenteils schadenfroh oder hämisch reagieren (wie es im Umkreis der AfD üblich ist bei Anschlägen und Morden), erfindet sie so oft Angriffe, die es nie gab. Weil sie weiß, dass die Opfer-Inszenierung extrem wirkmächtig ist.
AfD-Fans feiern einen vermeintlichen versuchten Angriff auf Merkel auf der IAA
Sie ist nicht nur effektiv, sie ist das Rückgrat der faschistischen Strategie: Die eigene Enthemmung, der eigene Extremismus, die eigene Korruption wird dadurch rechtfertigbar. “Die anderen sind ja schlimmer”. “Wir müssen uns eben wehren”. Diese erfundenen Angriffe und Lügen sind nicht nur gefährlich, weil sie unwahr sind. Sie radikalisieren die AfD und ihre Anhängerschaft. Deshalb befürworten sie am meisten Gewalt, deshalb wollen sie immer ihre Feinde nicht nur im Wahlkampf schlagen, sondern sie mundtot machen und ausschalten.
Die AfD ist nicht das Opfer. Sie will im Gegenteil offenbar Täter werden. In keiner Partei gibt es so nahe Verbindungen zu Terrorgruppen und Gewalt, wie wir in dieser langen Liste dokumentiert haben:
Wir müssen aufhören, sofort über die AfD Behauptungen zu berichten
Wenn wir immer und immer wieder auf die AfD-Lügen hereinfallen, irren wir uns nicht „auf der sicheren Seite“. Wir helfen dabei, die Gefahr, die von dieser rechtsextremen Partei für die Demokratie ausgeht, größer zu machen. Wir sehen immer und immer wieder: Wir können der AfD nicht trauen, wenn sie einen Angriff auf sich beklagt. Sie lügt und lügt und lügt. Deshalb, ja, müssen die demokratischen Medien aufhören, die Behauptungen der AfD von Angriffen sofort zu berichten.
Ja, die Faschisten und ihre Medien werden dann laut kreischen, dass „die Lügenpresse“ diese Angriffe „verschweigen“ würde. Na und? Das tun sie ja jetzt schon. Der rechtsradikale „ÖRR Blog“ fragte beim Fake Angriff in Rosenheim sofort, nachdem die ersten Meldungen dazu herumgegangen waren, warum der BR den Vorfall „verschweigen“ würde – der BR hatte aber tatsächlich fast zeitgleich einen Artikel veröffentlicht. Drei Wochen später ist die Fake News immer noch ohne Richtigstellung online.

Diese Propagandisten belügen ihre Anhängerschaft doch sowieso schon darüber – völlig unabhängig davon, wie oder ob wir über diese Vorfälle berichten. Es ist im Interesse unserer Demokratie, dringend aufzuhören, auch noch die Propaganda für die Faschisten zu übernehmen und ihnen die Opfer-Inszenierung zu liefern, die sie so sehr suchen, dass sie sie wieder und wieder einfach dreist erfinden. Als Journalisten haben wir eine Verpflichtung zur Wahrheit und zur Demokratie. Und der AfD darf man einfach längst nicht mehr trauen. Bitte: Wartet ab, bevor ihr vermeintliche Attacken auf die AfD berichtet. Sie könnten sehr gut wie so oft einfach Fake sein.
Artikelbild: canva.com
