Der Fußballplatz des SSV Roggendorf/Thenhoven braucht eine Sanierung. Darauf habe ich bereits in meinem Beitrag „Olympia-Spuk vorbei: Jetzt braucht der Fußballplatz in Roggendorf/Thenhoven Hilfe“ aufmerksam gemacht. Meine Forderung: Sportförderung muss dort ankommen, wo Menschen tatsächlich Sport treiben – in unseren Veedeln und Vereinen.
Vereinsvertreter schildern Löcher und Unebenheiten im Rasen, beschädigte Platzbegrenzungen und eine kaum funktionierende Beleuchtung. Nach Angaben des Vereins sind bereits junge Spieler und ganze Mannschaften zu anderen Vereinen abgewandert.
Das sind Probleme, die unmittelbare Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und das Ehrenamt haben. Wer über die Sportstadt Köln spricht, muss sich daran messen lassen, wie es auf solchen Anlagen aussieht.
Nun unterstützt die CDU die Sanierung mit eigenen Anträgen in der Bezirksvertretung Chorweiler. Das begrüße ich. Bei der SPD entsteht für mich allerdings der Eindruck, dass sie sich nun öffentlichkeitswirksam an eine Forderung anhängt, die längst auf dem Tisch liegt.
Im Sommer gab es anlässlich der Olympia-Bewerbung einen Showbesuch des OB. Umso drängender ist die Frage, warum der Verein weiterhin auf konkrete Zusagen des Sportamts wartet. Wenn die Probleme bekannt sind, müssen aus Besuchen und Gesprächen endlich Maßnahmen werden.
Dabei geht es zunächst um eine überschaubare Instandsetzung. Vorstandsmitglied Ralf Lux schätzt den Finanzbedarf für eine vorläufige Verbesserung des Rasens auf 15.000 bis 20.000 Euro. Das ist eine Vereinsschätzung, keine geprüfte Kostenberechnung. Sie liefert aber einen konkreten Ansatz, den die Stadt zügig prüfen sollte.
Meine Kritik an der Begeisterung für olympische Großprojekte setzt genau hier an: Wer große sportpolitische Versprechen macht, muss zuerst erklären, warum ein Verein im Kölner Norden um einen sicher bespielbaren Fußballplatz kämpfen muss.
Roggendorf/Thenhoven braucht jetzt eine Prüfung der geschilderten Gefahren, kurzfristige Verbesserungen und einen verbindlichen Sanierungsplan mit gesicherter Finanzierung.
Meine Forderung steht längst. Wenn die SPD sie jetzt ebenfalls vorantreibt, ist das willkommen. Entscheidend wird sein, was tatsächlich beim Verein ankommt. Einen weiteren Fototermin mit einem gescheiterten Fraktionsvorsitzenden und einem Instagram Influencer braucht auf dem Platz kein Mensch.
Fußball muss man dort spielen können.
