Der Roncalliplatz gehört zu den besonderen Orten unserer Stadt. Menschen begegnen sich hier, bestaunen den Dom, machen eine Pause oder genießen den Blick auf Kölns bekanntestes Wahrzeichen. Diesen öffentlichen Raum dauerhaft von zusätzlichem Autoverkehr freizuhalten, ist gut und richtig. Deshalb unterstütze ich die Haltung von Volt, eine dauerhafte oberirdische Zufahrt zum Dom-Hotel abzulehnen.
Es sprechen sich Grüne, SPD, Linke und Volt gegen eine solche dauerhafte Zufahrt aus. Damit zeichnet sich eine klare politische Mehrheit ab. Allerdings steht die verbindliche Umsetzung noch aus: Es gilt weiterhin eine Widmung von 1997, die eine Hotelzufahrt erlaubt. Ein 2013 angestoßenes Verfahren zur Einschränkung des Fahrzeugverkehrs wurde von der Verwaltung nie abgeschlossen.
Dass diese Frage nach 13 Jahren immer noch ungelöst ist, wirft Fragen auf. Politik und Verwaltung müssen jetzt für Klarheit sorgen. Ein so bedeutender Platz braucht eine verlässliche Perspektive, die seinen Wert für die gesamte Stadt berücksichtigt.
Dass FDP/KSG und AfD bei der Unterstützung einer dauerhaften Zufahrt auf einer Linie liegen, überrascht mich wenig. Bemerkenswert ist hingegen die Wortwahl der CDU. Ihr Fraktionsvorsitzender Bernd Petelkau erklärt laut Rundschau, man halte nichts davon, hier die „Verbotsdebatte“ wieder aufzumachen.
Was für ein merkwürdiges Verständnis von Stadtgestaltung. Sobald darüber gesprochen wird, welchen Stellenwert Fußverkehr, Sicherheit und Aufenthaltsqualität vor dem Dom haben sollen, fällt das Schlagwort vom Verbot. Dabei gehört es zu den grundlegenden Aufgaben der Politik, die Nutzung öffentlicher Flächen zu regeln und unterschiedliche Interessen abzuwägen. Auch eine Hotelvorfahrt beansprucht Raum und schränkt andere Nutzungen ein.
Die CDU sollte deshalb erklären, warum ausgerechnet an dieser Stelle eine dauerhafte Zufahrt notwendig sein soll. Der Hinweis, ein Haus wie das Dom-Hotel brauche eine angemessene Vorfahrt, reicht dafür nicht aus. Die Ansprüche eines Hotels müssen sich an den Gegebenheiten und am öffentlichen Interesse messen lassen – unabhängig davon, wie exklusiv es ist.
Selbstverständlich braucht das Dom-Hotel eine funktionierende Erreichbarkeit. Dazu gehören praktikable Lösungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, für Gepäck und notwendige Lieferungen. Diese Anforderungen müssen sorgfältig geplant werden. Sie rechtfertigen aber nicht automatisch eine dauerhafte allgemeine Gästezufahrt über den Roncalliplatz.
Auch die Probleme der Dom-Tiefgarage dürfen nicht dazu führen, dass eine Übergangslösung auf unbestimmte Zeit bestehen bleibt. Sollte vorübergehend eine oberirdische Anfahrt erforderlich sein, muss sie klar begrenzt, begründet und regelmäßig überprüft werden. Gleichzeitig braucht es einen nachvollziehbaren Zeitplan für die langfristige Erschließung.
Besonders unbefriedigend sind die iwechselnden Aussagen der Verwaltung zur Dauerhaftigkeit der Zufahrt und zum Zustand der Tiefgarage. Wer Planungssicherheit schaffen will, muss offenlegen, welche Möglichkeiten bestehen, welche Hindernisse tatsächlich vorliegen und wann sie beseitigt werden können.
Meine Haltung ist klar: Der Roncalliplatz soll dauerhaft autofrei bleiben. Notwendige Ausnahmen müssen eng geregelt werden. Der Platz vor unserem Dom ist zu wertvoll, um eine dauerhafte Hotelvorfahrt allein mit dem Anspruch auf Komfort zu begründen. Dass sich eine politische Mehrheit dagegen ausspricht, ist ein gutes Signal. Jetzt muss daraus eine verbindliche Entscheidung werden.
