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Keine Hinweise, dass ausrangierte Elektroautos aus Paris den Boden vergiften

Dieser Artikel stammt von CORRECTIV.Faktencheck / Zur Quelle wechseln

Auf Facebook verbreiten sich Fotos ausrangierter Elektroautos, die auf einer Wiese stehen. Die Wagen sollen aus Paris stammen und nun angeblich zu hunderten „verrotten“ und „den Boden vergiften“, wie ein Nutzer behauptet. Weil sie angeblich immer noch Batterien enthielten, könnten sie nicht recycelt werden. Bisher wurde der Beitrag über 4.200 Mal geteilt (Stand 19. Mai). Tatsächlich wurden die Batterien aber entfernt.

Nach Recherchen von CORRECTIV.Faktencheck sind die Bilder echt, die Autos sind laut französischen Medienberichten in der Region Romorantin-Lanthenay unter freiem Himmel abgestellt worden. Eine Gefahr für die Umwelt stellen sie voraussichtlich aber nicht dar, da die Batterien aus den Autos entfernt worden seien. 

Die Elektroautos stammen hauptsächlich aus Paris

Durch eine Bilder-Rückwärtssuche bei Google finden wir auf Anhieb zwei französischsprachige Berichte, die die gleiche Aufnahme enthalten wie der Facebook-Beitrag. Ein Bericht stammt vom öffentlich-rechtlichen französischen Radiosender Franceinfo, bei dem anderen Beitrag handelt es sich offenbar um einen Blog-Artikel

Wie aus dem Bericht von Franceinfo hervorgeht, handelt es sich bei den Autos um ausgemusterte Elektroautos aus Paris, Bordeaux und Lyon. In Paris wurden sie demnach vom Anbieter Bolloré unter dem Namen Autolib gemeinsam mit der Stadt Paris zum Car-Sharing angeboten. Wie mehrere deutschsprachige Medien übereinstimmend berichten, wurden im Großraum Paris etwa 4.000 der Elektroautos zur Miete angeboten. Das Angebot wurde laut des Spiegels jedoch im Jahr 2018 eingestellt, weil es zu einer Verschuldung von mehreren hundert Millionen Euro gekommen sei. 

Laut Medienberichten wurden die Batterien aus den Autos entfernt

In dem Facebook-Beitrag heißt es, dass die Auto erst recycelt werden könnten, wenn die Batterien ausgebaut seien. Mit „dem Problem der Batterien“ wolle sich bisher aber keine Firma beschäftigen. So komme es nun zu der angeblichen Umweltverschmutzung. Diese Aussage ist laut französischsprachigen Medienberichten falsch. 

Wie Franceinfo berichtet, befinden sich die Autos nach ihrer Ausmusterung auf einem Industriegebiet in Romorantin-Lanthenay. Dem Bericht zufolge gehören sie zwei Unternehmen der Firmen „Autopuzz“ und „Atis Production“. Einen Manager des Unternehmens Atis Production zitiert das Medium mit den Worten: „Unsere Fahrzeuge sind ordnungsgemäß gelagert […]. Alle Batterien wurden entfernt, die Anschlüsse sind isoliert.“ (Übersetzt mit Google Translate). 

Laut eines weiteren Berichts von Franceinfo vom März 2021 kam die Regionaldirektion für Umwelt, Entwicklung und Wohnen der Region Centre-Val de Loire bereits 2019 zu dem Einschätzung, dass das Risiko einer Umweltverschmutzung nach dem Entfernen der Batterien „sehr begrenzt“ sei (übersetzt mit Google Translate). Diese Aussage bestätigte die Behörde gegenüber den Faktencheckern der AFP am 18. Mai 2021. 

Einig der Autos enthielten jedoch noch Brems- oder Getriebeflüssigkeit, schreibt Franceinfo. Das sei der Fall, weil die Autos nicht zur Verschrottung vorgesehen seien, erklärte ein Manager von Atis Production gegenüber Franceinfo

Das Unternehmen Autopuzz erklärte gegenüber Franceinfo, dass man im Monat etwa 50 der Wagen verkaufe. Man werde bald 2.000 der insgesamt 2.800 Gebrauchtwagen verkauft haben.   

CORRECTIV.Faktencheck kontaktierte die Unternehmen und die Regionaldirektion von Centre-Val de Loire zum Thema, hat jedoch bis zur Veröffentlichung dieses Textes keine Antworten erhalten. 

Redigatur: Till Eckert, Steffen Kutzner

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Author: Matthias Bau