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SPD-Chorweiler: Gökpinar wieder Fraktionschef – das Personalchaos im Kölner Norden geht weiter

Köln-Chorweiler. In der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Chorweiler ist der nächste Führungswechsel vollzogen: Seit dem 27. April 2026 ist Inan Gökpinar wieder Fraktionsvorsitzender. Damit wurde Julian Meyer nach nur rund sechs Monaten an der Spitze der SPD-Fraktion abgelöst. Bemerkenswert daran ist nicht nur die kurze Amtszeit Meyers, sondern auch die Rückkehr seines Vorgängers. Gökpinar war bereits von 2016 bis 2025 Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Chorweiler.

Der Vorgang passt in ein Bild, das die SPD im Kölner Norden seit Monaten abgibt: viel Bewegung beim Personal, aber kaum Erklärung nach außen. Denn schon vor dem Wechsel an der Fraktionsspitze hatte es einen auffälligen Abgang gegeben. Tanja Sopora, die auf Listenplatz 2 der SPD stand, war nach nur wenigen Wochen wieder raus. Sie legte ihr Mandat in der Bezirksvertretung nieder. Die Stadt Köln machte den Mandatswechsel im Februar öffentlich: Sopora habe am 8. Dezember 2025 mitgeteilt, dass sie mit Ablauf desselben Tages auf ihr Mandat verzichte; als Nachfolger wurde Frank Josef Stockhausen berufen.

Damit steht die SPD-Fraktion in Chorweiler bereits kurz nach Beginn der Wahlperiode unter erheblichem Rechtfertigungsdruck. Erst gibt eine auf vorderem Listenplatz gewählte Vertreterin nach wenigen Wochen ihr Mandat ab, dann wird der Fraktionsvorsitzende nach nur einem halben Jahr ersetzt. Das ist mehr als eine normale Personalrochade. Es wirkt wie ein Symptom tiefer liegender Unruhe.

Besonders problematisch ist der Umgang mit der Öffentlichkeit. Von einer transparenten Erklärung der SPD im Kölner Norden ist kaum etwas zu sehen. Keine klare Mitteilung, keine nachvollziehbare Begründung, keine sichtbare Einordnung. Wer wissen will, wer die SPD-Fraktion in Chorweiler führt, muss sich die Informationen mühsam über städtische Seiten, Ratsinformationssysteme und verstreute Hinweise zusammensuchen. Die Stadt Köln listet zwar die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler mit Kontaktadresse und Telefonnummer, aber eine politische Erklärung des Führungswechsels ersetzt das nicht.

Hinzu kommt ein desolater Eindruck bei der eigenen Außendarstellung. Die Homepage der SPD im Kölner Norden wirkt seit Monaten defekt und ungepflegt. Auf der Seite finden sich technische Fehlermeldungen wie „RSS Error“, im Bereich „Sitzungen von Rat & BV“ erscheint ebenfalls eine Fehlermeldung, und die sichtbaren Beiträge wirken vielfach nicht wie aktuelle, lokale Fraktionskommunikation. (SPD Köln-Nord)

Für die Bürgerinnen und Bürger im Kölner Norden ist das unbefriedigend. Lokalpolitik lebt von Verlässlichkeit, Transparenz und erreichbaren Ansprechpartnern. Wer Verantwortung in der Bezirksvertretung beansprucht, muss erklären, wer führt, warum gewechselt wird und welche politischen Konsequenzen daraus folgen. Genau diese Erklärung bleibt die SPD bislang schuldig.

Die Rückkehr Gökpinars an die Fraktionsspitze mag intern als Stabilisierung gedacht sein. Nach außen wirkt sie jedoch vor allem wie der Versuch, ein bereits aus dem Takt geratenes Gebilde wieder einzufangen. Nach dem schnellen Mandatsverzicht von Tanja Sopora, der Ablösung Julian Meyers und der fehlenden öffentlichen Kommunikation bleibt der Eindruck: Das Chaos in der SPD im Kölner Norden geht weiter.

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