Menschen mit einer Suchterkrankung brauchen Unterstützung, Vertrauen und einen einfachen Zugang zu Hilfe. Deshalb begrüße ich das Projekt „Chornection“ in Chorweiler ausdrücklich. Ehrenamtliche sollen dabei helfen, Brücken zwischen Betroffenen, ihrem sozialen Umfeld und den Beratungsangeboten zu bauen. Workshops bereiten sie auf diese Aufgabe vor.
Dieser Ansatz verdient Anerkennung – und eine verlässliche finanzielle Unterstützung. Wer Menschen erreichen möchte, muss Beziehungen aufbauen, zuhören und Hemmschwellen abbauen können. Dafür braucht es Zeit, qualifizierte Begleitung und Einrichtungen, die dauerhaft handlungsfähig sind.
Ehrenamt braucht professionelle Rückendeckung
Ehrenamtliche können Türen öffnen und Vertrauen schaffen. Sie können Menschen ermutigen, Unterstützung anzunehmen, und ihnen den ersten Schritt erleichtern. Sie brauchen dafür aber feste Ansprechpersonen und professionelle Unterstützung. Ehrenamtliches Engagement darf kein Anlass sein, bei der hauptamtlichen Suchthilfe zu sparen.
Meine Forderung ist deshalb klar: Solche Angebote müssen finanziell abgesichert werden. Stadt und Land müssen dafür sorgen, dass Beratung, Prävention und die Begleitung Ehrenamtlicher verlässlich möglich sind. Gute Arbeit darf nicht daran scheitern, dass Fördermittel auslaufen oder Fachkräfte fehlen.
Früh helfen und soziale Folgen begrenzen
Suchterkrankungen betreffen häufig auch Angehörige, Freundschaften und das Arbeitsleben. Hilfe sollte deshalb möglichst früh erreichbar sein – bevor sich persönliche und soziale Krisen weiter verschärfen.
Eine verlässliche Suchthilfe kann dazu beitragen, solche Entwicklungen abzufangen und damit auch gesellschaftliche Folgekosten zu vermeiden oder zu verringern. Wie hoch mögliche Einsparungen durch ein einzelnes Projekt ausfallen, lässt sich ohne entsprechende Auswertung nicht seriös beziffern. Der entscheidende Maßstab bleibt für mich ohnehin der Mensch: Niemand sollte mit einer Suchterkrankung allein bleiben, weil Unterstützung fehlt.
Ich werde mich auch persönlich einbringen und an den Workshops teilnehmen. Denn eine solidarische Gesellschaft zeigt sich darin, ob Menschen in schwierigen Lebenssituationen auf konkrete Hilfe zählen können.
„Chornection“ setzt dafür einen wichtigen Impuls in Chorweiler. Diese Arbeit verdient politische Rückendeckung und die finanziellen Mittel, die sie braucht.
