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Schulterschluss in Salzburg: AfD holt sich Tipps bei FPÖ
Die AfD Sachsen-Anhalt lässt sich vor der Landtagswahl von der österreichischen FPÖ in Salzburg beraten. Während der Schulterschluss der Rechtsextremisten öffentlich vorangeht, bleibt die Rolle eines Beraters im Hintergrund bemerkenswert.
von Martin Böhmer
In der Region Salzburg hat es die rechtspopulistische FPÖ an die Macht geschafft. „Marlene, was kannst du uns denn mit auf den Weg geben?“, fragt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund aus Sachsen-Anhalt. Marlene, das ist Marlene Svazek, hochrangige Politikerin der österreichischen FPÖ – bei ihr will sich Siegmund „auf das Regieren vorbereiten“. Und die FPÖ-Frau gibt dem Rechtsextremisten offenbar gerne Tipps.
Über zwei Tage hatte sich der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt in Salzburg zur Klausurtagung einquartiert, auch um sich mit der FPÖ zu vernetzen und von den Rechtspopulisten aus Österreich zu lernen. In Salzburg regiert die FPÖ gemeinsam mit der ÖVP.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will bei den Landtagswahlen im September an die Macht und die erste AfD-Regierung stellen. Dafür poliert er sein Image auf. Social-Media-Beiträge sind auf Hochglanz getrimmt, alles soll hochprofessionell, seriös und trotzdem nahbar wirken – eine Strategie, die Siegmund in den Wähler-Umfragen auf 40 Prozent gebracht hat.
Begleitet wurde der Spitzenkandidat von einer großen AfD-Delegation aus Sachsen-Anhalt. Darunter etwa Hans-Thomas Tillschneider, der unter anderem vom Verfassungsschutz beobachtet wurde und als eine der Führungsfiguren im radikalen „Flügel“ von Björn Höcke agierte. Oder Frank-Otto Lizureck, der mit Tillschneider in der Kritik stand, weil sie eine Ehrung für Wladimir Putin in der russischen Botschaft in Berlin besuchten – nicht der erste Fall von Russland-Nähe bei Lizureck.
AfD-Spitzenkandidat Siegmund kündigt „größte Abschiebeoffensive, die Deutschland je erlebt hat“ an
„Wichtig ist, sich nicht zu verbiegen (…) und die Positionen umzusetzen, für die man auch gewählt worden ist“, lautet ein Tipp von Marlene Svazek, stellvertretende Ministerpräsidentin im Land Salzburg, an den AfD-Mann Siegmund.
Seine Ankündigungen zu verfolgen, das würde in Siegmunds Fall bedeuten, die „größte Abschiebeoffensive, die Deutschland je erlebt hat“ umzusetzen. So kündigte er es in seiner Bewerbungsrede als AfD-Spitzenkandidat Ende Mai 2025 an.
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Author: Martin Böhmer