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Kürzungen im Kölner Norden: Wo bleibt die eigene Initiative der SPD Chorweiler?

3 min geschätz­te Lese­dau­er

Im Köl­ner Nor­den ste­hen wich­ti­ge sozia­le Struk­tu­ren auf dem Spiel. Bei der Sozi­al­raum­ko­or­di­na­ti­on, bei den Hand­lungs­mög­lich­kei­ten der Bezirks­ver­tre­tun­gen und beim Schutz vor sexua­li­sier­ter Gewalt. Gera­de jetzt braucht Chor­wei­ler poli­ti­sche Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter, die eige­ne Vor­schlä­ge machen und öffent­lich für die Men­schen im Stadt­be­zirk kämp­fen.

Doch wel­che eige­ne Initia­ti­ve kommt dabei von der SPD Chor­wei­ler? In den vom Stadt-Anzei­ger geschil­der­ten Haus­halts­be­ra­tun­gen ist davon wenig zu erken­nen. Die kon­kre­ten Impul­se wer­den ande­ren zuge­schrie­ben.

Die Grü­nen haben bean­tragt, die geplan­te Kür­zung der Sozi­al­raum­ko­or­di­na­ti­on für Chor­wei­ler, See­berg-Nord und Blu­men­berg zu hal­bie­ren. Außer­dem sol­len nach ihrem Vor­schlag die bis­he­ri­gen Stadt­ver­schö­ne­rungs­mit­tel durch Gel­der für Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung in Höhe von 75 Pro­zent des bis­he­ri­gen Betrags ersetzt wer­den. Damit blie­ben der Bezirks­ver­tre­tung zumin­dest Hand­lungs­mög­lich­kei­ten, um vor Ort Ver­bes­se­run­gen anzu­sto­ßen.

Beim Pro­jekt „Edel­gard“ hat sich dem Bericht zufol­ge die CDU-Ver­tre­te­rin Cäci­lia Nes­se­ler aus­drück­lich gegen die voll­stän­di­ge Strei­chung der För­de­rung gestellt. Der anschlie­ßen­de gemein­sa­me Ände­rungs­an­trag von CDU, SPD und Grü­nen for­dert eine jähr­li­che Grund­fi­nan­zie­rung von 80.000 Euro.

Wel­che Vor­schlä­ge hat die SPD selbst ent­wi­ckelt? Wel­che Prio­ri­tä­ten setzt sie für den Köl­ner Nor­den? Der­zeit lei­der gar kei­ne.

Mir reicht das nicht. Gera­de von einer Par­tei, die sozia­le Gerech­tig­keit zu ihrem poli­ti­schen Anspruch erklärt, erwar­te ich bei sol­chen Kür­zun­gen einen erkenn­ba­ren eige­nen Ein­satz. Die Men­schen in Chor­wei­ler brau­chen eine SPD, die erklärt, was sie erhal­ten will, wel­che Finan­zie­rung sie dafür for­dert und wie sie dafür im Rat Mehr­hei­ten gewin­nen möch­te.

Sozi­al­raum­ko­or­di­na­ti­on ist kei­ne ver­zicht­ba­re Zuga­be. Sie ver­bin­det Ein­rich­tun­gen und Initia­ti­ven und hilft dabei, Unter­stüt­zung im Stadt­teil auf­ein­an­der abzu­stim­men. Wer hier kürzt, schwächt die Zusam­men­ar­beit vor Ort. Gera­de dort, wo vie­le Men­schen Unter­stüt­zung benö­ti­gen, müs­sen sol­che Ent­schei­dun­gen beson­ders kri­tisch geprüft wer­den.

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Auch der Schutz vor sexua­li­sier­ter Gewalt darf nicht zur belie­bi­gen Spar­po­si­ti­on wer­den. „Edel­gard“ steht für Anlauf­stel­len und Unter­stüt­zung für Men­schen, die sich bedroht oder bedrängt füh­len. Eine Grund­fi­nan­zie­rung zu erhal­ten, ist des­halb ein wich­ti­ges Anlie­gen. Ob die vor­ge­schla­ge­nen 80.000 Euro für die not­wen­di­gen Auf­ga­ben aus­rei­chen, muss aller­dings nach­voll­zieh­bar geklärt wer­den.

Ich begrü­ße, dass die Bezirks­ver­tre­tung Nach­bes­se­run­gen for­dert und dabei par­tei­über­grei­fend zusam­men­ar­bei­tet. Die im Bericht erkenn­ba­ren Initia­ti­ven von Grü­nen und CDU ver­die­nen Aner­ken­nung. Ent­schei­dend wird nun sein, ob die­se For­de­run­gen auch im end­gül­ti­gen Haus­halt berück­sich­tigt wer­den. Ein Beschluss der Bezirks­ver­tre­tung allein sichert noch kei­ne Finan­zie­rung.

Mein Anspruch für den Köl­ner Nor­den ist klar: Sozia­le Infra­struk­tur stär­ken, Gewalt­schutz sichern und den Stadt­be­zir­ken Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten erhal­ten. Von der SPD erwar­te ich dazu mehr als die Zustim­mung zu Vor­schlä­gen ande­rer. Sie muss mit eige­nen, kon­kre­ten For­de­run­gen sicht­bar wer­den. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger haben ein Recht dar­auf zu erfah­ren, wer für ihre Anlie­gen Ver­ant­wor­tung über­nimmt.

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