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Kölns Museen brauchen Vorsorge statt Notoperationen

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Museumsschließungen sind inakzeptabel – die Stadt muss ihre Kulturgebäude kontinuierlich instand halten

Die Warnungen des Unternehmers und Wallraf-Stifterratsvorsitzenden Peter Jungen müssen die Kölner Politik wachrütteln. Seit Jahren werden notwendige Reparaturen und Sanierungen an unseren Museen aufgeschoben. Eingegriffen wird häufig erst dann, wenn Schäden so groß geworden sind, dass eine umfassende Sanierung oder sogar eine jahrelange Schließung unvermeidbar erscheint.

Diese Politik des Abwartens muss enden.

Köln besitzt eine einzigartige Museumslandschaft. Viele ihrer Sammlungen sind aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden. Dieses kulturelle Erbe wurde uns anvertraut. Wir haben die Pflicht, es zu bewahren und für kommende Generationen zugänglich zu halten.

Museumsschließungen über viele Jahre sind deshalb inakzeptabel. Sie schaden nicht nur der Kultur, sondern auch der Bildung, dem Tourismus, der Gastronomie und dem internationalen Ansehen unserer Stadt. Ein geschlossenes Museum verliert Besucherinnen und Besucher, Einnahmen und öffentliche Aufmerksamkeit. Auch für Beschäftigte, Fördervereine und private Unterstützer entstehen erhebliche Unsicherheiten.

Besonders besorgniserregend ist die Situation, wenn Schäden an Gebäuden lange bekannt sind, notwendige Entscheidungen aber immer wieder vertagt werden. Wer bei der Instandhaltung spart, zahlt später ein Vielfaches. Aus einem kleinen Schaden wird ein großes Bauproblem, aus einer begrenzten Reparatur eine jahrelange Großbaustelle.

Köln braucht deshalb eine verbindliche Instandhaltungsstrategie für sämtliche Museen und Kulturgebäude. Dazu gehören regelmäßige Gebäudeprüfungen, klare Zuständigkeiten, langfristige Zeitpläne und fest eingeplante Haushaltsmittel. Notwendige Arbeiten müssen rechtzeitig ausgeführt werden – nicht erst, wenn eine Betriebserlaubnis gefährdet ist oder eine Schließung unmittelbar bevorsteht.

Die Verantwortung darf dabei nicht zwischen Kulturdezernat, Gebäudewirtschaft und anderen Teilen der Verwaltung hin- und hergeschoben werden. Für jedes Gebäude muss eindeutig feststehen, wer Entscheidungen trifft, wer die Umsetzung kontrolliert und wer gegenüber Politik und Öffentlichkeit Rechenschaft ablegt. Professionelles Projektmanagement darf nicht erst eingesetzt werden, wenn ein Vorhaben bereits in Schwierigkeiten geraten ist.

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Auch das Land Nordrhein-Westfalen ist gefordert. Köln trägt mit seinen Museen und Kulturinstitutionen eine Bedeutung, die weit über die Stadtgrenzen hinausreicht. Deshalb müssen Stadt und Land gemeinsam prüfen, wie bedeutende Einrichtungen und notwendige Sanierungen dauerhaft abgesichert werden können. Dabei geht es nicht darum, Verantwortung abzuschieben, sondern sie sinnvoll zu teilen.

Für das Museum Ludwig, die Philharmonie und alle weiteren sanierungsbedürftigen Kulturgebäude müssen frühzeitig tragfähige Konzepte vorgelegt werden. Das Ziel muss sein, Schließungen möglichst zu vermeiden, Bauarbeiten sinnvoll zu staffeln und den Betrieb weitgehend aufrechtzuerhalten. Wo Einschränkungen unvermeidbar sind, braucht es rechtzeitig geeignete Ausweichlösungen.

Kulturpolitik darf nicht aus immer neuen Notoperationen bestehen. Köln muss seine Museen kontinuierlich pflegen, statt sie so lange verschleißen zu lassen, bis nur noch eine vollständige Schließung bleibt.

Unsere Museen sind keine verzichtbaren Kostenstellen. Sie sind Orte der Geschichte, der Bildung und der gesellschaftlichen Begegnung. Wer Kölns kulturelles Erbe ernst nimmt, muss handeln, bevor die Türen geschlossen werden.

Ich fordere deshalb einen verbindlichen und finanziell abgesicherten Instandhaltungsplan für die gesamte Kölner Museumslandschaft. Regelmäßige Pflege und rechtzeitige Reparaturen müssen Vorrang vor teuren Krisensanierungen haben. Museumsschließungen dürfen nicht zur Normalität werden.

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