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Frauenschwimmen in Chorweiler: Richtig, wichtig – und bitte mehr davon!

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Frauen wollen schwimmen. Manche möchten dabei auch einmal unter sich sein. Was daran eigentlich so schwer zu akzeptieren ist, erschließt sich mir nicht. Im Chorweilerbad gibt es dafür seit dem 19. September 2026 ein eigenes Angebot: Jeden Samstag von 15 bis 17.30 Uhr ist Zeit für das Frauenschwimmen. Es richtet sich an Mädchen und Frauen; Jungen bis einschließlich sechs Jahre dürfen ebenfalls mitkommen.

Ich halte dieses Angebot für richtig und wichtig. Es sollte dauerhaft gesichert und bedarfsgerecht ausgebaut werden.

Entstanden ist das Frauenschwimmen aus dem Engagement von Frauen im Kölner Norden. Sie haben ihren Bedarf deutlich gemacht, sich organisiert und für eine konkrete Verbesserung eingesetzt. Die KölnBäder beschreiben das Angebot ausdrücklich als interkulturell und religionsunabhängig. Frauen sollen unabhängig von Herkunft oder Glauben einen Rahmen finden, in dem sie sich wohlfühlen und unbeschwert Sport treiben können.

Das ist gelebte Beteiligung: Menschen benennen ein Problem, setzen sich für eine Lösung ein und verändern etwas in ihrem Stadtteil. Genau solches Engagement verdient Unterstützung.

Die AfD hat dem Vorhaben in der Bezirksvertretung Chorweiler ihre Zustimmung verweigert. Nach dem Bericht des Stadtbezirksmagazins stimmten ihre vier Bezirksvertreter gegen den Beschluss zur Einrichtung exklusiver Schwimmzeiten für Frauen.

Diese Ablehnung halte ich politisch für falsch. Wer Selbstbestimmung ernst nimmt, muss akzeptieren, dass Frauen selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen sie schwimmen möchten. Sie brauchen dafür keine Erlaubnis von Männern, die ihre eigenen Vorstellungen zum Maßstab für alle machen.

Ob jemand sich beim Schwimmen unwohl fühlt, mehr Privatsphäre möchte oder aus persönlichen, kulturellen beziehungsweise religiösen Gründen lieber unter Frauen bleibt: Niemand muss erst seine intimsten Beweggründe öffentlich erklären, damit dieser Wunsch respektiert wird. Der Vergleich mit Frauensaunazeiten liegt nahe. Warum sollte ein entsprechendes Angebot im Schwimmbad grundsätzlich zum Problem erklärt werden?

Und wer eine solche Debatte für rassistische oder frauenfeindliche Hetze nutzt, bekommt von mir eine klare Antwort: Frauen und ihre Bedürfnisse sind kein Material für einen rechten Kulturkampf. Über Öffnungszeiten und die Verteilung von Wasserflächen kann man sachlich diskutieren. Menschen wegen ihrer Herkunft, Religion oder persönlichen Entscheidung abzuwerten, ist etwas anderes.

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Frauen stellen in Deutschland mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Ihre Bedürfnisse gehören deshalb selbstverständlich in die Planung öffentlicher Angebote. Wobei ebenso klar ist: Respekt und Teilhabe hängen nicht davon ab, ob eine Gruppe die Mehrheit bildet.

Auch die Resonanz spricht für das Frauenschwimmen. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete nach dem Start von den höchsten Besucherzahlen, die das Chorweilerbad bislang samstags zwischen 15 und 17 Uhr verzeichnet hatte. Das Angebot erreicht also Menschen und trifft offenbar einen vorhandenen Bedarf.

Für mich folgt daraus ein klarer Auftrag: Das zunächst als Pilotprojekt gestartete Frauenschwimmen braucht eine verlässliche Perspektive. Köln sollte prüfen, wo weitere Zeiten und zusätzliche Angebote gebraucht werden. Dazu gehören ausreichend Personal und passende Schwimmkurse. Die Nutzerinnen sollten an dieser Weiterentwicklung beteiligt werden.

Danke an die Frauen, die sich dafür eingesetzt haben, an die unterstützenden Vereine und an die Mitarbeitenden der KölnBäder, die das Angebot ermöglichen.

Frauen dürfen Raum beanspruchen. Auch im Schwimmbad. Auch in Chorweiler. Und ganz ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.

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