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Strukturwandel braucht Strom: Netzausbau in NRW jetzt beschleunigen

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Volt-Landtagskandidat Dirk Bachhausen fordert einen verbindlichen Ausbauplan für Stromnetze und neue Energien. Ohne ausreichende Netzkapazitäten drohen Investitionen, Arbeitsplätze und Zukunftsprojekte im Rheinischen Revier verloren zu gehen.

  1. September 2026

Der Strukturwandel im Rheinischen Revier gerät ins Stocken, weil die Stromnetze mit dem wachsenden Bedarf nicht Schritt halten. Während Nordrhein-Westfalen mit dem Wandel „von der Kohle zur KI“ wirbt, fehlen Unternehmen und Kommunen vielerorts die notwendigen Anschlusskapazitäten. Für Dirk Bachhausen, Landtagskandidat von Volt, ist deshalb klar: Der Ausbau der Stromnetze muss endlich zur politischen Priorität werden.

„NRW kann keine neuen Industriearbeitsplätze, Rechenzentren und klimaneutrale Mobilität versprechen, wenn vor Ort die Leitungen, Umspannwerke und Netzanschlüsse fehlen. Strukturwandel funktioniert nur mit ausreichend verfügbarer Energie“, erklärt Bachhausen.

Wie konkret das Problem bereits ist, zeigt ein aktueller Bericht des Kölner Stadt-Anzeiger. In Rommerskirchen konnte sich ein Logistikunternehmen nach Angaben des Bürgermeisters nicht ansiedeln, weil für zehn leistungsstarke Ladesäulen keine Netzkapazität verfügbar war. Auch Schnellladepunkte am Bahnhof und geplante Ladepunkte in einem Neubaugebiet können demnach derzeit nicht realisiert werden. Gleichzeitig wächst der Strombedarf durch Industrie, Batteriespeicher und Rechenzentren stark.

Im Rheinischen Revier sind mehrere große Rechenzentren geplant oder im Bau. Allein für das Microsoft-Projektgebiet soll eine zusätzliche Anschlusskapazität von bis zu 520 Megawatt geschaffen werden. Dafür werden neue 110-Kilovolt-Stationen und Leitungen benötigt. Zugleich reichen die derzeitigen Planungen für die „Windader West“, die künftig Offshore-Windstrom von der Nordsee ins Rheinland transportieren soll, bis ins Jahr 2036. Damit droht eine gefährliche Lücke zwischen Kohleausstieg, neuer Stromerzeugung und verfügbarer Netzinfrastruktur.

„Die Blockadepolitik muss aufhören“

Bachhausen kritisiert neben den Versäumnissen der NRW-Landesregierung auch den energiepolitischen Kurs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Aus seiner Sicht bremst dieser notwendige Investitionen in Netze und neue Energien aus.

„Der politische Boykott des Netzausbaus und neuer Energien durch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche muss aufhören. Ihre Rückwärtspolitik und ihre Nähe zu etablierten Lobbyinteressen gefährden Zukunftsprojekte in Nordrhein-Westfalen. Wer moderne Energieinfrastruktur verzögert, riskiert Investitionen, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze“, so Bachhausen.

Ein Zurück zu fossilen Abhängigkeiten löse die bestehenden Engpässe nicht. Stattdessen müssten Bund, Land, Kommunen und Netzbetreiber Ausbau und Erzeugung gemeinsam planen und verbindlich aufeinander abstimmen. Versorgungssicherheit und Klimaschutz dürften dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden.

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Fünf Schritte für eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur

Bachhausen fordert:

  1. Einen verbindlichen Netzausbau-Fahrplan für das Rheinische Revier, der Kohleausstieg, erneuerbare Erzeugung, Speicher und den Bedarf neuer Industrie- und Digitalprojekte zusammenführt.
  2. Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren durch mehr Personal, digitale Prozesse und verbindliche Bearbeitungsfristen.
  3. Den zügigen Ausbau von Umspannwerken, regionalen Verteilnetzen und überregionalen Stromtrassen, insbesondere der für das Rheinische Revier wichtigen Infrastruktur.
  4. Transparenz über verfügbare und geplante Netzkapazitäten, damit Kommunen und Unternehmen Investitionen verlässlich vorbereiten können.
  5. Eine klare Priorität für Zukunftsinvestitionen, darunter Rechenzentren, klimaneutrale Industrie, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher und erneuerbare Energien.

„Nordrhein-Westfalen hat das Wissen, die Unternehmen und die Menschen, um den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten. Was fehlt, ist eine Politik, die Infrastruktur rechtzeitig bereitstellt, statt auf Engpässe nur zu reagieren. Wir müssen jetzt handeln, damit Zukunftstechnologien weiterhin bei uns entstehen und der Wandel im Rheinischen Revier wirtschaftlich, sozial und klimaverträglich gelingt“, sagt Bachhausen.

Quelle der im Text genannten Projekt- und Kapazitätsangaben: Gerhard Voogt, „Netzausbau im Revier kommt nicht voran – Strukturwandel ohne Strom – ein Schildbürgerstreich?“, Kölner Stadt-Anzeiger, 18. September 2026.

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