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Sogar Rechte machen jetzt Stimmung gegen Gasheizungen: Mythos „Gasmangellage“

Während Wärmepumpen boomen, schieben Rechte Panik wegen einer Gasmangellage, die es gar nicht gibt.

Nun ist es offiziell. 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verbaut. Damit ist eine wichtige Trendwende geschafft. Im Vergleich zum Jahr 2023, in dem viele Menschen auf die Lügen von Bild & Co. hereingefallen waren, ist der Absatz von Gasheizungen um über 65 % eingebrochen. Auch gegenüber den Vorjahren ist der Absatz drastisch eingebrochen. Es handelt sich also um eine echte Trendwende. Gasheizungen sind ein Auslaufmodell. Im Neubau ist der Trend noch deutlicher, hier dominiert die Wärmepumpe bei 74 % der Heizungen.

Daten: BDH, eigene Grafik. 2022 waren die Gaspreise sehr hoch aufgrund der Drosselung der Lieferungen durch Putin.

Gleichzeitig gibt es aktuell besonders von rechten Influencern komplette Panikmache vor einer angeblichen „Gasmangellage“ – denn die Gasspeicher sind wegen des besonders kalten Winters nur schlecht gefüllt. Während die Speicher durchaus leerer sind als in den letzten Jahren zum gleichen Zeitpunkt, ist die rechte Panik vor einem Zusammenbruch völlig überzogen.

Die Bundesnetzagentur widerlegt das: „Die deutschen Gasspeicher sind ein wichtiger Versorgungsbaustein, aber keineswegs allein relevant.“ Denn seit 2022 wurde die LNG-Infrastruktur ausgebaut und es gibt mehr Lieferwege aus allen Richtungen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Rechte jetzt Panik schieben vor Gasmangel – haben sie doch selbst die Alternativen zu Gas jahrelang rigoros bekämpft. Fun Fact: Eine Wärmepumpe braucht sogar dann weniger Gas, wenn der Strom komplett aus einem Gaskraftwerk kommt.

Axel Springer Verlag und AfD unterstützten Gasmangel

Wirklich schwierig war die Lage 2022/23, als Putin die Gas-Pipelines nach Europa abdrehte. Er hatte die Gaslieferungen schon vor Beginn des Krieges gedrosselt und so die Preise hochgetrieben, um die Öffnung von Nordstream 2 zu erpressen. Dann schloss er im April 2022 die Pipelines nach Polen. Und schlussendlich auch die Nordstream-Pipelines.

In dieser Situation beschloss die Ampel ein Gesetz zum Umstieg weg von Gas beim Heizen. Eine Nature-Studie zeigt, dass ein schneller Ausbau von Wärmepumpen bereits 2025 etwa 40–60 % der vorherigen russischen Importe hätte ersetzen können.

Der Axel-Springer-Verlag mit seinen Zeitungen „Bild“ und „Welt“ unterstützte zusammen mit der AfD und ihren rechtsextremen Medien jedoch indirekt den russischen Angriffskrieg mit einer beispiellosen Kampagne gegen die Wärmepumpe. Wir haben darüber ausführlich berichtet:

BILD Lesen macht arm – Wärmepumpe wird am günstigsten

Die Fakes waren teilweise unfreiwillig komisch: So sollten Häuser gleich explodieren, wenn man Wärmepumpen nutzt.

Screenshot eines rechtsextremen Magazins

Die Realität sieht wie immer anders aus als in der rechten Fantasie: In einer Studie der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende können in Deutschland etwa 60 Prozent aller Wohnflächen mit Wärmepumpen beheizt werden – der Rest könnte größtenteils über Fernwärme versorgt werden.

Jetzt schüren sie Angst vor Gasmangel

Rechte haben grundsätzlich die Angewohnheit, Probleme zu erzeugen, vor denen sie dann später Angst machen. Beispielsweise warnen sie einerseits vor steigenden Sozialabgaben, bekämpfen aber gleichzeitig Migranten, die insgesamt deutlich jünger sind als länger hier Lebende – und daher bei den größten Ausgabenblöcken, nämlich Rente und Gesundheit, mehr beitragen als sie kosten.

Wir brauchen MEHR Einwanderung in unsere Sozialsysteme!

Oder Trump, der 2024 eine Abstimmung zu einem überparteilichen Gesetz zur Grenzsicherung torpedierte, weil er mit irregulärer Migration Wahlkampf machen wollte. Sie verhindern aktiv Lösungen, damit sie mit den Problemen Stimmung machen können.

Nun sind also die Gasspeicher auf einem historisch niedrigen Stand seit 2022 – was sie auch nicht wären, gäbe es mehr Wärmepumpen. Wenn man dazu liest, dann fällt eines auf: Je mehr sich jemand damit auskennt, desto weniger aufgeregt über den Füllstand ist die Person. Denn: Durch bessere LNG-Kapazitäten sind die Gasspeicher einfach viel weniger wichtig als früher.

Wie eigentlich dauernd schüren Rechte jetzt Angst vor dem gesellschaftlichen Zusammenbruch. Das ist schon erstaunlich, dass man bis 1945 zurückgehen muss, als es das letzte Mal einen solchen Zusammenbruch gab. Wer war damals eigentlich schuld daran?

