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Neusser Straße/Gürtel: Mehr Sicherheit, weniger Barrieren und mehr Grün

3 min geschätz­te Lese­dau­er

Der Kno­ten­punkt Neus­ser Straße/Gürtel soll neu gestal­tet wer­den. Die Stadt Köln plant bar­rie­re­freie Bus­hal­te­stel­len, siche­re­re Fuß­we­ge, bes­se­re Rad­ver­bin­dun­gen und zusätz­li­che Grün­flä­chen. Davon könn­ten vie­le Men­schen im Köl­ner Nor­den pro­fi­tie­ren. Bis zur Umset­zung braucht es aller­dings noch wei­te­re Pla­nungs­schrit­te und poli­ti­sche Beschlüs­se: Der­zeit nennt die Ver­wal­tung das Jahr 2030 als Ziel.

An der Hal­te­stel­le tref­fen die Stadt­bahn­li­ni­en 12, 13 und 15 sowie meh­re­re Bus­li­ni­en auf­ein­an­der. In der Umge­bung lie­gen das Bezirks­rat­haus Nip­pes, die Stadt­teil­bi­blio­thek, Schu­len und zahl­rei­che Geschäf­te. Ent­spre­chend wich­tig ist es, dass Men­schen die­sen Ort sicher und mög­lichst ohne Hin­der­nis­se nut­zen kön­nen.

Genau dar­an man­gelt es bis­lang. Nach Anga­ben der Stadt ent­spricht der Bereich der­zeit nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen. Hin­der­nis­se und Stra­ßen­que­run­gen erschwe­ren ins­be­son­de­re Men­schen mit Seh- oder Geh­be­hin­de­rung die Fort­be­we­gung.

Geplant sind des­halb bar­rie­re­freie Bus­hal­te­stel­len, kom­for­ta­ble­re Fuß­we­ge und zusätz­li­che Que­run­gen mit Ampeln. Akus­ti­sche Signa­le und ein durch­gän­gi­ges tak­ti­les Leit­sys­tem sol­len die Ori­en­tie­rung erleich­tern und die Wege zu Bus und Bahn bes­ser mit­ein­an­der ver­bin­den. Außer­dem sol­len sämt­li­che frei­lau­fen­den Rechts­ab­bie­ger zurück­ge­baut wer­den, um Kon­flik­te mit dem Fuß- und Rad­ver­kehr zu ver­rin­gern.

Auch für Men­schen auf dem Fahr­rad soll sich die Situa­ti­on ver­bes­sern. Vor­ge­se­hen sind neue Rad­ver­kehrs­an­la­gen ent­lang der Neus­ser Stra­ße und der Aus­bau der Rad­ver­bin­dung am Nieh­ler Gür­tel. Hin­zu kom­men wei­te­re Fahr­rad­ab­stell­mög­lich­kei­ten, dar­un­ter gesi­cher­te Bike+Ride-Plätze und Stell­plät­ze für Las­ten­rä­der. Flä­chen für Leih­rä­der, E‑Scooter und Car­sha­ring sol­len eben­falls in die wei­te­re Pla­nung ein­flie­ßen.

Die Umge­stal­tung bie­tet zugleich die Chan­ce, aus einem stark vom Ver­kehr gepräg­ten Ort einen ange­neh­me­ren öffent­li­chen Raum zu machen. Frei wer­den­de Flä­chen sol­len für Grün, bes­se­re Wege­ver­bin­dun­gen und Auf­ent­halts­be­rei­che genutzt wer­den. An der Nord­west­sei­te der Stadt­bahn­hal­te­stel­le ist eine neue Platz­flä­che vor­ge­se­hen, die auch klei­ne­re Ver­an­stal­tun­gen ermög­li­chen soll. Zusätz­li­che Bäu­me sol­len Schat­ten spen­den. Gemein­sam mit den Stadt­ent­wäs­se­rungs­be­trie­ben wird zudem ein Kon­zept ent­wi­ckelt, damit Regen­was­ser mög­lichst vor Ort ver­si­ckern oder ver­duns­ten kann.

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Die Gesamt­kos­ten schätzt die Stadt der­zeit auf rund vier Mil­lio­nen Euro. Für beglei­ten­de Gut­ach­ten und Unter­su­chun­gen bean­tragt die Ver­wal­tung zusätz­lich 185.000 Euro für das Haus­halts­jahr 2027. För­der­mit­tel des Lan­des für Nah­mo­bi­li­tät und öffent­li­chen Nah­ver­kehr sol­len bean­tragt wer­den.

Ich begrü­ße die geplan­te Auf­wer­tung die­ses wich­ti­gen Umstei­ge­punkts. Bar­rie­re­frei­heit ist eine Vor­aus­set­zung dafür, dass alle Men­schen selbst­stän­dig am öffent­li­chen Leben teil­neh­men kön­nen. Siche­re Que­run­gen und über­sicht­li­che Wege hel­fen dabei eben­so wie ver­läss­li­che Anschlüs­se zwi­schen Bus, Bahn und Fahr­rad.

Ent­schei­dend wird jetzt sein, dass aus den ange­kün­dig­ten Ver­bes­se­run­gen eine ver­bind­li­che Umset­zung wird. Die vor­ge­se­he­ne Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung soll­te die All­tags­er­fah­run­gen der Men­schen vor Ort früh­zei­tig auf­neh­men – ins­be­son­de­re die von Men­schen mit Behin­de­run­gen. Bis 2030 ist es noch ein lan­ger Weg. Des­halb braucht es nach­voll­zieh­ba­re Pla­nungs­schrit­te und trans­pa­ren­te Infor­ma­tio­nen über den Fort­schritt.

Ein Bau­be­schluss liegt noch nicht vor. Zunächst muss die Poli­tik über die Pla­nungs­vor­la­ge ent­schei­den. Anschlie­ßend sol­len die Vor­ent­wurfs­pla­nung abge­schlos­sen und die Ent­wurfs­pla­nung begon­nen wer­den. Der eigent­li­che Bau­be­schluss soll spä­ter fol­gen.

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