Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit der Kölner Stadt-Anzeiger am 16. August 2025 über die Radverkehrspläne für den Stadtbezirk Chorweiler berichtete. Die Perspektive klang vielversprechend: bessere Verbindungen zwischen den Veedeln, ein durchgängiges Radwegenetz und neue Fahrradstraßen. Heute stellt sich die Frage: Was ist davon inzwischen umgesetzt, was befindet sich in Planung und wann folgen die nächsten Schritte?
Die politische Grundlage liegt vor. Die Bezirksvertretung Chorweiler hat das Fahrradstraßenkonzept beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt. Am 26. Juni 2025 nahm sie außerdem die Mitteilung „Radverkehrsförderung 2020–2025 im Stadtbezirk Chorweiler“ zur Kenntnis. Damit gibt es konkrete Vorgänge, an die eine Nachfrage zum aktuellen Stand anknüpfen kann.
Zu den damals beschriebenen Vorhaben gehörten die Radpendlerroute 8 zwischen Köln und Dormagen, Verbesserungen an der Neusser Landstraße, eine Verbindung vom Spoerkelhof zur Radwegrampe der Leverkusener Brücke und zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten an der Langeler Fähre. Auch eine mögliche Geh- und Radwegverbindung im Zusammenhang mit dem Stauraumkanal zwischen Esch und Pesch wurde genannt. Für erste Fahrradstraßen sollten bereits 2025 die Planungen beginnen.
Einzelne Arbeiten sind öffentlich dokumentiert: Für die Neusser Landstraße in Worringen führt die Stadt aktuell Markierungsarbeiten mit einem Zeitraum vom 7. September bis zum 31. Oktober 2026 auf. Daraus lässt sich allerdings noch keine vollständige Bilanz der angekündigten Radverkehrsmaßnahmen ableiten. Zum aktuellen Umsetzungsstand sämtlicher Vorhaben gibt es keine gesicherten Informationen. Genau deshalb braucht es jetzt einen nachvollziehbaren Sachstandsbericht.
Meine Frage an die Bezirksvertretung Chorweiler lautet deshalb: Wird sie bei der Verwaltung aktiv nachfragen und die Antworten öffentlich machen?
Dabei sollte es konkret werden: Welche Fahrradstraßen wurden seit 2025 planerisch bearbeitet? Welche Maßnahmen sind bereits fertiggestellt? Wie weit sind die Radpendlerroute 8 und die Anbindung am Spoerkelhof? Was ist aus den zusätzlichen Abstellmöglichkeiten und der Verbindung zwischen Esch und Pesch geworden? Und welche nächsten Schritte sind finanziert und mit belastbaren Terminen hinterlegt?
Wo Vorhaben stocken, müssen die Gründe benannt werden. Fehlen Personal, Haushaltsmittel, Abstimmungen oder weitere Beschlüsse? Nur mit diesen Informationen kann die Bezirksvertretung gezielt handeln und Prioritäten setzen.
Für mich gehört zum politischen Auftrag auch, die Umsetzung gefasster Beschlüsse regelmäßig zu überprüfen. Ein öffentlich zugänglicher Überblick mit Zuständigkeiten, Bearbeitungsständen und nächsten Terminen wäre dafür ein sinnvoller Schritt.
Sichere und zusammenhängende Radverbindungen sind für den Kölner Norden eine Frage der Alltagstauglichkeit: für den Schulweg, die Fahrt zur Arbeit, zum Einkauf oder zur nächsten Haltestelle. Mehr als ein Jahr nach dem damaligen Bericht dürfen die Menschen im Bezirk eine klare Antwort erwarten: Was wurde erreicht – und wann geht es wo weiter?
