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Mangel an öffentlichen WCs: Deutzer Toilette soll nach Chorweiler umziehen

Deutz und Chorweiler liegen Luftlinie vielleicht sechs Kilometer auseinander, die beiden Stadtteile haben normalerweise kaum Berührungspunkte. Doch jetzt gibt es eine Verbindung: In Deutz an der Urbanstraße steht seit zwei Jahren eine Toilettenanlage - und genau so eine fehlt in Chorweiler-Mitte am Bahnhof.

Wenn es nach dem Willen der Verwaltung geht, zieht das Häuschen von Deutz nach Chorweiler um. Voraussetzung ist jedoch, dass erst einmal die Toilettenfrage rund um den Rheinboulevard geklärt wird.

Noch viele offene Fragen

Und die ist strittig. Nach wie vor ist nicht entschieden, welche Art Getränkekiosk dort hinkommen soll, ob eine Verkaufsstelle mit integriertem WC oder ohne. In letzterem Fall bliebe das bereits bestehende Klo in Deutz. Und Chorweiler würde statt einer Secondhand-Toilette doch eine neue erhalten.

Klingt verworren, oder? Als der „Kölner Stadt-Anzeiger“ beim Bezirksbürgermeister von Chorweiler, Reinhard Zöllner, anfragt, ob er bereits von der geplanten WC-Rochade weiß, ist er perplex. Stutzt einige Sekunden, atmet durch und sagt: „Nein.“

Roswitha Hüsch, eine in Fühlingen lebende 67-Jährige, geht sofort in die Luft, als sie davon hört: „Unglaublich, man wird doch ständig nur betrogen“, empört sie sich. Seit Jahren engagiert sie sich als Privatperson dafür, dass am Turkuplatz ein öffentliches Toilettenhäuschen aufgestellt wird. Sie ist eine zähe Einzelkämpferin, ließ nichts unversucht, machte Eingabe um Eingabe. „Alle, die ich anspreche, sind nett und verständnisvoll, aber es passiert nichts“, klagt Hüsch.

Kombi-Bau aus Urinal und Toilette

Im vergangenen Jahr schien die Lösung des Problems nahe: Im September 2016 erteilte die Bezirksvertretung Chorweiler den Baubeschluss für eine WC-Anlage auf dem Turkuplatz, direkt am Busbahnhof. Es sollte das schicke City-Modell sein, das bereits in Deutz, aber auch an vielen anderen Stellen in Köln im Einsatz ist: Ein Kombi-Bau aus Urinal und Toilette. Für die Toilettennutzung fallen 50 Cent an, das Urinal ist frei zugänglich.

Ein City-WC kostet nach offiziellen Angaben 42.223,07 Euro. Betreiber der öffentlichen Toiletten in Köln sind die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB). Es hieß damals, spätestens im Juni werde die WC-Anlage auf dem Turkuplatz stehen. Am Bahnhof in Chorweiler, wo viele Pendler umsteigen, wird eine öffentliche Toilette auch deshalb so sehr vermisst, weil das City-Center, wo es Besuchertoiletten gibt, werktags um 20 Uhr schließt und auch sonntags zu hat.

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Nur Kunden dürfen Toiletten nutzen

Die umliegenden Bistros haben entweder selbst kein eigenes WC oder erlauben nur ihren Kunden die Benutzung. Einzige Möglichkeit der freien, sogar unentgeltlichen Nutzung bietet die Aral-Tankstelle an, doch dafür muss man den Athener Ring überqueren.

Die Baugenehmigung für das geplante City-WC in Chorweiler-Mitte wurde am 18. Juli erteilt - seither ruht das Vorhaben. Die Sachlage hat sich immer weiter verkompliziert. Nicht nur Deutz ist plötzlich im Spiel, auch die bevorstehende Sanierung des Liverpooler Platzes blockiert die Realisierung. Bei der Stadtverwaltung werde überlegt, sagt Pressesprecher Jürgen Müllenberg, ob nicht doch eher auf dem Liverpooler Platz eine WC-Anlage dringend notwendig sei, so dass dann eine Installation auf dem Turkuplatz entfiele.

Nachdem sich Bezirksbürgermeister Zöllner von seiner Verblüffung erholt hat, erklärt er, über das Hin und Her der Verwaltung könne er nur noch den Kopf schütteln. „Ich finde es immer wieder spannend zu erleben, was umgesetzt wird und was nicht“, sagt er mit sarkastischem Unterton. „Letztens waren wir uns in der Bezirksvertretung darüber einig, dass es im Stadtbezirk insgesamt an öffentlichen Toiletten fehlt.“ 

Immerhin: Sorgen, dass öffentliche Gelder verschwendet würden, müsse man sich nicht machen, so Müllenberg. Die Stadt zahle keinen fixen Preis für die Errichtung einer City-Toilettenanlage, sondern habe vertraglich mit der AWB geregelt, dass sämtliche entstehende Kosten über einen Pauschalbetrag beglichen werden. 

Jahrespauschale von rund 42.000 Euro

Der Betrag in Höhe von 42.223,07 Euro ist demnach eine Jahrespauschale, enthalten sind die Aufstellung eines WC, Abschreibung, Wartung und Reinigung. Das Geld wird aus einem Finanztopf für konsumtive Ausgaben bezahlt, das bedeutet, die Verteilung geschieht nicht sachgebunden, sondern bedarfsorientiert. Zum Zeitrahmen teilte Müllenberg mit, dass die Verwaltung nun hoffe, im Frühling 2018 in Chorweiler die WC-Anlage zu errichten. Bei der Umgestaltung des Liverpooler Platzes ist allerdings von einem Ende der Bauarbeiten erst in 2019 die Rede.

Wie wäre es also mit einer provisorischen WC-Kabine auf dem Turkuplatz? Ein solcher Vorschlag werde derzeit nicht von der Verwaltung geprüft, erwidert der Pressesprecher lapidar....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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