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Chorweiler gibt der Jugend eine Stimme: Gute Initiative der CDU verdient Unterstützung

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Junge Menschen sollen in Chorweiler stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden. Für den 5. November ist die erste offizielle Teilnahme eines Jugendvertreters an der Bezirksvertretung angekündigt. Das neue Beteiligungsformat ist für das Schuljahr 2026/27 vorgesehen. Ich begrüße diesen Schritt ausdrücklich. Wer über das Leben im Kölner Norden entscheidet, sollte die Perspektiven der jungen Menschen regelmäßig hören – und ihnen Gelegenheit geben, ihre Anliegen selbst vorzutragen.

Der CDU gebührt Anerkennung dafür, das Thema vorangebracht zu haben. Zum vollständigen Bild gehört auch die FDP: Der konkrete Einrichtungsantrag wurde gemeinsam von der CDU-Fraktion und Lucas Hahn eingebracht. Als Volt-Landtagskandidat unterstütze ich eine solche Initiative aus Überzeugung. Gute Vorschläge verdienen Unterstützung, unabhängig davon, welche demokratische Partei sie vorlegt.

Der Weg zur Jugendvertretung

Der Antrag AN/0314/2026 wurde am 16. April 2026 beschlossen. Vorgesehen ist eine beratende Jugendvertretung mit Rederecht, ohne Stimmrecht und mit der Möglichkeit, Anfragen einzubringen. Die Entsendung soll jährlich durch den Vorstand der Bezirksschüler:innenvertretung Köln erfolgen. Voraussetzung sind ein Alter zwischen 16 und 27 Jahren sowie ein Wohnsitz oder Schulbesuch im Stadtbezirk Chorweiler. Eine erneute Entsendung ist möglich, solange die Voraussetzungen erfüllt sind.

Das ist ein sinnvoller Einstieg. Ein Rederecht eröffnet die Chance, eigene Erfahrungen unmittelbar in die Beratung einzubringen. Es ersetzt allerdings keine Entscheidungsmacht. Ob daraus wirksame Beteiligung entsteht, hängt deshalb wesentlich davon ab, wie ernst die stimmberechtigten Mitglieder diese Beiträge nehmen.

Die Kölner Freiwilligen Agentur berichtet, dass zunächst ein Jugendvertreter teilnehmen wird. Das Kinder- und Jugendforum Chorweiler übernimmt die pädagogische Begleitung. Besonders wichtig: Die Treffen zur Vor- und Nachbereitung sollen allen interessierten Jugendlichen offenstehen. Damit können auch diejenigen Themen beisteuern, die selbst nicht am Sitzungstisch sitzen.

1.500 Euro machen den Start möglich

Die Umsetzung war keine Selbstverständlichkeit. Im Sachstandsbericht vom 24. April erklärte die Jugendverwaltung, dass ihr für die Jugendvertretung weder ein entsprechendes Budget noch zusätzliche Personalressourcen zur Verfügung stünden. Die weitere Umsetzung liege bei der Bezirksvertretung.

Darauf folgte ein gemeinsamer Finanzierungsantrag von CDU, SPD, Lucas Hahn für die FDP und Lilo Heinrich für Die Linke. Am 25. Juni wurde beschlossen, 1.500 Euro aus den bezirksorientierten Mitteln für das Schuljahr 2026/27 bereitzustellen. Vorgesehen sind 65 Euro Aufwandsentschädigung je Sitzung für den Jugendvertreter. Die übrigen Mittel dienen den anfallenden Kosten des Kinder- und Jugendforums des Lino Clubs.

Ich halte diese Entscheidung für richtig. Beteiligung braucht Vorbereitung, Begleitung und verlässliche Ansprechpartner. Wer junge Menschen zum Mitmachen einlädt, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen. Für die Zeit nach dem ersten Schuljahr wünsche ich mir deshalb frühzeitig Klarheit über die Fortführung und Finanzierung.