Keine Gasmangellage in Sicht

Es gibt keine Gasmangellage. Und das wissen auch die, die es definitiv wissen müssten. Laut Verbraucherportal Verivox sind die Gaspreise gerade sogar NIEDRIGER als noch im Dezember. Kein Gasversorger würde dir einen Gasvertrag für die nächsten Monate (!) auch noch billiger verkaufen, wenn er mit einer Gasmangellage rechnet.

Für rechte Influencer bricht hier in Deutschland jedenfalls bald alles zusammen. Ganz bestimmt – manche machen schon wie Untergangspropheten Vorhersagen.

Screenshot youtube.com

Rechte haben jedenfalls nichts gelernt aus Pandemie-Prognosen wie dem legendären „Im September sind alle Geimpften tot“. Nächste Woche schon ist „Schluss“, erfährt man aber nur in der rechten Blase.

Screenshot youtube.com

Und auch die noch aus der Querdenker-Zeit stammenden Desinfo-Accounts verbreiten den Quatsch:

Immerhin hat der Account mit einem Recht: Er ist kein Energieexperte, Screenshot x.com

Wird ja dann ganz interessant in nächster Zeit. Was passiert, wenn Deutschland gar nicht zusammenbricht die nächsten beiden Wochen? Verliert der rechte Desinfo-Youtuber „Vermietertagebuch“ dann Follower, wenn seine Vorhersage merkwürdigerweise doch nicht zutrifft? Oder wird es wieder mal niemanden interessieren?

Ihre eigenen Rechnungen widerlegen sie

Vielleicht habt ihr es gesehen: Die Linien der Grafiken bei den rechten Fake News gehen bei 20 % Füllstand in einen „roten Bereich“, in dem dann ganz bestimmt alles zusammenbricht. Das ist natürlich Blödsinn. Denn das ist komplett frei erfunden. Eine solche Grenze gibt es nicht. Per Gesetz müssen Gasspeicher zum 1. Februar nur zu 30 % gefüllt sein. Und dieses Ziel wurde erreicht. Es waren 32 %.

Schauen wir uns die Rechnungen der Rechten mal an: Die zeigen, dass selbst bei einem Verbrauch wie im Januar wegen historisch niedriger Temperaturen das Gas in den Speichern noch wochenlang reicht. Der Desinfo-Account Viehler rechnet hier mit 0,6 Prozentpunkten Verlusten in unseren Speichern am Tag. Der rechte Youtuber „Vermietertagebuch“ rechnet mit 0,8 Prozentpunkten. Selbst laut „Vermietertagebuch“ reicht das Gas bei 32 % Füllstand damit noch 41 Tage – bei Tiefsttemperaturen wie im Januar wohlgemerkt. Allerdings ist in 41 Tagen dann fast Mitte März und selbst wenn die Speicher dann leer wären, würden die Versorger das über LNG kompensieren. Seriöse Prognosen gehen übrigens davon aus, dass die Gasspeicher diesen Winter nie ganz leer sein werden:

Um das Ganze zu dramatisieren, müssen die Desinformationsverbreiter sich diese 20 %-Grenze ausdenken. Nein, Deutschland ist kein iPhone, das bei 20 % den Energiesparmodus anmacht und dann „kippt“ irgendetwas.

Gesunder Menschenverstand gewinnt

Ausgerechnet pro-russische Kreise verbreiten übrigens diese Fake News vom Gasmangel – ist da jemand verzweifelt und braucht dringend neue Kunden, um die Kriegskasse für den brutalen Überfall auf die Ukraine wieder zu füllen? So leicht kann man uns nicht verarschen.

Dabei dürfte diese Fake-Kampagne ziemlich nach hinten losgehen. In weniger als „12 Tagen“ (also am 13. Februar dann) wird gar nichts passieren und dann stehen die Fake-Verbreiter recht blamiert da. Tragt es euch gerne im Kalender ein.

Außerdem ist das Ganze eine vermutlich eher unfreiwillige Kampagne gegen Gasheizungen und für Wärmepumpen. So weit sind wir schon, dass Rechte jetzt gegen Gasheizungen Stimmung machen – zwar mit Fake News, aber immerhin.

Dem Siegeszug der Wärmepumpen wird das Ganze nur helfen. Die Axel-Springer-Kampagne für Gasheizungen ist gescheitert, immer mehr Menschen bauen sich Wärmepumpen ein – weil es einfach sinnvoll ist. Wirtschaftlich und ökologisch.

8 Fakten über Wärmepumpen, die BILD & Co. vertuschen wollen

Oder um es mit den Worten vom Youtuber Akkudoktor zu sagen:

„Doch am Ende sind sie an etwas gescheitert, das sie nie einkalkuliert hatten. Einer Gemeinschaft aus Menschen, die nachrechnen statt nachplappern, die Fehler finden, wo andere nur schreien, und die gezeigt haben: Wahrheit kann lauter sein als Angst. Ihr habt das Blatt gewendet gegen eine perfekt inszenierte Kampagne, gegen Millionen an Werbebudget, gegen die lautesten Schlagzeilen des Landes, und wisst ihr was? Ihr habt gewonnen. Die wollten die Wärmepumpe beerdigen und haben dabei ihre eigene Kampagne zu Grabe getragen.“

Artikelbild: canva.com, Screenshot youtube.com

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