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Chorweiler bekommt eine Jugendvertretung: Eine Stimme für die nächste Generation

Die Bezirksvertretung Chorweiler will Jugendliche künftig stärker an politischen Entscheidungen beteiligen. Nach dem erfolgreichen Vorbild der Innenstadt soll nun auch im Kölner Norden eine Jugendvertretung eingerichtet werden.

Chorweiler macht ernst mit Jugendbeteiligung: Die Bezirksvertretung hat beschlossen, künftig zwei Jugendvertreterinnen oder Jugendvertreter regelmäßig an ihren Sitzungen zu beteiligen. Sie sollen beratend mitwirken, Rederecht erhalten und damit die Interessen junger Menschen im Bezirk direkt in die politische Arbeit einbringen.

Das Modell orientiert sich an der Bezirksvertretung Innenstadt, wo bereits ein entsprechendes Pilotprojekt erprobt wurde. Die Stadt Köln hatte dieses Projekt Anfang des Jahres positiv bewertet. Für Chorweiler war das offenbar der entscheidende Impuls, nun ebenfalls eine solche Jugendvertretung auf den Weg zu bringen.

Der Antrag kam von der CDU-Fraktion gemeinsam mit Lucas Hahn von der FDP. Vorgesehen ist, dass die Jugendvertretung einmal jährlich von der Bezirksschülerinnenvertretung Köln entsendet wird. Die Vertreterinnen und Vertreter sollen zwischen 16 und 27 Jahre alt sein und im Stadtbezirk Chorweiler wohnen. Ein Stimmrecht ist nicht vorgesehen, wohl aber ein Rederecht – analog zur Seniorenvertretung. Begleitet werden sollen die jungen Menschen während der Sitzungen durch eine pädagogische Fachkraft.

Damit knüpft Chorweiler auch an frühere Erfahrungen an. Schon unter der früheren Bezirksbürgermeisterin Cornelia Wittsack-Junge gab es mit der sogenannten Jugendsitzung ein Format, das jungen Menschen politische Abläufe näherbringen sollte. Durch die Corona-Pandemie war diese Tradition allerdings abgebrochen.

Nun soll die Beteiligung verbindlicher werden. Jugendliche sollen nicht nur zuschauen, sondern ihre Perspektive in die Beratungen einbringen können. Gerade in einem Stadtbezirk wie Chorweiler, in dem viele junge Menschen leben und Themen wie Bildung, Mobilität, Freizeitflächen, Sicherheit und soziale Infrastruktur unmittelbar ihren Alltag betreffen, ist das ein überfälliger Schritt.

Bemerkenswert ist dabei auch, wer hier die Initiative ergriffen hat: Es sind CDU und FDP, die in Chorweiler eine Lanze für die Jugend brechen. Die SPD-Fraktion, sonst nicht selten mit dem Anspruch unterwegs, soziale Fragen besonders fest im Blick zu haben, blieb in dieser Angelegenheit eher im pädagogisch wertvollen Schweigekreis: kein eigener Antrag, kein sichtbarer Impuls, kein erkennbarer Beitrag. Manchmal kommt Jugendpolitik eben nicht von dort, wo sie am lautesten plakatiert wird.

In der Bezirksvertretung fand der Antrag breite Zustimmung. Auch die Grünen unterstützten das Vorhaben. Die AfD enthielt sich, der Antrag wurde ansonsten einstimmig angenommen.

Für Chorweiler ist das ein gutes Signal. Demokratie lebt davon, dass Menschen früh erfahren, dass ihre Stimme zählt. Wenn Jugendliche lernen, wie kommunale Politik funktioniert, welche Entscheidungen vor Ort getroffen werden und wie man eigene Anliegen einbringt, stärkt das nicht nur die politische Bildung, sondern auch den Stadtbezirk selbst.

Chorweiler bekommt damit hoffentlich mehr als nur ein neues Gremium. Es bekommt die Chance, junge Perspektiven ernsthaft in politische Entscheidungen einzubeziehen. Genau das ist dringend nötig.

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