Der Umbau des Kölner Radstadions droht nach Informationen des WDR erneut deutlich teurer zu werden. Zu den zuletzt veranschlagten 122 Millionen Euro sollen weitere 26 Millionen Euro hinzukommen. Damit würden sich die Gesamtkosten auf knapp 150 Millionen Euro erhöhen. Ursprünglich war das Projekt mit lediglich 60 Millionen Euro kalkuliert worden.
Bachhausen kritisiert die wiederholten Kostensteigerungen scharf. Sie seien ein weiteres Warnsignal für den Umgang der Stadt Köln mit großen Bauvorhaben.
„Wer Olympia ausrichten will, aber nicht einmal ein einzelnes Großprojekt im vorgesehenen Kostenrahmen halten kann, ist mit olympischen Dimensionen offensichtlich überfordert“, erklärt Bachhausen. „Die Entwicklung beim Radstadion zeigt, wie schnell aus großen Versprechen eine immer größere finanzielle Belastung für die Stadt werden kann.“
Besonders problematisch sei, dass die zusätzlichen Ausgaben langfristig den städtischen Haushalt belasten könnten. Nach dem Bericht müsste der jährliche Zuschuss an die Kölner Sportstätten GmbH voraussichtlich erhöht werden. Gleichzeitig sieht der Haushaltsentwurf vor, die Mittel für den Breitensport bis 2028 von derzeit 5,2 Millionen Euro auf 4,6 Millionen Euro zu reduzieren. Für die Olympiabewerbung sind zugleich 1,3 Millionen Euro vorgesehen.
„Das Geld fehlt am Ende dort, wo Sport tatsächlich jeden Tag stattfindet: in den Vereinen, bei Kindern und Jugendlichen und bei den vielen Ehrenamtlichen“, so Bachhausen. „Während beim Breitensport gekürzt wird, steigen die Kosten eines Prestigeprojekts immer weiter. Diese Prioritätensetzung ist nicht vermittelbar.“
Bachhausen fordert den Deutschen Olympischen Sportbund auf, die Entwicklung in Köln bei seiner Entscheidung über einen möglichen deutschen Olympiakandidaten genau zu berücksichtigen.
„Wir können nur hoffen, dass auch der DOSB wahrnimmt, was in Köln geschieht. Eine Stadt, die schon bei einem einzelnen Sportstättenprojekt die Kosten nicht im Griff hat, sollte nicht leichtfertig mit der Ausrichtung Olympischer Spiele betraut werden. Sonst drohen organisatorisches Chaos, eine Blamage und enorme finanzielle Lasten, die noch lange nach den Spielen von den Bürgerinnen und Bürgern getragen werden müssten.“
Das Radstadion soll zu einer multifunktionalen Arena für Bahnrad-, Volleyball- und Basketballveranstaltungen umgebaut werden und bis zu 4.500 Zuschauerinnen und Zuschauer aufnehmen. Die Fertigstellung ist nach bisheriger Planung für 2027 vorgesehen.
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