---
title: "Keine Verkehrspolitik nach Bauchgefühl: Köln braucht belastbare Fakten"
url: https://www.bachhausen.de/keine-verkehrspolitik-nach-bauchgefuehl-koeln-braucht-belastbare-fakten/
date: 2026-07-29
modified: 2026-07-29
author: "Dirk Bachhausen"
description: "270.000 Euro für ein Verkehrsgutachten sind viel Geld. Doch eine weitreichende Umgestaltung der Luxemburger Straße ohne fundierte Datengrundlage wäre am Ende erheblich teurer – für die Stadt, für die Anwohnerinnen..."
categories:
  - "Köln"
  - "Meinung"
tags:
  - "bauchgefuhl"
  - "belastbare"
  - "braucht"
  - "fakten"
  - "keine"
  - "verkehrspolitik"
image: https://www.bachhausen.de/wp-content/uploads/2026/07/beab5ab2-a254-4ddd-a39d-98f4f58955b5.jpg
word_count: 792
---

# Keine Verkehrspolitik nach Bauchgefühl: Köln braucht belastbare Fakten

**270.000 Euro für ein Verkehrsgutachten sind viel Geld. Doch eine weitreichende Umgestaltung der Luxemburger Straße ohne fundierte Datengrundlage wäre am Ende erheblich teurer – für die Stadt, für die Anwohnerinnen und Anwohner und für alle Menschen, die auf dieser wichtigen Verkehrsachse unterwegs sind.**

Die Diskussion über einen möglichen Radweg auf der Luxemburger Straße wird derzeit vor allem entlang politischer Reflexe geführt. Die einen warnen vor dem Verkehrskollaps, die anderen erhoffen sich weniger Lärm und mehr Sicherheit. Doch weder Befürchtungen noch Hoffnungen reichen aus, um eine Entscheidung von dieser Tragweite zu treffen.

Es kann nicht sein, dass eine derart weitreichende verkehrspolitische Entscheidung aus dem Bauch heraus getroffen wird. Wir brauchen belastbare Zahlen, aktuelle Daten und eine fachlich seriöse Bewertung der möglichen Folgen. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich und mit Nachdruck die geplante Verkehrsuntersuchung.

Die Luxemburger Straße ist eine bedeutende Verkehrsachse für Köln. Gleichzeitig leiden viele Menschen, die entlang der Straße wohnen, unter einer erheblichen Lärmbelastung. Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner haben deshalb den Rechtsweg beschritten. Die Stadt steht somit nicht nur politisch, sondern auch rechtlich unter Handlungsdruck.

> Die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir Veränderungen grundsätzlich gut oder schlecht finden. Entscheidend ist, welche Maßnahmen tatsächlich funktionieren.
Was passiert, wenn in jeder Fahrtrichtung eine Autospur entfällt? Wie verändern sich die Fahrzeiten? Weicht der Verkehr in angrenzende Wohngebiete aus? Welche Auswirkungen ergeben sich für Busse, Lieferverkehr und Rettungsdienste? Können Ampelschaltungen angepasst werden? Wie stark sinkt die Lärmbelastung tatsächlich? Und wie viele Menschen würden bei einem sicheren Radweg auf das Fahrrad oder andere Verkehrsmittel umsteigen?

All diese Fragen lassen sich nicht durch Vermutungen beantworten. Genau dafür braucht es eine professionelle Mikrosimulation.

## 270.000 Euro sind viel – aber kein Argument gegen Erkenntnis

Natürlich müssen wir über die Kosten sprechen. 270.000 Euro sind kein geringer Betrag, insbesondere angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Köln. Jede Ausgabe muss nachvollziehbar, angemessen und transparent sein.

> Doch verantwortungsvolle Haushaltspolitik bedeutet nicht, grundsätzlich auf Planung und wissenschaftliche Grundlagen zu verzichten. Sie bedeutet, teure Fehlentscheidungen zu verhindern.
Ein unzureichend vorbereiteter Verkehrsversuch könnte Staus verschärfen, Verkehr in Wohnstraßen verdrängen, den öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigen und später aufwendige Nachbesserungen erforderlich machen. Ein schlecht geplantes Projekt würde nicht nur Geld kosten, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Verkehrspolitik beschädigen.

