Sportförderung muss bei den Menschen im Veedel ankommen. Bei den Kindern, die einen bespielbaren Fußballplatz brauchen. Bei den Ehrenamtlichen, die Woche für Woche das Training organisieren. Und bei den Vereinen, deren Arbeit durch gesperrte oder beschädigte Anlagen erschwert wird.
Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler legt dazu einen umfassenden Antrag für die Sitzung am 5. November vor. Unter der Nummer AN/1669/2026 fordert sie einen transparenten Überblick über den Zustand und die Sanierungsplanung der städtischen Sportplätze im gesamten Stadtbezirk. Hinzu kommen die Prüfung kurzfristiger Hilfen und eine verlässliche langfristige Planung.
Diesen Ansatz begrüße ich ausdrücklich. Gute Vorschläge verdienen Unterstützung, unabhängig davon, von welcher demokratischen Partei sie kommen.
Der Antrag verlangt konkrete Informationen: Welche Plätze sind in welchem Zustand? Wo drohen Nutzungsausfälle? Welche Sanierungen sind geplant, wann sollen sie umgesetzt werden und welche Haushaltsmittel stehen dafür zur Verfügung? Maßnahmen sollen nach Dringlichkeit geordnet und Verzögerungen nachvollziehbar begründet werden.
Das schafft die Grundlage, um Probleme im gesamten Stadtbezirk anzugehen. In der Begründung nennt die CDU Einschränkungen in Roggendorf/Thenhoven, Heimersdorf und teilweise Worringen. Nach den dort angeführten Schilderungen fallen Trainingsmöglichkeiten aus, müssen Vereine auf Anlagen in Nachbarkommunen ausweichen und haben sich bereits erste Mannschaften abgemeldet.
Besonders sinnvoll finde ich die Verbindung aus kurzfristiger Hilfe und langfristiger Sanierung. Die Verwaltung soll prüfen, mit welchen kostengünstigen Sofortmaßnahmen sich die Bespielbarkeit wiederherstellen oder ein Nutzungsausfall verhindern lässt. Gleichzeitig sollen notwendige umfassende Sanierungen konsequent weiterverfolgt werden.
Auch freiwillige Unterstützung durch örtliche Unternehmen soll geprüft werden. Garten- und Landschaftsbaubetriebe oder Handwerksunternehmen könnten beispielsweise Material, Arbeitsleistungen oder technische Ausstattung beitragen. Der Antrag setzt dafür klare Grenzen: Die Stadt bleibt verantwortlich. Vereine dürfen finanziell und organisatorisch nicht unangemessen belastet werden.
Genau diese Verantwortung darf im politischen Alltag nicht hinter großen Sportversprechen verschwinden.
Die SPD-Unterstützung für den Fußballplatz in Roggendorf/Thenhoven ist willkommen. Gemessen am umfassenden CDU-Antrag bleibt der öffentlich berichtete SPD-Vorstoß zu diesem einzelnen Platz jedoch deutlich enger. Für mich muss sich die SPD deshalb die Frage gefallen lassen, ob sie über öffentlichkeitswirksame Einzelaktionen hinaus eine überzeugende Antwort für die Sportstätten im gesamten Stadtbezirk liefert.
Bereits in meinem Beitrag „Olympia-Spuk vorbei: Jetzt braucht der Fußballplatz in Roggendorf/Thenhoven Hilfe“ habe ich die Sanierung eingefordert. Meine politische Priorität bleibt dieselbe: sichere und nutzbare Sportanlagen vor Ort. Die Begeisterung für olympische Großprojekte hilft keinem Verein, dessen Training am Zustand des Platzes scheitert.
Die SPD sollte sich daran messen lassen, welche konkreten Verbesserungen sie für die Menschen im Veedel erreicht. Besuche, Fotos und Ankündigungen reichen nicht. Entscheidend sind nutzbare Plätze, nachvollziehbare Zeitpläne und eine Finanzierung, auf die sich Vereine verlassen können.
Der CDU-Antrag bietet dafür einen sinnvollen Ansatz. Beschlossen oder umgesetzt ist damit noch nichts. Jetzt kommt es darauf an, aus diesen Forderungen verbindliche Maßnahmen zu machen – für die städtischen Sportplätze im gesamten Stadtbezirk Chorweiler.
