Im Rahmen des Projekts „Cooles Nordrhein-Westfalen“ wird Köln zur Modellkommune für einen besseren Hitzeschutz. Die Zusammenarbeit der Stadt Köln mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Zurich-Gruppe ist ein wichtiger Schritt, um unsere Stadt gezielt auf kommende Hitzewellen vorzubereiten.
Die Folgen der menschengemachten Klimakrise sind längst auch bei uns spürbar. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, chronisch Erkrankte, Menschen ohne festen Wohnsitz sowie Personen, die im Freien arbeiten oder in schlecht isolierten Wohnungen leben. Gerade diese vulnerablen Gruppen brauchen vorbeugenden Schutz – und zwar bevor die nächste Hitzewelle beginnt.
Dass nun bis zu 25 besonders belastete Orte in Köln untersucht werden sollen, ist deshalb richtig. Schulen, Kindertagesstätten, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sowie stark frequentierte öffentliche Plätze müssen dabei besondere Aufmerksamkeit erhalten. Verschattung, Begrünung, Entsiegelung und ein intelligenter Umgang mit Wasser können die Temperaturen vor Ort spürbar senken und die Aufenthaltsqualität verbessern.
Ebenso wichtig ist es, dauerhaft zugängliche und gut erreichbare kühle Räume bereitzustellen. Museen, Bibliotheken und Bezirksrathäuser können während extremer Hitze als Schutzorte dienen. Damit solche Angebote tatsächlich bei den Menschen ankommen, müssen sie barrierefrei sein, verständlich kommuniziert werden und auch jene erreichen, die digitale Informationsangebote nicht nutzen können.
Hitzeschutz darf sich jedoch nicht auf einzelne Sofortmaßnahmen beschränken. Auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Stromversorgung und öffentlicher Nahverkehr müssen widerstandsfähiger werden. Wenn zentrale Infrastruktur bei extremer Hitze ausfällt, trifft das besonders diejenigen, die ohnehin auf Unterstützung angewiesen sind.
Das Kölner Modellprojekt kann wertvolle Erkenntnisse für ganz Nordrhein-Westfalen liefern. Entscheidend wird sein, dass aus der Analyse anschließend konkrete, finanzierte und überprüfbare Maßnahmen entstehen. Kommunen dürfen mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden. Das Land muss erfolgreichen Projekten eine dauerhafte Finanzierung ermöglichen und die gewonnenen Erkenntnisse schnell auf andere Städte und Gemeinden übertragen.
Klimaanpassung und konsequenter Klimaschutz gehören dabei zusammen. Wir müssen unsere Städte auf bereits unvermeidbare Folgen der Klimakrise vorbereiten und zugleich den Ausstoß von Treibhausgasen entschlossen reduzieren.
Als Landtagskandidat von Volt unterstütze ich diesen Weg ausdrücklich. Ein vorsorgender Hitzeschutz schützt Gesundheit und Leben, stärkt unsere Infrastruktur und macht Köln lebenswerter. Er ist keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern ein zentraler Bestandteil moderner öffentlicher Daseinsvorsorge.