Der Knotenpunkt Neusser Straße/Gürtel soll neu gestaltet werden. Die Stadt Köln plant barrierefreie Bushaltestellen, sicherere Fußwege, bessere Radverbindungen und zusätzliche Grünflächen. Davon könnten viele Menschen im Kölner Norden profitieren. Bis zur Umsetzung braucht es allerdings noch weitere Planungsschritte und politische Beschlüsse: Derzeit nennt die Verwaltung das Jahr 2030 als Ziel.
An der Haltestelle treffen die Stadtbahnlinien 12, 13 und 15 sowie mehrere Buslinien aufeinander. In der Umgebung liegen das Bezirksrathaus Nippes, die Stadtteilbibliothek, Schulen und zahlreiche Geschäfte. Entsprechend wichtig ist es, dass Menschen diesen Ort sicher und möglichst ohne Hindernisse nutzen können.
Genau daran mangelt es bislang. Nach Angaben der Stadt entspricht der Bereich derzeit nicht den gesetzlichen Anforderungen. Hindernisse und Straßenquerungen erschweren insbesondere Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung die Fortbewegung.
Geplant sind deshalb barrierefreie Bushaltestellen, komfortablere Fußwege und zusätzliche Querungen mit Ampeln. Akustische Signale und ein durchgängiges taktiles Leitsystem sollen die Orientierung erleichtern und die Wege zu Bus und Bahn besser miteinander verbinden. Außerdem sollen sämtliche freilaufenden Rechtsabbieger zurückgebaut werden, um Konflikte mit dem Fuß- und Radverkehr zu verringern.
Auch für Menschen auf dem Fahrrad soll sich die Situation verbessern. Vorgesehen sind neue Radverkehrsanlagen entlang der Neusser Straße und der Ausbau der Radverbindung am Niehler Gürtel. Hinzu kommen weitere Fahrradabstellmöglichkeiten, darunter gesicherte Bike+Ride-Plätze und Stellplätze für Lastenräder. Flächen für Leihräder, E‑Scooter und Carsharing sollen ebenfalls in die weitere Planung einfließen.
Die Umgestaltung bietet zugleich die Chance, aus einem stark vom Verkehr geprägten Ort einen angenehmeren öffentlichen Raum zu machen. Frei werdende Flächen sollen für Grün, bessere Wegeverbindungen und Aufenthaltsbereiche genutzt werden. An der Nordwestseite der Stadtbahnhaltestelle ist eine neue Platzfläche vorgesehen, die auch kleinere Veranstaltungen ermöglichen soll. Zusätzliche Bäume sollen Schatten spenden. Gemeinsam mit den Stadtentwässerungsbetrieben wird zudem ein Konzept entwickelt, damit Regenwasser möglichst vor Ort versickern oder verdunsten kann.
Die Gesamtkosten schätzt die Stadt derzeit auf rund vier Millionen Euro. Für begleitende Gutachten und Untersuchungen beantragt die Verwaltung zusätzlich 185.000 Euro für das Haushaltsjahr 2027. Fördermittel des Landes für Nahmobilität und öffentlichen Nahverkehr sollen beantragt werden.
Ich begrüße die geplante Aufwertung dieses wichtigen Umsteigepunkts. Barrierefreiheit ist eine Voraussetzung dafür, dass alle Menschen selbstständig am öffentlichen Leben teilnehmen können. Sichere Querungen und übersichtliche Wege helfen dabei ebenso wie verlässliche Anschlüsse zwischen Bus, Bahn und Fahrrad.
Entscheidend wird jetzt sein, dass aus den angekündigten Verbesserungen eine verbindliche Umsetzung wird. Die vorgesehene Öffentlichkeitsbeteiligung sollte die Alltagserfahrungen der Menschen vor Ort frühzeitig aufnehmen – insbesondere die von Menschen mit Behinderungen. Bis 2030 ist es noch ein langer Weg. Deshalb braucht es nachvollziehbare Planungsschritte und transparente Informationen über den Fortschritt.
Ein Baubeschluss liegt noch nicht vor. Zunächst muss die Politik über die Planungsvorlage entscheiden. Anschließend sollen die Vorentwurfsplanung abgeschlossen und die Entwurfsplanung begonnen werden. Der eigentliche Baubeschluss soll später folgen.