> Ein gutes Gutachten ist daher kein Selbstzweck. Es ist eine Investition in eine sachgerechte Entscheidung.
Die Stadt muss allerdings transparent darlegen, wie sich die veranschlagten Kosten zusammensetzen. Der genaue Untersuchungsumfang, die benötigten Verkehrszählungen, die untersuchten Varianten und die Kriterien für die spätere Bewertung müssen öffentlich nachvollziehbar sein. Auch nach Abschluss der Untersuchung müssen die Ergebnisse vollständig veröffentlicht werden. Ein Gutachten darf keine politische Richtung vorgeben. Es muss eine ergebnisoffene und überprüfbare Entscheidungsgrundlage liefern.

## Kein Freifahrtschein für eine fertige Lösung

Meine Unterstützung für die Untersuchung bedeutet nicht, dass ihr Ergebnis bereits feststeht. Ein Gutachten ist kein vorweggenommener Beschluss, die Luxemburger Straße auf jeden Fall einspurig umzubauen.

Sollten die Daten zeigen, dass eine Reduzierung der Fahrstreifen zu massiven Verkehrsverlagerungen, erheblichen Nachteilen für den öffentlichen Nahverkehr oder unvertretbaren Belastungen in den umliegenden Wohngebieten führt, muss auch das offen benannt werden. Zeigen die Ergebnisse dagegen, dass eine Neuaufteilung des Straßenraums den Lärm reduziert, die Verkehrssicherheit verbessert und ohne unzumutbare Folgen umgesetzt werden kann, dürfen wir uns dieser Erkenntnis ebenfalls nicht verweigern.

Das ist der Kern einer modernen, verantwortungsvollen Politik: Erst untersuchen, dann abwägen und schließlich entscheiden.

## Die reflexhafte Ablehnung der FDP ist entlarvend

Besonders bemerkenswert ist die vehemente Ablehnung durch die FDP. Die Partei bezeichnet die Untersuchung als Geldverschwendung und erweckt den Eindruck, das Ergebnis stehe bereits fest. Doch wer keine Untersuchung will, verhindert nicht ein vermeintlich vorbestimmtes Ergebnis – er verhindert belastbare Erkenntnisse.

Dass sich ausgerechnet die häufig als „Porsche-Partei“ bezeichnete FDP so entschieden gegen eine ergebnisoffene Analyse möglicher Veränderungen für den Autoverkehr stellt, bestätigt für mich, wie wichtig dieses Gutachten ist. Verkehrspolitik darf nicht von der Frage bestimmt werden, wie möglichst viele Autospuren um jeden Preis erhalten werden können.

> Genauso falsch wäre es allerdings, jede Reduzierung von Autospuren automatisch als Fortschritt zu feiern. Ideologie beginnt dort, wo man die Antwort bereits kennt, bevor man die Fakten geprüft hat. Das gilt für beide Seiten.
Köln braucht keine Verkehrspolitik nach Glaubenssätzen. Köln braucht eine Verkehrspolitik, die sich an messbaren Auswirkungen orientiert: an Gesundheitsschutz, Verkehrssicherheit, Erreichbarkeit, Klimaschutz, wirtschaftlicher Funktionsfähigkeit und der Lebensqualität in den betroffenen Stadtteilen.

## Erst die Fakten, dann die Entscheidung

Die Luxemburger Straße ist zu wichtig für politische Schnellschüsse. Gerade weil eine Veränderung so weitreichende Folgen haben kann, müssen wir besonders sorgfältig vorgehen.

**Deshalb unterstütze ich das Gutachten vehement. Die Stadt muss die notwendigen Zahlen, Daten und Fakten auf den Tisch legen. Anschließend muss die Politik die Ergebnisse öffentlich diskutieren, unterschiedliche Interessen abwägen und eine nachvollziehbare Entscheidung treffen.**

270.000 Euro für eine seriöse Entscheidungsgrundlage können gut investiertes Geld sein. Ein blinder Versuch ohne ausreichende Planung könnte Köln langfristig sehr viel mehr kosten.