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Open Parliament TV: Neue Suchmaschine für Reden aus dem Bundestag online

Dieser Artikel stammt von Netzpolitik.org.Der Autor ist...

Screenshot von Open Parliament TV. Links ist das Transkript einer Rede von Andrea Nahles zum Thema Rentenversicherung zu sehen. Auf der rechten Seite ist das zugehörige Video zu sehen.

Wenige Tage vor der ersten Sitzung des neuen Bundestages ist die neue Suchmaschine Open Parliament TV online gegangen. Hier lassen sich alle Redebeiträge aus dem Deutschen Bundestag seit 2017 nach Stichworten durchsuchen. Ein Klick auf ein Wort aus dem Protokoll führt automatisch zur passenden Stelle im Video.

„Wir möchten mit unserer Plattform Parlamentsdebatten transparenter, zugänglicher und besser verständlich machen“ sagt Joscha Jäger, Projektleiter von Open Parliament TV. Die Suchmaschine hilft nicht zuletzt Journalist*innen, Aktivist*innen und Sozialwissenschaftler*innen bei der Recherche. Auch wer gerne Memes und Supercuts erstellt, findet bei Open Parliament TV reichlich Material.

Auf Nachfrage von netzpolitik.org kritisierte Jäger, in der offiziellen Mediathek des Bundestages seien Reden nicht nach Schlagworten durchsuchbar. Zitate aus den Reden ließen sich nicht teilen oder einbetten.

Offene Daten für die Demokratie

Open Parliament TV macht es leicht, die riesigen Mengen an Videomaterial zu sichten. Alle Reden sind im Volltext durchsuchbar. Die Ergebnisse können nach Fraktion und Zeitraum gefiltert werden. Auch sind Dokumente wie zum Beispiel diskutierte Gesetzesentwürfe verlinkt. Bekannte Zitate aus Nachrichtenmedien lassen sich mithilfe der Suchmaschine schnell im Kontext nachschauen.

Für die Suchmaschine gibt es auch eine Programmierschnittstelle, damit Entwickler*innen die Daten für eigene Projekte nutzen können.

Screenshot von Open Paliament TV. Zu sehen ist das Ergebnis der Suche nach dem Begriff "Digitalisierung"
1231 mal erwähnten Redner*innen in den letzten vier Jahren „Digitalisierung“. - Alle Rechte vorbehalten Screenshot: Open Parliament TV

Weitere Parlamente sollen folgen

Eine solche Suchmaschine ist offenbar nicht nur für Deutschland etwas Neues. „An der systematischen Synchronisation von Video und Text arbeitet meines Wissens momentan niemand“, sagt Jäger. Das Team stehe im Kontakt mit NGOs und Parlamentsverwaltungen in anderen Staaten, die sich eine solche Suchmaschine auch vorstellen können. Open Parliament TV ist quelloffen, kann also von allen angepasst und weiterentwickelt werden.

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Die Suchmaschine wird vom Medieninnovationszentrum Babelsberg gefördert, das ist eine Einrichtung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Medienanstalten sind unabhängige Einrichtungen des öffentlichen Rechts.

Langfristig soll die Suchmaschine „politische Debatten über Parlamentsgrenzen hinweg verfügbar zu machen und zu verknüpfen“, sagt Jäger. Neben dem Bundestag könnten auch andere deutsche Parlamente in die Suchmaschine integriert werden. Jäger zufolge hätten etwa Landtage und Stadträte nicht immer eigene Mediatheken, es fehle oft an geeigneten Schnittstellen und Suchmechanismen.


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Author: Franziska Rau

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