Lob für die CDU – und eine differenzierte Frage an die SPD

Ich halte es für richtig, die Initiative der CDU ausdrücklich zu würdigen. Gemeinsam mit der FDP hat sie hier einen konkreten Vorschlag vorgelegt, der jungen Menschen einen regelmäßigen Zugang zur Bezirkspolitik eröffnen soll.

Von der SPD hätte ich mir bei diesem Thema einen deutlicher erkennbaren eigenen Impuls gewünscht. Gerade von einer Partei, die soziale Teilhabe zu ihren Kernanliegen zählt, erwarte ich, dass sie Jugendbeteiligung aktiv vorantreibt. Warum der konkrete Einrichtungsantrag von CDU und FDP kam und nicht von ihr, bleibt für mich eine politische Frage.

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Eine Stimme muss viele Perspektiven aufnehmen

Ein einzelner Jugendvertreter kann die unterschiedlichen Lebenslagen im gesamten Stadtbezirk nicht allein abbilden. Jugendliche aus Lindweiler, Chorweiler, Worringen oder Merkenich können ganz verschiedene Erfahrungen und Bedürfnisse haben. Auch Ausbildung, Schulform, familiäre Situation und persönliche Möglichkeiten beeinflussen, wer sich politisch Gehör verschaffen kann.

Die offenen Vorbereitungstreffen sind deshalb ein wichtiger Ansatz. Aus meiner Sicht sollten Schulen, Jugendzentren, Vereine und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit gezielt über diese Möglichkeit informieren. Auch Jugendliche, die bislang wenig Kontakt zur Kommunalpolitik haben, müssen erfahren, wie sie mitmachen können.

Dabei sollte es um ihre eigenen Themen gehen: um sichere Schulwege, erreichbare Freizeitangebote, Sportflächen, Treffpunkte oder verlässliche Bus- und Bahnverbindungen. Erwachsene dürfen zuhören und unterstützen. Welche Anliegen Vorrang haben, sollten die Jugendlichen selbst mitbestimmen.

Beteiligung braucht sichtbare Ergebnisse

Ich wünsche mir, dass die Bezirksvertretung nachvollziehbar zurückmeldet, was aus den eingebrachten Anliegen wird. Welche Vorschläge werden aufgegriffen? Was kann der Bezirk selbst entscheiden? Was muss an Rat oder Verwaltung weitergegeben werden? Und wenn etwas nicht umgesetzt werden kann: Warum?

Zum Ende des ersten Schuljahres sollte gemeinsam mit den beteiligten Jugendlichen ausgewertet werden, was funktioniert hat und wo Änderungen nötig sind. Für mich zählen dabei nicht nur Sitzungsteilnahmen, sondern auch die Breite der Beteiligung und der tatsächliche Einfluss auf die Beratungen.

Ich unterstütze die neue Jugendvertretung und wünsche dem Jugendvertreter einen guten Start. Mein Dank gilt der CDU und der FDP für den konkreten Einrichtungsantrag sowie allen, die die Finanzierung und Begleitung ermöglichen. Jetzt liegt es an der Bezirksvertretung, aus dem neuen Angebot eine Beteiligung zu machen, bei der junge Menschen erleben: Unsere Anliegen werden gehört und ernst genommen.

Quellen und weiterführende Links

Kölner Freiwilligen Agentur: „Neue Jugendbeteiligung in der Bezirksvertretung Chorweiler“ – Informationen zum angekündigten Start, zur Auswahl und zur Begleitung:
https://koeln-freiwillig.de/neue-jugendbeteiligung-in-der-bezirksvertretung-chorweiler/

Antrag AN/0314/2026 und Sachstandsbericht vom 24. April 2026, dokumentiert bei mandari Insight auf Grundlage des Kölner Ratsinformationssystems:
https://mandari.de/insight/vorgaenge/6ce2caa8-837b-5d0a-9916-0ad55633ed0d/

Finanzierungsantrag AN/0978/2026 und Beschluss vom 25. Juni 2026, dokumentiert bei mandari Insight:
https://mandari.de/insight/vorgaenge/bb10cd20-8063-566d-9a55-a4be32663eb7/

Publication date recorded: 5. November 2026 DateSealed

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