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Evonik: NRW muss Arbeitsplätze und industrielle Zukunft sichern

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Die mögliche Übernahme von Evonik durch BASF wirft Fragen auf, die weit über den Aktienkurs hinausgehen. Es geht um Arbeitsplätze, Forschung, Ausbildung und die Zukunft des Industriestandorts Nordrhein-Westfalen. Ich fordere die Landesregierung auf, sich klar für den Erhalt und die Weiterentwicklung von Evonik als eigenständigem Unternehmen in NRW einzusetzen.

Dabei geht es inzwischen um mehr als bloße Gerüchte: BASF hat am 25. September 2026 Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung zu einer möglichen Übernahme bestätigt. Fortgang und Ausgang bezeichnete BASF ausdrücklich als offen.

Gerade deshalb muss die Politik jetzt ihre Erwartungen deutlich machen. Die Beschäftigten brauchen eine verlässliche Perspektive. Wer über die Zukunft eines Unternehmens entscheidet, trägt Verantwortung für Menschen, Familien und ganze Standorte. Die entscheidenden Fragen lauten: Bleiben die Arbeitsplätze erhalten? Wird weiter in Forschung und Produktion investiert? Welche Zukunft haben Ausbildung und Mitbestimmung?

Für mich ist klar: Eine mögliche Übernahme muss sich daran messen lassen, welchen langfristigen Nutzen sie für Beschäftigte und Standorte bringt. Finanzielle Vorteile für Anteilseigner allein reichen als industriepolitische Begründung nicht aus. Ein Zusammenschluss darf nicht dazu führen, dass Forschung abwandert, Standorte geschwächt oder weitere Arbeitsplätze gestrichen werden.

Ich fordere deshalb verbindliche und überprüfbare Zusagen für Beschäftigung, Ausbildung, Investitionen und den Erhalt der Standorte. Betriebsräte und Gewerkschaften müssen frühzeitig einbezogen werden. Ihre Beteiligung gehört an den Anfang jeder Zukunftsplanung.

Auch die Landesregierung muss erklären, welche Ziele sie verfolgt und welche Handlungsmöglichkeiten sie sieht. Vertraulichkeit bei Unternehmensgesprächen kann notwendig sein. Sie entbindet die Politik jedoch nicht davon, ihre industriepolitischen Maßstäbe öffentlich zu benennen.

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Eine zentrale Rolle spielt die RAG-Stiftung. Sie hält nach ihrer Mitteilung vom 25. September rund 43,8 Prozent der Evonik-Aktien und bestätigte, von BASF auf ein mögliches öffentliches Übernahmeangebot angesprochen worden zu sein.

Ich fordere die Landesregierung auf, gemeinsam mit der Stiftung Möglichkeiten zur Sicherung der Eigenständigkeit von Evonik zu prüfen. Dabei darf auch eine Beteiligung des Landes nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Eine solche Entscheidung braucht allerdings eine belastbare Prüfung von Kosten, Risiken und tatsächlichen Einflussmöglichkeiten. Öffentliches Geld muss einem klaren öffentlichen Interesse dienen.

Über diese konkrete Übernahmefrage hinaus braucht Nordrhein-Westfalen eine Industriepolitik, die Unternehmen langfristig stärkt: durch verlässliche Infrastruktur, wettbewerbsfähige und klimaverträgliche Energieversorgung, schnellere Verfahren sowie gute Bedingungen für Forschung und Innovation.

Mein Anspruch ist eindeutig: Evonik soll als starkes, eigenständiges Unternehmen in Nordrhein-Westfalen eine Zukunft haben. Die Landesregierung muss dafür jetzt eine nachvollziehbare Strategie vorlegen. Die Beschäftigten verdienen Klarheit und eine Politik, die Verantwortung übernimmt.

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