Der zweite Kölner Lebenslagenbericht zeigt: Trotz einzelner Fortschritte bleiben die Chancen in unserer Stadt höchst ungleich verteilt. Besonders Alleinerziehende, kinderreiche Familien sowie ältere Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind überdurchschnittlich stark von Armut bedroht. Für Volt-Landtagskandidat Dirk Bachhausen sind diese Zahlen ein klarer politischer Handlungsauftrag.
Die Stadt Köln hat mit dem neuen Lebenslagenbericht untersucht, wie sich die Lebensbedingungen der Kölnerinnen und Kölner in den vergangenen sechs Jahren entwickelt haben. Betrachtet wurden Gesundheit, Bildung, Arbeit, Einkommen, Wohnen, Umwelt und gesellschaftliche Teilhabe – jeweils in unterschiedlichen Lebensphasen.
Auf den ersten Blick fällt das Fazit verhalten aus: Trotz der Corona-Pandemie haben sich die Lebenslagen insgesamt nicht grundlegend verändert. Doch dieser Durchschnitt verdeckt erhebliche soziale Unterschiede. Während ein Teil der Stadt von guten Bildungs-, Gesundheits- und Teilhabechancen profitiert, bleiben andere Menschen dauerhaft zurück.
Fortschritte bei Kinderbetreuung und jungen Menschen
Positiv ist der Ausbau der Kinderbetreuung. Im Jahr 2023 stand nach Angaben der Stadt für 98 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ein Platz in einer Kita oder Kindertagespflege zur Verfügung. 2018 waren es noch 90 Prozent. Bei den unter Dreijährigen erhöhte sich die Quote im selben Zeitraum von 40 auf 49 Prozent.
Auch bei jungen Menschen ging der Bezug von SGB-II-Leistungen zurück. Bei den 15- bis 24-Jährigen sank die Quote von 12,6 Prozent im Jahr 2018 auf 9,4 Prozent im Jahr 2022. Bei jungen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit fiel sie von 30,5 auf 20,2 Prozent.
Diese Verbesserungen zeigen: Politisches Handeln kann etwas verändern. Investitionen in Betreuung, Bildung und Unterstützung wirken – wenn sie konsequent und langfristig angelegt sind.
Armut und fehlende soziale Infrastruktur bleiben alarmierend
Gleichzeitig benennt der Bericht Entwicklungen, die nicht hingenommen werden dürfen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg von rund 20.000 im Jahr 2018 auf 23.987 im Jahr 2024. Die Zahl der stationären Dauerpflegeplätze je 100 Menschen über 80 Jahren sank von 12,3 im Jahr 2019 auf 11,4 im Jahr 2022.
Besonders besorgniserregend sind die Unterschiede bei der Kindergesundheit. In stark belasteten Sozialräumen sind 16 Prozent der Kinder mindestens übergewichtig – etwa doppelt so viele wie im übrigen Stadtgebiet. Damit wird sichtbar, wie eng Einkommen, Wohnumfeld, Gesundheitsversorgung und Teilhabe miteinander verbunden sind.
Am deutlichsten zeigt sich die soziale Spaltung beim Armutsrisiko. Während 24 Prozent aller Kölnerinnen und Kölner als armutsgefährdet gelten, liegt der Anteil bei Alleinerziehenden bei 61 Prozent. Bei Familien mit mindestens drei Kindern sind es 41 Prozent, bei älteren Menschen mit internationaler Familiengeschichte 48 Prozent.
Dirk Bachhausen: „Die Postleitzahl darf nicht über Lebenschancen entscheiden“
Dirk Bachhausen, Landtagskandidat von Volt im Wahlkreis Köln IV, setzt sich vehement dafür ein, diese Zustände zu verbessern. Für ihn darf der Bericht nicht lediglich zur Kenntnis genommen und anschließend abgeheftet werden.
„Ob ein Kind gesund aufwächst, gute Bildung erhält und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann, darf weder vom Einkommen der Eltern noch von der Postleitzahl abhängen. Wenn 61 Prozent der Alleinerziehenden von Armut bedroht sind, ist das kein individuelles Versagen, sondern ein unübersehbarer politischer Handlungsauftrag“, erklärt Bachhausen.
Er fordert, soziale Angebote in besonders belasteten Stadtteilen zu sichern und gezielt auszubauen. Dazu gehören verlässliche Kinderbetreuung, starke Schulen und Jugendangebote, eine erreichbare Gesundheits- und Sozialberatung, bezahlbarer Wohnraum sowie bessere Chancen für Langzeitarbeitslose. Ebenso müsse die Pflegeinfrastruktur mit dem steigenden Bedarf einer älter werdenden Bevölkerung Schritt halten.
Soziales darf in der Haushaltskrise nicht zur Restgröße werden
Gerade angesichts der angespannten Kölner Haushaltslage warnt Bachhausen davor, bei Prävention, Beratung und sozialer Infrastruktur kurzsichtig zu kürzen. Wer heute bei Kindern, Familien, Integration oder Pflege spart, verschärft Probleme und verursacht morgen höhere gesellschaftliche und finanzielle Kosten.
„Die Haushaltskrise darf nicht auf dem Rücken derjenigen gelöst werden, die ohnehin die geringsten Möglichkeiten haben, sich zu wehren. Köln braucht klare soziale Prioritäten. Mittel müssen dort ankommen, wo Benachteiligung am größten ist und Unterstützung nachweislich neue Chancen eröffnet“, betont Bachhausen.
Der Lebenslagenbericht muss deshalb zu einer verbindlichen Grundlage der kommenden Haushaltsdebatte werden. Notwendig sind messbare Ziele, eine regelmäßige Überprüfung der Fortschritte und eine gezielte Verteilung der Mittel nach dem tatsächlichen Bedarf in den Stadtteilen.
Köln ist vielfältige Stadt. Der neue Bericht zeigt jedoch, dass Wohlstand und Chancen weiterhin sehr ungleich verteilt sind. Dirk Bachhausen wird sich weiter mit Nachdruck dafür einsetzen, dass soziale Herkunft, Familienform, Alter oder internationale Familiengeschichte nicht über Lebensqualität und Zukunftschancen entscheiden.
Quelle: Stadt Köln, „2. Kölner Lebenslagenbericht“, 24. September 2026
